2002 - Alpen & Dolomiten

Dauer der Tour: 8 Tage
Gesamtstrecke: 3075 km

Als ich am Samstag, den 25. Mai um 03.45 Uhr aus meinem Schlaf gerissen wurde, war es endlich soweit: URLAUB !!!

Unsere Tour in die Berge stand bevor, 8 Tage durch die Gegend düsen und Pässe sammeln ...

1. Tag "Anreise" 760 Kilometer
Essen -> Köln -> Limburg -> Wiesbaden -> Darmstadt -> Heidelberg -> Karlsruhe -> Stuttgart -> Ulm -> Kempten -> Füssen -> Reutte -> Heiterwang -> Fernpass -> Nassereith -> Imst -> Mils -> Zams -> Landeck -> Pfunds

Um halb Fünf ging es los, mit von der Partie waren: Frank (BMW R 1100 GS); Olaf (Honda CBR 1100 XX); Andreas, im folgenden Ati genannt (Suzuki Bandit 1200 S) und natürlich Ich (Yamaha FJR 1300).
Zunächst fuhren wir in Essen-Haarzopf auf die A 52, um am Kreuz Breitscheid auf die A 3 abzubiegen. Mittlerweile zogen dunkle Wolken auf, so dass wir unsere "Verkleidung" anzogen. Die A 3 verließen wir erst am Mönchhofer Dreieck wieder, um über die A 67 auf die A 5 zu gelangen. Dieses Jahr schienen wir Glück zu haben, der Himmel entleerte sich immer kurz vor uns, so bekamen wir lediglich nasse Straßen ab. Wir kamen zügig voran und erreichten schnell das Autobahnkreuz Karlsruhe, wo wir den Asphalt der A 8 unter unsere Räder nahmen.

Beim Kreuz Ulm-Elchingen bogen wir ab auf die A 7. Unsere Ausfahrt war Oy-Mittelberg und über Nesselwang und Pfronten ging es nach Füssen. Durch den Grenztunnel hindurch kamen wir nach Österreich. Das Wetter war so gut, die Verkleidung konnten wir nun endlich ablegen und die ersten Eindrücke der Berge genießen. Über den Fernpass und Nassereith kamen wir nach Imst. Der Fernpass hat eine Passhöhe von 1209 m und ist leider sehr stark befahren, da diese Straße als Hauptanreisestrecke gilt. Um uns das Pickerl zu ersparen, ging es über die B 171 nach Landeck. 30 km vor unserem Zielort machten wir mit dem Bergwetter Bekanntschaft. Innerhalb weniger Minuten goss es aus allen Kübeln. Nass, aber glücklich erreichten wir den Gasthof Traube in Pfunds.

  • Raststätte Königsforst
  • Autohof Bensheim
  • Autohof Bensheim
  • Autohof Bensheim
  • Bensheim
  • Bensheim
  • Heiterwang
  • Blindsee
  • Blindsee

2. Tag "Tiroler Kurven" 305 Kilometer
Pfunds -> Landeck -> St. Anton am Arlberg -> Arlbergpass -> Flexenpass -> Lech -> Hochtannbergpass -> Damüls -> Furkajoch -> Rankweil -> Thüringen -> Fontanella -> Faschinajoch -> Au -> Hochtannbergpass -> Lech -> Flexenpass -> Arlbergpass -> St. Anton am Arlberg -> Landeck -> Pfunds

Gut erholt von der langen Anreise ging es nun auf unsere erste Rundfahrt. Da die Silvretta-Hochalpenstraße noch gesperrt war, mussten wir ein wenig improvisieren. Einige Pässe fuhren wir sowohl auf dem Hin- als auch auf dem Rückweg. Aber Leute, ihr könnt mir glauben, unserem Spaß stand trotzdem nichts im Wege.
Bei sehr gutem Wetter brachen wir in Richtung Landeck auf. In Landeck ging es auf die B 171 nach Pians. Dort angekommen, fuhren wir auf der B 316 über Flirsch, Schnann, Pettneu nach Sankt Anton am Arlberg. Durch den berühmten Skiort hindurch erklommen wir den Arlbergpass. Er beinhaltet eine Streckenlänge von 39 km und zeichnet sich durch einen guten Belag und sehr schöne, flüssig zu fahrende Kurven aus. Weiter ging es über den eher langweiligen Flexenpass nach Warth. Dort bogen wir links auf die B 200 und kamen über den Hochtannbergpass nach Au. Der Hochtannbergpass machte einfach Spaß, einige Kehren und ansonsten viel zum "Wedeln". Bei Au hielten wir uns links auf der B 193, und über Damüls erreichten wir das Furkajoch.

