2010 - Tirol

Dauer der Tour: 8 Tage
Gesamtstrecke: 3227 km
gefahrene Kilometer mit dem Auto: 1506
gefahrene Kilometer mit dem Motorrad: 1671

Den Tourbericht 2010 möchte ich einmal auf andere Art und Weise beginnen. Frank und Ich möchten uns an dieser Stelle recht
herzlich für die tolle Gastfreundschaft bei der Familie Thöni aus Pfunds bedanken.

Das Apartment Collina, welches wir in diesem Jahr als unsere Ferienwohnung auserkoren hatten, ließ wirklich keine Wünsche offen.
Herzlichen Dank für alles, wir kommen wieder !

1. Tag "Anreise mit dem Auto" 750 Kilometer
Essen -> Wuppertal -> Köln -> Limburg -> Wiesbaden -> Darmstadt -> Mannheim -> Heilbronn -> Stuttgart -> Ulm -> Kempten -> Fernpass -> Imst -> Landeck -> Pfunds

Endlich Urlaub - und das ist auch gut so !
Die letzten Wochen waren sehr stressig: die viele Arbeit; der Auszug unseres Sohnes; Renovierungsarbeiten zuhause … es kam schon recht viel zusammen. Einen Tag vor der Abreise musste ich mir dann kurzerhand noch ein neues Scala-Rider Headset besorgen, dazu die überaus düsteren Wetteraussichten - Nein ! Eigentlich wollte ich gar nicht mehr fahren !

Ganz routiniert "verpackten" wir am Freitag Nachmittag unsere Motorräder.
Jeder Handgriff saß, schließlich machten wir das nicht zum ersten Mal. ( "Welches Bike kommt nochmal zuerst auf den Hänger ?" "Wo haben wir die FJR denn hinten verzurrt ?" )
Samstag um kurz nach Fünf ging es dann los. Wir kamen gut voran und über die A 46, A 3, A 67, A 6, A 81 und die A 8 erreichten wir zügig das Autobahnkreuz Ulm-Elchingen. Nun mussten wir noch ein paar Kilometer über die A 7 ins Allgäu fahren, aber die Autobahn wurde zunehmend voller und an der Grenze wurde schon Stau vorhergesagt. In Oy-Mittelberg verließen wir die Autobahn und begaben uns zum Fernpass. Kurz vor Reutte ging dann garnichts mehr, eine riesige Blechlawine quälte sich den Fernpass hinab Richtung Österreich. Mitunter kamen wir in 50 Minuten lächerliche 10 Kilometer voran. Meine Laune war auf dem Tiefpunkt, aber irgendwie überraschte mich dass nach den letzten Tagen auch nicht mehr !

Die Stimmung änderte sich schlagartig als wir um 16.15 Uhr ( nach über 11 Stunden Fahrt ) unsere Ferienwohnung aufschlossen. Nun erstmal ein kühles Bit und der Urlaub konnte beginnen !

  • Appart Collina in Pfunds
  • Appart Collina in Pfunds
  • Appart Collina in Pfunds
  • Appart Collina in Pfunds
  • Appart Collina in Pfunds
  • Appart Collina in Pfunds
  • Appart Collina in Pfunds
  • Appart Collina in Pfunds
  • Appart Collina in Pfunds
  • Appart Collina in Pfunds

2. Tag "Silvretta" 341 Kilometer
Pfunds -> Pians -> St. Anton am Arlberg -> Arlbergpass -> Flexenpass -> Warth -> Hochtannbergpass -> Damüls -> Faschinajoch -> Ludesch -> Furkajoch -> Rankweil -> Bludenz -> Silvretta-Hochalpenstrasse -> Bieler Höhe -> Ischgl -> Zams -> Pfunds

Sämtliche Online-Wetterdienste prognostizierten bis Mittwoch Regenfälle und Kälte - aber unverhofft kommt oft !
Zu unserer Überraschung war nach dem Aufstehen nichts davon zu sehen, die Betonung liegt auf SEHEN denn es war schweinekalt. Aber es waren nur ein paar Wolken am Himmel und die Straße war trocken, nichts brachte uns davon ab zum ersten Mal die Motoren zu starten.
Zum Einschwingen entschieden wir uns für die sogenannte Silvretta-Runde, deren Höhepunkt natürlich die 26 Kilometer lange Silvretta-Hochalpenstraße mit der Bieler Höhe war. Zunächst folgten aber erst ein paar "kleinere", sehr flüssig zu fahrende Pass-Straßen - die erste davon war der knapp 1800 Meter hohe Arlbergpass.
Ich muss zugeben, es dauerte nicht lange bis ich meine Heizgriffe ihre Arbeit machen ließ. Auf der Passhöhe waren es gefühlte 0 Grad und wir suchten schnell wieder das Weite. Durch die einzigartige Flexengalerie und den schwungvollen Hochtannbergpass ging es nach Damüls. Bevor wir in Rankweil ein paar Kilometer über die Autobahn überbrückten drehten wir noch eine Schleife auf dem Faschinajoch und dem anschließenden Furkajoch - Straßen die einfach Spaß machen !

