2003 - Alpen & Dolomiten

Dauer der Tour: 7 Tage
Gesamtstrecke: 2995 km

Nach dem Unfall meines Bruders im April bedarf es etliche Anstrengungen die "Q" wieder hinzubekommen.

Erst am Vorabend der Tour stand es fest: Frank ist dabei.

So starteten wir am Samstag, den 31. Mai wieder in kompletter Besetzung:
Frank (BMW R 1100 GS); Olaf (Honda CBR 1100 XX); Ati (Suzuki Bandit 1200 S)
und natürlich meine Wenigkeit (Yamaha FJR 1300).

1. Tag "Anreise" 732 Kilometer
Essen -> Breitscheid -> Köln -> Neuwied -> Limburg -> Frankfurt -> Offenbach -> Seligenstädter Dreieck -> Würzburg -> Nürnberg -> Neufahrn -> München-Ost -> Bernau am Chiemsee -> Inntal -> Grassau-Weiher

Heute stand ein reiner Autobahntag an, Ziel war Grassau am Chiemsee. Also, diesen Urlaub hatten wir uns nach den aufregenden letzten Wochen redlich verdient. Zunächst fuhren wir in Essen-Haarzopf auf die A 52, um am Kreuz Breitscheid auf die A 3 abzubiegen. Über Leverkusen, Köln und Frankfurt erreichten wir schnell den Spessart. Hier war dann das "Verkleiden" angesagt. Während wir die nächsten Kilometer der A 3 unter unsere Räder nahmen, versuchte ich mich daran zu erinnern, wann ich das letzte Mal den Spessart und Würzburg im Trockenen gesehen habe, es fiel mir aber nicht mehr ein. Am Kreuz Nürnberg ging es auf die A 9 in Richtung München.

Endlich, die Schauer klangen ab und da es recht warm war, zogen wir die Regenklamotten wieder aus und verstauten sie, zum hoffentlich letzten Mal, im Tankrucksack. Weiter ging es über die A 9 bis zum Kreuz München-Nord. Dort bogen wir ab auf die A 99 um beim Kreuz München-Brunnthal auf die A 8 in Richtung Salzburg zu wechseln. In Bernau am Chiemsee verließen wir die Autobahn, über die B 305 gelangten wir nach Grassau.

Erschöpft, aber glücklich erreichten wir das Gasthaus Kampenwand in Grassau-Weiher. Nach guter Tradition genossen wir im Biergarten die Sonnenstrahlen und regelten den Flüssigkeitsausgleich.

  • Essen-Haarzopf
  • Rasthof Fernthal
  • Rasthof Fernthal
  • Rasthof Fernthal
  • Rasthof Fernthal
  • Rasthof Medenbach
  • Rasthof Medenbach
  • Rasthof Spessart
  • Rasthof Spessart
  • Rasthof Spessart
  • Nürnberg-Fischbach
  • Nürnberg-Fischbach
  • Nürnberg-Fischbach
  • Nürnberg-Fischbach
  • Nürnberg-Fischbach
  • Rasthof Vaterstetten
  • Gasthof Kampenwand in Grassau

2. Tag "Großglockner" 253 Kilometer
Grassau -> Marquartstein -> Unterwössen -> Reit im Winkl -> Schneizlreuth -> Steinpass -> Kniepass -> Lofer -> Saalfelden am Steinernen Meer -> Zell am See -> Bruck an der Großglocknerstraße -> Großglockner Hochalpenstraße -> Winklern -> Iselsbergpass -> Gailbergsattel -> Kötschach-Mauthen

Gut erholt und putzmunter gingen wir die erste Bergwertung an. Der Weg führte uns heute über den Großglockner nach Kötschach-Mauthen. In Grassau fuhren wir auf die B 305, über Marquartstein, Unterwössen, Reit im Winkl und Schneizlreuth erreichten wir die österreichische Grenze. Hier warteten der Steinpass und der Kniepass auf uns, nur wir erkannten nicht wo. Beide sogenannten Pässe bestanden nur aus einem Stückchen Bundesstraße. Wahrscheinlich verloren hier Herr Stein und Frau Knie ihre Pässe, anders kann ich mir die Namensgebung nicht erklären :-)