Riesige Schneefräsen haben uns hier den Weg freigemacht, denn das Furkajoch war erst einige Tage offen. Bei fast keinem Verkehr bereitete es uns eine Riesengaudi die engen Trassen hochzujagen. Nach einem heißen Kaffee ging es über Rankweil, Satteins und Bludesch nach Thüringen weiter. Wir bogen ab auf die B 193, die Faschinastraße, wo wir hinter Fontanella das Faschinajoch auf einer Höhe von 1486 m erreichten. Wenn hier mal keine Geschwindigkeitsbegrenzung vorlag, flogen wir die engen Kurven nur so hinauf. Nach einer kurzen Rast, und einem Apfelstrudel im Gasthof Sonnenkopf, fuhren wir über die uns schon bekannte Strecke nach Pfunds. Au, den Hochtannbergpass, den Flexenpass sowie den Arlbergpass ließen wir schnell hinter uns und erreichten über St. Anton und Landeck wieder unseren Gasthof Traube, wo schon leckeres Essen und Weizenbier auf uns wartete.

  • Pfunds
  • Pfunds
  • Pfunds
  • Arlbergpass
  • Arlbergpass
  • Arlbergpass
  • Hochtannbergpass
  • Hochtannbergpass
  • Hochtannbergpass
  • Furkapass
  • Furkapass
  • Faschinajoch
  • Flexenpass
  • Flexenpass
  • Flexenpass
  • Flexenpass

3. Tag "Schweiz" 160 Kilometer
Pfunds -> Finstermünzpass -> Nauders -> Reschenpass -> Graun im Vinschgau -> St. Valentin -> Mals -> Müstair -> Ofenpass -> Zernez -> Susch -> Ardez -> Crusch -> Martina -> Norberthöhe -> Nauders -> Finstermünzpass -> Pfunds

Über Nacht hatte es kräftig geregnet, trotzdem entschieden wir uns die Tour wie geplant anzugehen. Anfangs sah es gar nicht so schlecht aus, der Regen ließ nach und wir starteten über den Finstermünzpass (1188 m) nach Nauders. Wir befuhren den Reschenpass und waren schon in Italien, hier musste das Wetter doch langsam besser werden...
Der Reschenpass mit einer Höhe von 1508 m hatte einen ausgezeichneten Belag, und beinhaltete auf einer Länge von 26 km perfekt einzusehende Kehren. Den ersten Halt machten wir in Graun im Vinschgau. Hier steht das Wahrzeichen der Region: Der versunkene Kirchturm im Reschensee. Nach einer kleinen kulturellen Einheit ging es über St. Valentin, Mals und Rifair weiter in Richtung Schweiz. Der Regen kannte keine Gnade und prasselte unaufhörlich auf uns herab.

Bei Müstair kamen wir über die Grenze und befanden uns fortan im Land der Eidgenossen. Der Weg führte uns direkt den Ofenpass (2149 m) hinauf. Nun war es an der Zeit einzusehen, dass heute kein Tag zum Motorradfahren war. Der Regen nahm zu und zudem zog sehr starker Nebel auf. Das Passhäuschen vom Ofenpass war nicht zu erkennen und wir entschlossen uns, den direkten Weg zurück zu nehmen. Der Flüelapass, und der Albulapass müssen nun noch ein Jahr länger auf uns warten. Über Zernez, Susch, Martina und die Norberthöhe (1461 m) ging es zurück nach Nauders. Die Norberthöhe bestand aus einigen wirklich schönen Kehren, die bei dieser Witterung allerdings "wie auf rohen Eiern" befahren wurden. Über den Finstermünzpass erreichten wir Pfunds und widmeten uns der Wirtschaft, genauer gesagt, der Gastwirtschaft.