Am Furkajoch wurde unser Fahrspaß aber für etwa 30 Minuten unterbrochen. Die Auffahrt war gesperrt, weil ein ortsansässiger Automobilclub hier den Schnellsten der Schnellen ausfahren wollte – sprich: ein Autorennen. Im Kampf gegen die Uhr fuhren die unterschiedlichsten Sportwagen ( Lotus, Porsche, BMW, Ferrari ) oder die, die sich dafür halten ( Golf I, Fiat Uno, Seat Altea, Ford Focus ) der Passhöhe entgegen – ein irres Schauspiel !
An der Silvretta-Hochalpenstraße waren erst mal 10,50 Euro Maut fällig, dafür findet der Biker aber perfekte Straßenverhältnisse vor. Die Auffahrt von Partenen hinauf bis zur Bieler Höhe besteht aus 32 Kehren, leider ist die gesamte Strecke auf 60 km/h begrenzt - so hat wenigstens das Auge Zeit die tolle Landschaft zu genießen.

Auf der Passhöhe angekommen, lädt der 1,31 qkm große Silvretta-Stausee zu einem Rundgang oder zu einer Bootstour ein. In Motorradbekleidung ist dies etwas beschwerlich, deswegen zog es uns nach ein paar Minuten wieder zurück auf die Straße. Die nächste Station war Ischgl - im Sommer ist der Ort total ausgestorben und man kann sich kaum vorstellen dass hier im Winter der Bär steppt. Über Landeck und Prutz erreichten wir dann schnell wieder Pfunds, wo wir bei einem guten Essen im Gasthof Traube und einigen Bierchen unser Glück kaum fassen konnten. Die ersten 340 Kilometer waren "im Sack" - wer hätte das gestern gedacht ???

  • Pfunds
  • Arlbergpass
  • Arlbergpass
  • Arlbergpass
  • Arlbergpass
  • Flexenpass
  • Flexenpass
  • Faschinajoch
  • Faschinajoch
  • Furkajoch
  • Furkajoch
  • Furkajoch
  • Furkajoch
  • Furkajoch
  • Furkajoch
  • Furkajoch
  • Silvretta Hochalpenstraße
  • Silvretta Hochalpenstraße
  • Silvretta Hochalpenstraße
  • Silvretta Hochalpenstraße
  • Silvretta Hochalpenstraße
  • Silvretta Hochalpenstraße - Vermuntstausee
  • Silvretta Hochalpenstraße - Vermuntstausee
  • Silvretta Hochalpenstraße
  • Silvretta Hochalpenstraße
  • Silvretta Hochalpenstraße
  • Silvretta Hochalpenstraße
  • Silvretta Hochalpenstraße
  • Silvretta Hochalpenstraße - Bielerhöhe
  • Silvretta Hochalpenstraße - Bielerhöhe
  • Silvretta Hochalpenstraße - Bielerhöhe
  • Silvretta Hochalpenstraße - Bielerhöhe
  • Silvretta Hochalpenstraße - Bielerhöhe
  • Silvretta Hochalpenstraße - Bielerhöhe
  • Silvretta Hochalpenstraße

3. Tag "Oetz" 114 Kilometer
Pfunds -> Prutz -> Piller Höhe -> Wenns -> Arzl -> Roppen -> Sautens -> Oetz -> Imst -> Landecker Tunnel -> Prutz -> Pfunds

Heute war erst mal ausschlafen angesagt !
Als um 8.00 Uhr der Wecker ging schüttete es draußen wie aus einem Guss, also – Wecker aus und nochmal umdrehen. Die Schneefallgrenze war auf 1400 Meter gesunken – wo es gestern noch grün war, lag nun Schnee.

Wir fuhren mit dem Wagen nach Imst und erledigten erst mal „umfangreiche“ Einkäufe. Im Laufe des Tages wurde es dann zunehmend trockener und nach langem Überlegen entschlossen wir uns gegen Mittag die Triebwerke zu starten. Kurzerhand verabredeten wir uns mit Freund Olaf, der am gestrigen Sonntag den Ötztaler Radmarathon gefahren ist und noch in Oetz weilt. Die Route führte uns durchs Kaunertal und die Piller Höhe direkt nach Oetz. Während der Fahrt zog es sich aber wieder zu und ich zweifelte an der Richtigkeit des heutigen Motorradfahrens. Olaf und Steffi warteten schon im Cafè auf uns und bei Kaffee und Kuchen ließen wir es uns gut gehen. Es kam was kommen musste – es fing leicht an zu regnen.

Schnell machten wir uns auf den Heimweg, für den wir die schnelle Route über die Autobahn wählten. Insgesamt blieben wir fast trocken und blickten so auf einen den Umständen entsprechend gelungenen Tag zurück.