Wir blieben auf der B 311 und durchfuhren Orte wie Lofer, Sankt Martin und Saalfelden am Steinernen Meer. Die Bundesstraße war recht voll und wir befürchteten für den Großglockner das Schlimmste. Über Zell am See und Bruck an der Großglocknerstraße kamen wir unserem Ziel immer näher. Kurz hinter Fusch waren an der Mautstation Ferleiten erst einmal 17 Euro fällig. Aber ich bleibe bei meiner Meinung daß sich, besonders bei diesem schönen Wetter, jeder Cent lohnt. So ging es den Großglockner hinauf und wir stellten zu unserer Überraschung fest dass hier echt nicht viel los war. Das Fuscher Törl, die Edelweißspitze, das Hochtor und die Franz-Josephs-Höhe muß man einfach mal gesehen haben. Die Großglockner-Hochalpenstraße ist eine gelungene Kombination aus engen Kehren und schnellen Kurven. Lediglich in Kurven mit Schmelzwasser und bei der Auffahrt zur Edelweißspitze ( 2571 m ) ist erhöhte Vorsicht angesagt.

So, nun aber genug geschwärmt, hinter Heiligenblut verließen wir die Straße durch die Mautstation. Wer nun noch Zeit übrig hat, sollte einfach drehen und den Glockner nochmal genießen. Wir hingegen fuhren weiter auf der B 107 in Richtung Winklern. Über den Iselsbergpass ( 1204 m ) und der B 100 erreichten wir Oberdrauburg. Hier bogen wir rechts auf die B 110. Klein aber fein, treffender kann man den nun folgenden Gailbergsattel nicht beschreiben. Die Paßhöhe liegt lediglich bei 982 m, aber diese zügigen Wechselkurven machen einfach Spaß. Nun ging es hinab nach Kötschach-Mauthen, wo in der Gästepension Lipicer schon kalte Getränke auf uns warteten. Mit gutem Essen und einigen Bierchen rundeten wir diesen perfekten Tag ab.

  • Gasthof Kampenwand in Grassau
  • Schneizlreuth
  • Saalfelden am Steinernen Meer
  • Saalfelden am Steinernen Meer
  • Saalfelden am Steinernen Meer
  • Grossglockner Hochalpenstraße
  • Grossglockner Hochalpenstraße
  • Grossglockner Hochalpenstraße
  • Grossglockner Hochalpenstraße
  • Grossglockner Hochalpenstraße
  • Grossglockner Hochalpenstraße
  • Grossglockner Hochalpenstraße
  • Grossglockner Hochalpenstraße
  • Grossglockner Hochalpenstraße
  • Grossglockner Hochalpenstraße
  • Grossglockner Hochalpenstraße
  • Grossglockner Hochalpenstraße
  • Grossglockner Fuscher Törl
  • Grossglockner Fuscher Törl
  • Grossglockner Fuscher Törl
  • Grossglockner Fuscher Törl
  • Grossglockner Fuscher Törl
  • Grossglockner Fuscher Törl
  • Grossglockner Fuscher Törl
  • Grossglockner Franz-Josef-Höhe
  • Grossglockner Franz-Josef-Höhe
  • Grossglockner Franz-Josef-Höhe
  • Grossglockner Franz-Josef-Höhe
  • Grossglockner Franz-Josef-Höhe
  • Winklern
  • Winklern
  • Winklern
  • Winklern
  • Winklern
  • Kötschach-Mauthen
  • Kötschach-Mauthen
  • Pension Lipicer Kötschach-Mauthen