4. Tag "Pfunds -> Colfosco" 255 Kilometer
Pfunds -> Finstermünzpass -> Reschenpass -> Graun -> St. Valentin -> Schluderns -> Naturns -> Meran -> St. Leonhard -> Jaufenpass -> Sterzing -> Brixen -> Würzjoch -> San Martino in Badia -> Corvara -> Colfosco

Heute verließen wir Pfunds und machten uns auf den Weg in die Dolomiten / Italien. Das Bild glich dem gestrigen Tag: Der Himmel war Grau in Grau, doch Olaf beharrte auf seinem Standpunkt: "Ab Meran haben wir gutes Wetter".
In gutem Glauben fuhren wir über den Finstermünzpass und den Reschenpass nach Mals. Wir folgten der Bundesstraße SS40 und kamen über Schluderns nach Spondigna. Moment halt, hier enden doch die Ausläufer des Stilfser Jochs. Ich brauche Euch nicht wirklich zu erklären, dass der Stilfser Joch gesperrt war, oder? Ich denke, es wäre grob fahrlässig den Stilfser nicht zu fahren, wenn man hier in der Gegend ist ...
Weiter ging es über die SS38 nach Schlanders, Kastellbell und Naturns. Wir waren kurz vor Meran, und das Wetter besserte sich. Sollte Olaf wirklich Recht behalten? Bei Foresta ging es ab nach Meran und wir durchfuhren wirklich trockene Abschnitte. Die befürchtete Innenstadt von Meran brachten wir gut hinter uns, und es ging über St. Martin in Richtung Jaufenpass. Bei der Anfahrt zum Jaufenpass fing es endlich wieder an zu regnen. Schade Olaf, das Bier heute Abend geht auf Deine Kosten.

Der Jaufenpass nahm kein Ende, 40 km durch teilweise sehr heftigen Regen mussten bewältigt werden. Auf den letzten 200 Höhenmetern machten wir sogar mit dem Schnee Bekanntschaft. In 2099 m Höhe pausierten wir nur für ein paar Fotos und begaben uns dann schnell wieder talabwärts. Über Sterzing und Mittewald kamen wir nach Brixen. Wir bogen links in die Mozartallee ein und es ging über Milland, Sant' Andrea in Monte und Eores weiter zum Würzjoch. Der Würzjoch ist insgesamt 45 km lang und die Passhöhe liegt bei 1987 m. Durch den unaufhörlichen Regen konnten wir die schönen, schmalen Kurven nicht so richtig genießen. In Antermoia hielten wir uns rechts und gelangten über San Martino in Badia und Pederoa nach Pedraces. Endlich hörte der Regen auf, und die letzten Kilometer führten uns über La Villa und Corvara nach Colfosco, am Fuße des Grödner Jochs. Der Besitzer des "Haus Reutlingen" erzählte uns, daß am nächsten Tag Corvara ein Etappenort des Giro D'Italia sei. Einige Pässe und Straßen waren deswegen gesperrt, und mit dem Streckenverlauf des Giro in der Hand wurde unsere Tour für den nächsten Tag geplant.

  • Reschensee
  • Reschensee
  • Jaufenpass
  • Jaufenpass
  • Jaufenpass
  • Naturns
  • Würzjoch
  • Würzjoch
  • Würzjoch

5. Tag "Dolomitenrunde" 230 Kilometer
Colfosco -> Passo di Valparola -> Passo di Falzarego -> Cortina D'Ampezzo -> Gemärkpass -> Drei-Zinnen Straße -> Sant Angelo Pass -> Misurina -> Passo Tre Croci -> Cortina D'Ampezzo -> Passo Di Giau -> Caprile -> Alleghe -> Passo di Pellegrino -> Canazei -> Sellajoch -> Grödner Joch -> Colfosco

Bei traumhaft schönem Wetter machten wir uns zeitig auf den Weg, um dem Giro-Rummel zu entgehen. Durch die ersten Sperren hindurch ging es über Corvara und La Villa in Richtung Cortina. Der erste Pass des Tages war der Passo di Valparola. Über eine breite, ausgebaute Straße ging es hinauf auf 2192 m Höhe. Hier herrschte so gut wie kein Verkehr, und dementsprechend gingen wir auch die Abfahrt an...
Der Passo di Valparola endet genau auf dem Passo di Falzarego, von dem wir heute nur die Abfahrt gefahren sind. Hier herrscht erhöhte Aufmerksamkeit, denn die Abfahrt ist mit einigen Sprunghügeln gespickt. Über Pocol fuhren wir nach Cortina D'Ampezzo. Dort hielten wir uns links, und kamen über Chiave und Cimabanche zum Gemärkpass. Der Gemärkpass mit seiner Steigung von 6% war eher unscheinbar und über Carbonin gelangten wir zu unserem Ziel, der Drei-Zinnen Bergstraße. Hier mussten wir zunächst 8 € Maut berappen.

Und da bin ich schon beim springenden Punkt: Für die Maut kann man jawohl erwarten, dass der Fahrbahnzustand in Ordnung ist. Aber, weit gefehlt ! Rollsplitt soweit mein Auge reicht, ob in der Kurve oder am Straßenrand, hier war es richtig gefährlich die eh` zu kurzen 7,5 km hochzufahren. Zugegeben, der Ausblick auf 2400 m Höhe entschädigt schon, aber die paar Euro hätte man sich echt sparen können. Weiter ging es über den Sant-Angelo-Pass, im Volksmund Misurinapass genannt (1756 m). Nach dem Misurinasee hielten wir uns rechts, und über den Passo Tre Croci (1805 m - Gähn!), Cortina D'Ampezzo kamen wir zurück nach Pocol. Links ging es ab zum Passo di Giau (2230 m). Der Passo di Giau bietet viele Kurven und hat den Vorteil, dass er nur wenig befahren wird. Allerdings sind auch viele Straßenschäden zu beklagen. Die Abfahrt führte uns nach Colle Santa Lucia, mehrere Menschen jubelten uns am Straßenrand zu.

Nach einigen Minuten kam mir die Idee, dass nicht wir, sondern die Stars des Giro gemeint waren. So kamen wir doch noch richtig hinein, in den Radfahrer-Rummel. Nette Polizisten wiesen uns den Weg, und es ergab sich keine Möglichkeit unsere "geplante" Route weiter zu fahren. In Caprile wurden wir in Richtung Passo di Fedaia gelotst und es bestand Hoffnung, unbeschadet aus der Sache heraus zu kommen. Nur wenige Minuten später wurde die Hoffnung jäh zerstört, in Sottoguda ging Garnichts mehr. Wir kamen nicht vor und zurück, und so mussten wir eine Zwangspause von 90 Minuten einlegen. Wie es sich für Deutsche Biker gehört, spornten wir unsere Magenta-Asse an, als das Feld des Giro an uns vorbei flog. Die Straßen wurden wieder geöffnet und wir suchten uns einen neuen Weg zurück nach Colfosco. Unsere nächsten Stationen waren Caprile, Alleghe, Cencenighe und Falcade. Der nächste Pass war der Passo di San Pellegrino. Bei einer Steigung von 18% ging es hinauf auf 1919 m Höhe.

Hier gab es ein paar enge und steile Kehren, bei denen es aufzupassen galt. In Moena bogen wir rechts ab auf die SS 48. Über Pozzo di Fassa und Campitello di Fassa kamen wir nach Canazei. Die 16. Etappe des Giro D'Italia war zuende und der Abreiseverkehr machte uns echt zu schaffen. Wir mussten höllisch aufpassen, dass nicht einige dieser Radsport-Verückten von uns überrollt wurden ( oder auch umgekehrt). Endlich erreichten wir das Sellajoch und wir konnten uns wieder unserem Hobby zuwenden, das Motorradfahren. Und das wird hier am Sellajoch, und auch am folgenden Grödner Joch, großgeschrieben. Es ging nochmal hinauf auf 2213 Meter und diese "halbe" Sellarunde war das Highlight des heutigen Tages. Hervorragender Straßenzustand, Kurven und Kehren die einfach nur Spaß machen sowie die gigantische Aussicht, das sind nur einige Vorzüge der Sellarunde. Als wir abends in Colfosco bei einem Bier zusammen saßen, waren wir uns einig, dass ein erlebnisreicher Tag hinter uns lag.