3. Tag "Mauthen -> Arabba" 252 Kilometer
Kötschach-Mauthen -> Gailbergsattel -> Oberdrauburg -> Lienz -> Huben -> Sankt Jakob in Defereggen -> Staller Sattel -> Rasun di Sopra -> Toblach -> Sant-Angelo-Pass -> Passo Tre Croci -> Cortina D'Ampezzo -> Passo di Giau -> Caprile -> Palue -> Passo di Fedaia -> Canazei -> Passo Pordoi -> Arabba

Nach einer kurzen Nacht und einem reichhaltigen Frühstück ging es bei herrlichem Wetter wieder frühzeitig los. Heute sollte uns der Weg nach Südtirol führen. Zunächst ging es über den allseits beliebten Gailbergsattel und Oberdrauburg zurück nach Lienz. Über Huben und Sankt Jakob in Defereggen erreichten wir schnell unser erstes Ziel, den Staller Sattel. Da die enge Südrampe nur einspurig zu befahren ist, mussten wir eine Zwangspause einlegen um auf die grüne Ampel zu warten. Der Verkehr wird, aus Huben kommend, immer zur vollen Stunde bis Viertel nach freigegeben, aus der Gegenrichtung kommend dementsprechend von Halb bis Viertel vor. So hatten wir einige Minuten die Gelegenheit das tolle Panorama direkt an der italienischen Grenze zu genießen.

Je näher der Zeiger auf die volle Stunde rückte, umso hektischer wurde das Treiben an der Ampel. Motorradfahrer und Rentner versuchten gleichzeitig sich in die beste Position zu bringen. Wir hingegen genossen unser Leben und fuhren kurz erst vor der Schließung los. Wer jetzt dachte, ohne Gegenverkehr könne man zügig hinab fahren, der war schief gewickelt. Die enge, unübersichtliche Straße lud nicht gerade zum Heizen ein, die schlechte Fahrbahn tat ihr übriges. Weiter ging es über Antholz, Rasun di Sopra und Toblach. Nach dem Sant-Angelo-Pass, mit seiner Passhöhe von 1756 m, legten wir am Misurina-See unseren nächsten Stop ein. Von hier aus hatten wir den besten Blick auf die berühmten Drei Zinnen, und leider auch auf die sich nähernden, dunklen Wolken. Über den Passo Tre Croci, der nicht wirklich spektakulär ist, ging es hinab nach Cortina D'Ampezzo. Der Verkehr hier war wieder mal echt chaotisch, Kreisverkehr ohne Ende und Beschilderung Mangelware. Irgendwie gelang es uns trotzdem Richtung Pocol abzubiegen.

Als nächstes Highlight stand nun der Passo di Giau an. Unzählige Kurven und Kehren führten uns hinauf auf 2230 m Höhe. Allerdings machte die Auffahrt nicht viel Spaß, zu schlecht und dreckig war die Fahrbahn. Nun stand der Ort Caprile auf unserer Wegliste, von hier aus war es nicht mehr weit zum Passo di Fedaia. Der Fedaia hatte einiges zu bieten, sehr schön angelegte Kehren und besonders reizvoll war der Sessellift der uns ein Stück des Weges begleitete. In Canazei war nun Tanken angesagt, eigentlich keiner Erwähnung wert, aber hier in Italien ist alles anders. Der Tankwart saß gelangweilt vor seiner Zapfsäule und wartete selber sehnsüchtig auf Benzin. Sachen gibt's, aber schließlich wurden wir dann doch noch fündig. Der letzte Anstieg für heute war der Passo Pordoi, mit seiner Paßhöhe von 2239 m ist er übrigens die höchste Passstraße in den Dolomiten. Natürlich war hier auf der bekannten Sella-Runde etwas mehr Verkehr, aber das beeinträchtigte den Fahrspaß überhaupt nicht. Allein die Abfahrt nach Arabba beinhaltet 33 Kehren, der passende Abschluß eines schönen Tages.
In Arabba angekommen, stellten wir unsere Maschine schnell in die Tiefgarage des Albergo Pordoi, denn kurze Zeit später gab sich das angekündigte Gewitter die Ehre......aber da ließen wir es uns schon bei Halbpension und Halben Litern gut gehen.