  • Colfosco
  • Colfosco
  • Passo di Valparola
  • Passo di Valparola
  • Passo di Falzarego
  • Carbonin
  • Drei-Zinnen-Bergstraße
  • Drei-Zinnen-Bergstraße
  • Drei-Zinnen-Bergstraße
  • Drei-Zinnen-Bergstraße
  • Drei-Zinnen-Bergstraße
  • Drei-Zinnen-Bergstraße
  • Drei-Zinnen-Bergstraße
  • Passo di Giau
  • Passo di Giau
  • Passo di Giau
  • Passo di Giau
  • Passo di Giau
  • Giro d'Italia
  • Giro d'Italia
  • Giro d'Italia
  • Giro d'Italia
  • Passo di San Pellegrino
  • Passo di San Pellegrino
  • Grödner Joch
  • Grödner Joch

6. Tag "Colfosco -> Kötschach-Mauthen" 320 Kilometer
Colfosco -> Passo di Valparola -> Passo di Falzarego -> Alleghe -> Passo di Valles -> Passo di Rolle -> Passo di Cereda -> Passo Duran -> Forno di Zoldo -> Passo Cibiana -> Pieve di Cadore -> Passo del Zovo -> Kreuzbergpass -> Sexten -> Kartitscher Sattel -> Sankt Lorenzen -> Kötschach-Mauthen

Gestern war Corvara Zielort, heute erfolgte hier logischerweise der Etappenstart des Giro. Aus diesem Grund machten wir uns schnell aus dem Staub. Nicht weniger als 10 Pässe standen auf dem Weg nach Österreich auf unserem Programm.
Über La Villa und den schon bekannten Passo di Valparola kamen wir zum Passo di Falzarego. Diesen fuhren wir heute in die andere Richtung und erreichten über Cernadoi und Caprile den Lago di Alleghe. Nachdem wir hier gestern achtlos vorbei gefahren sind, nahmen wir uns heute etwas Zeit, um den Anblick zu genießen. Bevor wir den ersten Pass erreichten, kamen wir durch Cencenighe Agordino und Falcade. Die wenig befahrene Strecke des Passo di Valles ist sehr kurvenreich und macht richtig Spaß. Zügig haben wir die Passhöhe von 2031 m erreicht. Weiter ging es zum Passo di Rolle, der aus 41 Kehren auf einer Streckenlänge von 43 km bestand.

Hinter Siror bogen wir links ab, und erreichten den Passo di Cereda. Die "Zweitausender" hatten wir für heute hinter uns und es ging mit 1369 m nicht mehr ganz so hoch hinaus. Der nächste größere Ort war Agordo und ein Höhepunkt stand unmittelbar bevor: der Passo Duran ist ein absolutes Muß. Mit seiner Passhöhe von 1601 m ist er zwar nicht der Höchste, aber immerhin mussten 990 Höhenmeter überwunden werden. Die 25 km Strecke führte uns durch jede Menge enger Kurven. Aber auch die waren irgendwann einmal zuende und wir tourten über Forno di Zoldo, den Passo di Cibiana (1530 m) und Valle di Cadore nach Pieve di Cadore. Hier war es an der Zeit, mal wieder ein Päuschen einzulegen und etwas Sonne zu tanken. Wie sagt ein bekannter Torwart: "Es geht weiter, immer weiter." Genau so ist es und wir fuhren über Lorenzago di Cadore zum Passo del Zovo (1476 m). Dieser ist kaum befahren und die Strecke führt meist durch den Wald.

Durch Padola hindurch erreichten wir unseren letzten Pass auf italienischer Seite, den Kreuzbergpass. Unübersichtliche Kurven forderten auf einer Gesamtstrecke von 41 km nochmal erhöhte Konzentration. Bei Innichen bogen wir rechts auf die SS 49, die uns wieder nach Österreich brachte. Man kann über die Ösis ja sagen was man will, aber bei den Preisen bekommt man an der Tankstelle glänzende Augen. Nach Panzendorf hielten wir uns rechts und kamen auf die B 111, den Kartitschen Sattel. Der Sattel und das Lesachtal laden ein zum wilden hin- und herwedeln. Leider ist diese von Motorradfahrern bevorzugte Strecke extrem Radar verseucht und man sollte sich an die Geschwindigkeitsbegrenzungen halten. Die Gesamtstrecke von 53 km führte uns direkt zu unserem Zielort Kötschach / Mauthen.

  • Alleghe
  • Passo di Valles
  • Passo di Valles
  • Passo di Valles
  • Passo di Valles
  • Passo di Rolle
  • Passo Duran
  • Passo Duran
  • Passo Duran
  • Passo Duran
  • Passo Duran
  • Passo Duran
  • Kreuzbergpass
  • Kartischer Sattel

7. Tag "Grossglockner" 340 Kilometer
Kötschach-Mauthen -> Gailbergsattel -> Oberdrauburg -> Iselsbergpass -> Großglockner Hochalpenstraße -> Bruck -> Zell am See -> Mittersill -> Krimml -> Gerlospass -> Zillertaler Höhenstraße -> Schlitters -> Achenpass -> Rottach-Egern -> Bad Tölz -> Wackersberg-Fischbach

So langsam neigte sich unser Urlaub dem Ende entgegen, und heute führte uns unsere Tour heim nach Deutschland. Wackersberg - Fischbach sollte unser Zielort sein. Den Namen braucht Ihr Euch nicht wirklich merken, nach DER Übernachtung habe ich ihn auch aus meinem Gedächtnis gestrichen, nur soviel: es ist bei Bad Tölz.
Das beste hebt man sich ja bis zum Schluss auf, und so sollte der Großglockner unsere heutige Hauptattraktion sein. Zunächst ging es aber über den Gailbergsattel nach Oberdrauburg. Dort bogen wir links auf die B 100 in Richtung Lienz. Bei Dölsach hielten wir uns rechts und erreichten den Iselsbergpass ( 1204 m ). Hier begann der Aufstieg zur Großglockner- Hochalpenstraße. Bei Heiligenblut mussten wir zunächst die Maut von 17 Euro bezahlen

Ist natürlich kein Pappenstiel, aber ich persönlich finde, die Straße ist jeden Cent wert. Bei herrlichem Wetter flogen wir hinauf zur Franz-Josefs-Höhe in 2369 m. Die Aussicht war einfach atemberaubend. Hier besteht auch die Möglichkeit, eine Ausstellung zu besuchen, aber wir waren ja wegen etwas anderem hier. Deswegen ging es zurück auf die "Hauptstraße", am Hochtor machten wir den nächsten Halt. Hier waren wir immerhin auf 2503 m Höhe. Der höchste Punkt mit 2571 m ist die Edelweißspitze. Wir entschieden uns aber dieses Jahr nicht hinauf zu fahren, und machten unterhalb unsere Rast. Aber auch von hier war es eine einzigartige Aussicht. Es sieht schon genial aus, wie sich die Straße durch den Schnee schlängelt. Weiter ging es am Fuscher Törl vorbei und wir befanden uns wieder auf der Abfahrt. Ich kann mich nur noch einmal wiederholen, jeder Meter der insgesamt 71 km Streckenlänge macht einfach riesigen Spaß.