  • Huben
  • Huben
  • Huben
  • Huben
  • Huben
  • Staller Sattel
  • Staller Sattel
  • Staller Sattel
  • Staller Sattel
  • Staller Sattel
  • Misurina
  • Misurina
  • Passo di Giau
  • Passo di Giau
  • Passo di Giau
  • Passo di Giau
  • Passo di Fedaia
  • Passo di Fedaia
  • Passo di Fedaia
  • Passo di Fedaia
  • Passo di Fedaia
  • Passo di Fedaia
  • Passo di Fedaia
  • Passo di Fedaia
  • Passo Pordoi
  • Passo Pordoi
  • Passo Pordoi
  • Passo Pordoi
  • Passo Pordoi
  • Passo Pordoi

4. Tag "Große Dolomitenfahrt" 262 Kilometer
Arabba -> Passo di Campolongo -> Corvara in Badia -> Passo di Valparola -> Passo di Falzarego -> Pocol -> Passo di Giau -> Selva di Cadore -> Forcella Staulanza -> Passo Duran -> Agordo -> Passo di Cereda -> Passo di Rolle -> Passo di Valles -> Passo di San Pellegrino -> Canazei -> Sella Joch -> Grödner Joch -> Colfosco -> Corvara in Badia -> Passo di Campolongo -> Arabba

Heute stand uns Großes bevor. Die große Dolomitenrunde beinhaltet nicht weniger als 13 Pässe, Kurven und Kehren bis zum Abwinken. Hoffentlich wird uns da nicht schwindelig....
Nachdem es sich über Nacht wieder mal ausgeregnet hatte, ging es um 10 Uhr bei herrlichem Wetter los. Über den Passo di Campolongo ( 1875 m ) kamen wir zum Passo di Valparola, ein kleiner Geheimtipp. Er beinhaltet zwar wenig Kehren, aber dafür eine Menge Kurven, die bei wenig Verkehr sehr flüssig zu fahren sind. Und die Aussicht auf 2168 m Höhe spricht eh' für sich. Über den Passo di Falzarego und Pocol gelangten wir zum Passo di Giau, den wir ja schon von gestern kannten. Die Fahrbahn war vom Regen etwas sauber gespült und wir konnten es richtig gut angehen lassen.

Der große Parkplatz auf 2230 m Höhe war heute sehr gut besucht, ich hatte nur den Eindruck mich auf einem Q-Treffen zu befinden.... Weiter ging es zum fleißigen Pässe sammeln. Als nächstes stand der Forcella Staulanza auf unserem Programm, der uns immerhin auf eine Höhe von 1766 m brachte. Der Staulanza ist nicht den großen Dolomitenpässen zuzuordnen, daher herrscht auf der kurvenreichen Strecke sehr wenig Verkehr. Der nächste Asphalt den wir unter unsere Räder nahmen gehörte zum Passo Duran. Dieser war leider von derart schlechter Qualität, dass wir hier locker und ruhig bis zur Passhöhe von 1601 m aufstiegen. Der kurvenreiche Passo di Cereda diente uns im Grunde nur zur Überbrückung zu den nächsten Pässen, die sich wie an einer Perlenkette aneinander reihten.

Es waren im Folgenden der Passo di Rolle ( 1989 m ), Passo di Valles ( 2031 m ) und der Passo di San Pellegrino ( 1919 m ). Diese Straßen waren von wirklich guter Qualität, weil einige Tage vorher der Giro D'Italia hier gastierte. Über Moena und Canazei kamen wir zum Sellajoch, der wohl bekanntesten Pass-Straße in den Dolomiten. Zahlreiche Kurven führten uns in 2213 Meter Höhe. Leider waren mittlerweile Wolken aufgezogen, so daß das berühmte Sella-Massiv etwas verhüllt vor uns stand. Mein persönlicher Lieblingspass ist das Grödner Joch, mit der Passhöhe von 2121 Meter. Hier finden sich enge Kehren, gepaart mit zügig zu fahrenden Kurvenkombinationen. Das Grödner Joch macht einfach mächtig viel Spaß. Über den Passo di Campolongo kamen wir zurück nach Arabba, wo wir bei kalten Getränken und Benzingesprächen diesen tollen Tag ausklingen ließen.

  • Albergo Pordio Arabba
  • Arabba
  • Albergo Pordoi Arabba
  • Passo di Campolongo
  • Passo di Campolongo
  • Passo di Valparola
  • Passo di Valparola
  • Passo di Valparola
  • Passo di Valparola
  • Passo di Valparola
  • Passo di Falzarego
  • Passo di Giau
  • Passo di Giau
  • Passo di Giau
  • Passo di Giau
  • Forcella Staulanza
  • Forcella Staulanza
  • Forcella Staulanza
  • Passo Duran
  • Passo di Cereda
  • Passo di Cereda
  • Passo di Cereda
  • Passo di Rolle
  • Passo di Rolle
  • Passo di Rolle
  • Passo di Valles
  • Passo di San Pellegrino
  • Passo di San Pellegrino
  • Passo di San Pellegrino
  • Passo di San Pellegrino
  • Sella-Joch
  • Sella-Joch
  • Sella-Joch
  • Sella-Joch
  • Sella-Joch
  • Sella-Joch
  • Grödner Joch
  • Grödner Joch
  • Grödner Joch
  • Grödner Joch
  • Grödner Joch
  • Grödner Joch

5. Tag "Arabba -> Pfunds" 312 Kilometer
Arabba-> Passo Pordoi -> Canazei -> Pozza di Fassa -> Krarerpass -> Welschnofen -> Bozen -> Auna di Sotto -> Klobenstein -> Sarnthein -> Penser Joch ->Jaufenpass -> Meran -> Foresta -> Naturns -> Schluderns -> Mals -> Graun im Vinschgau -> Reschenpass -> Nauders -> Finstermünzpass -> Pfunds

Der heutige Tag versprach nicht so spektakulär zu werden wie der Gestrige, stand uns die Überfahrt nach Österreich bevor. In der Streckenführung waren zwar auch 6 Pässe integriert, aber leider auch zwei Ortsdurchfahrten, sowie etliche Kilometer Bundesstraße.
Zunächst ging es über den Passo Pordoi nach Canazei. Auf der SS48 kamen wir zügig voran und erreichten schnell Pozza di Fassa. Hier verließen wir die Bundesstraße und bogen ab zum Krarerpass. Nun begann das Unheil: Die Italiener sind echt riesige Straßenbauer. Weil Ihnen das Teeren anscheinend soviel Spaß macht, machen sie direkt beide Fahrbahnhälften auf einmal. Ratlos schauten wir uns an, wurden aber dann durch ein lautes "Avanti" zum Weiterfahren aufgefordert. Das Ergebnis dieser Fahrt lässt das beigefügte Foto nicht annähernd erahnen. Vom Krarerpass nahm ich mir jedenfalls soviel an Andenken mit, dass ich zuhause die Löcher in der Einfahrt stopfen konnte. Restlos bedient fuhren wir in Richtung Bozen weiter.