Auch die Busse stellen für einen Motorradfahrer kein Hindernis dar, da es immer wieder Möglichkeiten zum raschen Überholen gibt. Wir kamen nach Bruck an der Großglocknerstraße und bogen links auf die B 311. Bei Zell am See ging es links auf die B 168, auf der wir durch Orte wie Aufhausen, Piesendorf, Lengdorf, Stuhlfelden und Burk kamen. Nun hielten wir uns wieder links und durchfuhren Mittersill. Weiter ging es auf der B 165, die uns direkt zu den Krimmler Wasserfällen und dem Gerlospass brachte. Da wir ja in Österreich sind, war auch hier eine Maut von 4 € fällig. Dafür hatten wir noch einmal mächtig schöne Kurven bevor wir Zell am Ziller erreichten, dort bogen wir rechts auf B 169 ab. Nach Aschau kamen wir auf die Zillertal Höhenstraße die es auf eine beachtliche Passhöhe von 2133 m bringt.

Den Rest des Weges gibt es jetzt in aller Kürze: Als wir die Autobahn A 12 überquerten, ging es gerade auf die B 181 weiter. Wir erreichten den Achensee, Achenkirch und direkt hinter der Grenze den Achenpass. In Rottach-Egern fuhren wir linkerhand am Tegernsee vorbei. Über Gmund, Waakirchen und Bad Tölz kamen wir nach etlichem Durchfragen nach Wackersberg - Fischbach. Kein Wunder, dass uns keiner bei unserer Wegsuche helfen konnte, wir waren echt am Ar... der Welt. Wir checkten ein und wollten unseren letzten gemeinsamen Abend bei dem ein oder anderen Bierchen verbringen. Um Viertel vor Zehn ( kein Scherz ! ) wurden wir aufgefordert zu bezahlen, denn man wolle Feierabend machen. Ungläubig starrten wir uns an, und zogen uns dann mit Flaschenbier ( es gab allerdings nur Weißbier light ) auf unsere Zimmer zurück. Schade, diese Tour hätte einen schöneren Abschlussabend verdient gehabt !

  • Iselsbergpass
  • Iselsbergpass
  • Iselsbergpass
  • Grossglockner Franz-Josef-Höhe
  • Grossglockner Franz-Josef-Höhe
  • Grossglockner Franz-Josef-Höhe
  • Grossglockner Franz-Josef-Höhe
  • Grossglockner Franz-Josef-Höhe
  • Grossglockner Franz-Josef-Höhe
  • Grossglockner
  • Grossglockner
  • Grossglockner Fuscher Törl
  • Grossglockner Fuscher Törl
  • Grossglockner Fuscher Törl
  • Grossglockner Fuscher Törl
  • Grossglockner Fuscher Törl
  • Grossglockner Fuscher Törl
  • Grossglockner Fuscher Törl
  • Krimmler Wasserfälle

8. Tag "Abreise" 705 Kilometer
Wackersberg-Fischbach -> Holzkirchen -> München -> Neufahrn -> Nürnberg -> Würzburg -> Seligenstädter Dreieck -> Offenbacher Kreuz -> Frankfurter Kreuz -> Limburg -> Leverkusen -> Hilden -> Breitscheid -> Essen-Dellwig

Das Frühstück passte zum Gesamtbild dieses "Gasthauses", es war wirklich sehr übersichtlich. So machten wir uns schnellstens auf die Heimreise.
Da Ihr mittlerweile genug zu lesen hattet, schildere ich die Heimreise wirklich in aller Kürze: Über Bad Tölz und Holzkirchen gelangten wir zur A 8. Ab hier fuhren wir den klassischen Weg zurück ins Ruhrgebiet. A 8 bis München / Brunnthal > A 99 bis München / Nord > A 9 bis Nürnberg > A 3 über Frankfurt bis zum Kreuz Breitscheid > A 52 bis Essen / Haarzopf > durch Haarzopf bis zur A 40 > A 40 bis Mülheim / Aktienstraße > Essen / Dellwig. Die Rückfahrt wurde von dem ersten WM-Spiel der Deutschen Fußballnationalmannschaft begleitet. Von Pause zu Pause vielen die Tore wie reife Früchte, bekanntlich stand am Ende ein 8:0 gegen die Saudis zu Buche. Es war nur eine kleine Randerscheinung, aber es lockerte die Rückfahrt etwas auf.

Nach einer Woche waren wir wieder gesund und munter zuhause. Auch unsere Motorräder hatten Spaß an der Tour, zumindest ließen sie uns nicht im Stich.