Hier stellte sich heraus, dass heute nicht unser Tag sein sollte, die Italiener waren auch noch riesige Straßenbeschilderer. Hatte ich mich doch sehr penibel auf Bozen vorbereitet, jede Abbiegung, jeder Straßenname wurde aufgeschrieben um die Gruppe hier durch zuleiten. Aber es stellte sich heraus, dass rein garnichts beschildert war, dafür ein Kreisverkehr nach dem anderen. Instinktiv bog ich ab und mit Hilfe des Laptops gelang es uns, wieder die geplante Route einzunehmen. Immerhin, unser Umweg führte uns über eine serpentinenreiche Strecke, inmitten von wunderschönen Weinbergen.
Durch das Sarnthal hindurch erreichten wir das Penser Joch. Bei dieser tollen Landschaft und kurvigen Straßen besserte sich unsere Laune im Nu. Auf der Passhöhe von 2215 m hatten wir einen phantastischen Ausblick, hier war wirklich ein schönes Fleckchen Erde. Weiter ging es zum Jaufenpass, den wir bisher nur im Schnee kannten.

In diesem Jahr herrschte hier aber bestes Wetter und wir fuhren flüssig hinauf. Bei der Abfahrt ist Vorsicht geboten, teilweise ist die Straße sehr eng und unübersichtlich. Nach dem Drama in Bozen wurde Meran perfekt gemeistert. Okay, eine Straße war eigentlich nur für Anlieger freigegeben, aber wir miemten die Unschuldigen und fuhren gemütlich hindurch. Wir bogen ab auf die SS38, die leider sehr stark befahren war. Aber es gab nun mal nur die eine Bundesstraße in Richtung Österreich. Über Naturns, Schlanders, Schluderns und Mals kamen wir nach Graun im Vinschgau, direkt am Reschensee gelegen.
Hier machten wir kurz Halt, um das klassische Foto vom versunkenen Kirchturm zu schießen. Als nächstes befuhren wir den Reschenpass und den Finstermünzpass, beides keine wirklichen Pass-Straßen, eher gut ausgebaute Bundesstraßen. Hier, etwa 15 km vor unserem Ziel, mussten wir endlich dran glauben und erlebten einen kurzen, aber heftigen Schauer. Um 17.30 Uhr erreichten wir den Gasthof Traube in Pfunds..

  • Passo Pordoi
  • Passo Pordoi
  • Karerpass
  • Karerpass
  • Karerpass
  • Terlano / Bozen
  • Terlano / Bozen
  • Sarnthal
  • Sarnthal
  • Penser Joch
  • Penser Joch
  • Penser Joch
  • Penser Joch
  • Penser Joch
  • Jaufenpass
  • Jaufenpass
  • Reschensee / Graun im Vinschgau

6. Tag "Schweizer Bergwelt" 275 Kilometer
Pfunds -> Finstermünzpass -> Nauders -> Reschenpass -> Graun im Vinschgau -> Rifair -> Taufers -> Müstair -> Ofenpass -> Zernez -> Susch -> Flüelapass -> Davos -> Schmitten -> Albulapass -> La Punt Chamues -> Zernez -> Susch -> Scuol -> Martina -> Norberthöhe -> Nauders -> Finstermünzpass -> Pfunds

Heute konnte das Gepäck im Hotel gelassen werden, denn Pfunds war Start- und Zielort unserer heutigen Etappe. Ich war wirklich sehr gespannt, denn über die Schweiz hört man ja viel Gutes. So machten wir uns bei bestem Wetter zeitig auf, um die Schweizer Bergwelt zu erklimmen.
Los ging es über den Finstermünzpass und den Reschenpass, bevor wir bei Mals rechts in Richtung Schweiz abbogen. Direkt hinter der Grenze kamen wir nach Müstair, von dort ging es über die B 28 zum Ofenpass. Der Ofenpass war mit seiner Höhe von 2149 Meter recht langweilig. Die Strecke besteht aus langezogenen Kurven und der Belag war nicht sonderlich gut. Wir machten dann mit den Orten Zernez und Susch Bekanntschaft und erreichten so den Flüelapass, dessen höchster Punkt mit 2383 m ausgeschildert war.

Der Fahrspaß in den unzähligen Kurven und Kehren wurde jedoch von der schlechten Fahrbahndecke beeinträchtigt. Optisch kam es eher einer Mondlandschaft gleich, kleinere Bergseen frischten das Bild etwas auf. Durch das beschauliche und überrraschend ruhige Davos hindurch erreichten wir die B 417. Hinter Alvaneu verließen wir diese, und gelangten über Filisur und Bergün zum Albulapass (2312 m). Die reizvoll angelegte Trasse der Albula-Eisenbahn ist ein Meisterwerk der Schweizer Verkehrsbauer. In zwei Schleifen überwindet sie einen Höhenunterschied von über 100 Meter, ein wirklich einmaliges Schauspiel. Apropos Einmalig: Einmalig schlecht auch der Zustand des Albulapasses, die Straße glich einer stark ausgeprägten Buckelpiste. Nach einer kurzen Rast am bekannten Hospiz machten wir uns auf den Rückweg.

Bei La Punt-Chamues fuhren wir links auf die B 27, welche wir auch vorerst nicht verließen. Der Rückweg war, bedingt durch die 80 km/h Begrenzung der Schweizer, sehr monoton und zog sich lange hin. Bevor wir bei Martina rechts zur Norberthöhe abbogen, kamen wir durch Ortschaften wie z.B. Brail, Zernez, Susch, Ardez und Scuol. Kurz vor der Norberthöhe (1461 m) verließen wir den Kanton Graubünden und reisten wieder nach Österreich ein. Die Norberthöhe ist eine kleine aber feine Straße, mit flüssig zu fahrenden Kehren. Nur wenige Minuten später erreichten wir den Gasthof Traube in Pfunds. Am Ende des Tages waren wir uns einig: Die Schweiz wurde ihren Vorschusslorbeeren nicht gerecht, egal ob Pass- oder normale Landstraße, die Qualität der Fahrbahn ließ viele Wünsche offen, Fahrspaß kam nur selten auf. In den nächsten Jahren gebe ich der Schweiz nochmal eine Chance, vielleicht waren wir ja nur zur falschen Zeit am falschen Ort ....

  • Finstermünzpass
  • Finstermünzpass
  • Finstermünzpass
  • Müstair
  • Müstair
  • Müstair
  • Ofenpass
  • Ofenpass
  • Ofenpass
  • Ofenpass
  • Flüelapass
  • Flüelapass
  • Flüelapass
  • Flüelapass
  • Flüelapass
  • Flüelapass
  • Flüelapass
  • Flüelapass
  • Albulapass
  • Albulapass
  • Albulapass
  • Albulapass
  • Albulapass
  • Albulapass
  • Albulapass

7. Tag "Kaunertal & Überraschende Heimfahrt" 889 Kilometer
Pfunds -> Prutz -> Kaunertaler Gletscherstraße -> Prutz -> Arlbergtunnel -> Bludenz -> Lindau -> Ulm -> Stuttgart -> Karlsruhe -> Heidelberg -> Darmstadt -> Wiesbaden -> Neuwied -> Bonn-Siegburg -> Köln -> Leverkusen -> Hilden -> Breitscheid -> Essen-Haarzopf -> Essen-Dellwig

Am Morgen des siebten Tages schien zunächst alles nach Plan zu verlaufen. Nach einem umfangreichen Frühstück verabschiedeten wir uns von der Familie Fuchs im Gasthof Traube und machten uns auf zur Kaunertaler Gletscherstraße, nur wenige Kilometer von Pfunds entfernt. In Prutz bogen wir rechts in Richtung Kaunertal ab, an der Kasse war dann erstmal 9 Euro Maut fällig. Nun beginnt die kurvenreiche Auffahrt zum Gepatsch-Stausee, wobei stets erhöhte Vorsicht angesagt war. Ganz ungeniert standen uns hier einige Kühe Spalier und beobachteten unsere Weiterfahrt. Zäune waren Fehlanzeige, dafür war die Strecke mit Hinterlassenschaften der Kühe übersät. Das Sträßchen entlang des Stausees war recht eng, auf Gegenverkehr sollte daher stets geachtet werden.

Nun ging es ans Eingemachte: In mehreren Kurvenkombinationen erklimmt die Fahrbahn die Weißseespitze. Hier gibt es zwei Arten von Kehren, enge und sehr enge. In den letzten Serpentinen werden dabei etliche Höhenmeter gemeistert. An der Weißseespitze, bei 2750 Metern, bot sich ein imposantes Bild. Während wir im T-Shirt umher liefen, wurde in Sichtweite Ski gefahren. Genüsslich standen wir auf dem großen Parkplatz und beobachteten das bunte Treiben auf der Piste. Auf der Rückfahrt sollte man die grandiose Landschaft nicht außer Acht lassen, ein Blick lohnt sich hier immer. Bei der Mautstelle in Feichten machten wir nochmal eine kurze Pause. Es war mittlerweile 13 Uhr und als nächstes wartete eigentlich die Silvretta-Hochalpenstraße auf uns. Aber im Leben kommt es ja oft anders als man denkt ...

Wegen einer privaten Angelegenheit eines Tourmitgliedes entschieden wir uns, gemeinsam die Heimfahrt anzutreten. An dieser Stelle möchte ich mich nochmal beim Gasthof Sonnenkopf am Faschinajoch bedanken. Nach einem kurzen Telefonat wurden unsere bereits gebuchten Zimmer kostenlos storniert.
Über Landeck und Pians erreichten wir den Arlbergtunnel. Zusätzlich zum "Pickerl" wechselten hier stolze 8,50 Euro den Besitzer. Juchuu, wir durften Geld bezahlen, damit wir mit 60 km/h durch einen warmen, stinkenden Tunnel fahren durften! Bei Bludenz ging die sogenannte Schnellstraße endlich in eine Autobahn über. Bei Lindau am Bodensee ging es über die Grenze und wir hatten Hoffnung nun zügiger voran zu kommen.

Aber weit gefehlt, stand doch das lange Pfingstwochenende vor der Tür. Da die Heimfahrt nicht wirklich prickelnd war, hier der Weg in aller Kürze: Weiter ging es auf der A 96 bis Memmingen, dann auf die A 7 bis Ulm-Elchingen, um dort auf die A 8 bis Karlsruhe abzubiegen. Nun fuhren wir die A 5 entlang, die am Darmstädter Kreuz in die A 67 übergeht. Am Mönchhofer Dreieck stießen wir auf die A 3, die wir erst am Breitscheider Kreuz wieder verließen. Nun noch ein paar Kilometer und wir erreichten glücklich, aber erschöpft unser Ziel. Zahlreiche Baustellen und Staus verhinderten heute ein schnelleres Vorankommen, sodass wir erst um 23.00 Uhr zuhause waren. Trotz des überraschenden Endes hat uns diese Woche viel Spaß gemacht und wir sehnen uns schon dem nächsten Jahr entgegen...

  • Kaunertaler Gletscherstraße
  • Kaunertaler Gletscherstraße
  • Kaunertaler Gletscherstraße
  • Kaunertaler Gletscherstraße
  • Kaunertaler Gletscherstraße
  • Kaunertaler Gletscherstraße
  • Kaunertaler Gletscherstraße
  • Kaunertaler Gletscherstraße
  • Kaunertaler Gletscherstraße
  • Kaunertaler Gletscherstraße
  • Kaunertaler Gletscherstraße
  • Kaunertaler Gletscherstraße
  • Kaunertaler Gletscherstraße
  • Kaunertaler Gletscherstraße
  • Kaunertaler Gletscherstraße
  • Kaunertaler Gletscherstraße
  • Kaunertaler Gletscherstraße
  • Kaunertaler Gletscherstraße
  • Prutz
  • Prutz
  • Rasthof Aichen