  • Pfunds
  • Pfunds
  • Appart Collina in Pfunds
  • Kauns
  • Kauns
  • Piller Höhe
  • Piller Höhe
  • Piller Höhe
  • Piller Höhe
  • Piller Höhe

4. Tag "Ofenpass" 153 Kilometer
Pfunds -> Finstermünzpass -> Nauders -> Reschenpass -> Müstair -> Ofenpass -> Zernez -> Susch -> Scuol -> Crusch -> Martina -> Norberthöhe -> Nauders -> Finstermünzpass -> Pfunds

Nun kam es aber dicke ! Es regnete die ganze Nacht unaufhörlich durch und wir konnten entspannt Ausschlafen. An Motorradfahren war heute wirklich nicht zu denken – Alternativen waren gefragt.

Wir entschlossen uns zum zollfreien Einkaufen und fuhren mit dem Auto ins 20 Kilometer entfernte Samnaun. Aufgrund seiner geographischen Lage führte bis 1905 die einzige Zufahrtstrasse nach Samnaun über österreichischen Boden und so wurde das kleine Schweizer Dorf Zollausschussgebiet. Offiziell bezahlt man hier mit Schweizer Franken, aber es kann problemlos auch mit dem Euro nach Herzenslust eingekauft werden. Die Fahrt hinauf ( das Dorf liegt auf 1850 Meter Höhe ) war ein einmaliges Erlebnis. Der Nebel nahm zu und es wurde immer frischer, es dauerte nicht lange und wir fuhren durch Schneematsch. Kaum war der Wagen abgestellt donnerte ich Frank erst mal einen Schneeball an den Schädel, manche werden halt nie erwachsen ...

Wir schlenderten einige Zeit durch den Ort und drückten uns die Nasen an den Schaufenstern platt, nach 2 Stunden begaben wir uns wieder auf die Abfahrt nach Pfunds. Dort angekommen wurden wir von trockenen Strassen und Sonnenschein überrascht – geht da heute doch noch was ? Irgendwie trauten wir den Braten nicht und eigentlich wollten wir uns gerade das erste Zipfer Märzen in den Kopf jagen ! Doch STOP, Kommando zurück – wir sind ja zum Biken hier !

Schnell wurde eine neue Runde kreiiert und wir fuhren eine wunderschöne 155 Kilometer lange Tour durch die Schweiz. Erste Station war der richtig klasse zu fahrende Ofenpass, auf dem auch noch recht wenig Verkehr herrschte. Über Zernez, Susch und die kleine, aber feine Norberthöhe ging es dann zurück nach Pfunds. Dass wir heute noch Asphalt unter die Reifen bekommen, daran hätten wir am Morgen echt nicht gedacht. Laut Wetterdienst war die Regenphase überwunden, ab morgen sollte es dann "ins Volle" gehen.

  • Samnaun
  • Samnaun
  • Samnaun
  • Samnaun
  • Samnaun
  • Samnaun
  • Samnaun
  • Samnaun
  • Samnaun
  • Samnaun
  • Samnaun
  • Reschenpass
  • Reschenpass
  • Reschensee / Graun im Vinschgau
  • Reschensee / Graun im Vinschgau
  • Reschensee / Graun im Vinschgau
  • Reschenpass
  • Reschenpass
  • Reschenpass
  • Reschensee / Graun im Vinschgau
  • Ofenpass
  • Ofenpass
  • Ofenpass
  • Ofenpass
  • Ofenpass
  • Ofenpass
  • Ofenpass
  • Ofenpass
  • Ofenpass
  • Ofenpass
  • Scuol
  • Scuol
  • Scuol
  • Scuol
  • Scuol
  • Nauders
  • Nauders
  • Nauders
  • Finstermünzpass
  • Finstermünzpass

5. Tag "Stilfser Joch" 360 Kilometer
Pfunds -> Finstermünzpass -> Nauders -> Reschenpass -> Prato allo Stelvio -> Stilfser Joch -> Foscagnopass -> Formarinjoch -> Forcolo di Livigno -> Poschiavo -> Tirano -> Apricapass -> Edolo -> Gaviapass -> Bormio -> Stilfser Joch -> Umbrailpass -> Müstair -> Reschenpass -> Nauders -> Finstermünzpass -> Pfunds

Um es vorweg zu nehmen ... die Wetterfrösche hatten ausnahmsweise mal recht - in den nächsten Tagen sahen wir keinen Tropfen Regen. Ab heute wurden mächtig Kilometer gefressen, den Beginn machte eine Tour mit dem Namen "Stilfser Joch". Zeitig um halb zehn machten wir uns auf den Weg zum Reschenpass. Schnell kamen wir zur ersten Herausforderung des Tages: das Stilfser Joch, auch König der Pässe genannt. Für mich war der Passo dello Stelvio absolutes Neuland und ich war sehr gespannt was mich dort erwartete.
Die Auffahrt besteht aus 48 Spitzkehren, die Fahrbahn ist eng, der Belag grottenschlecht, dazu noch etliche Radfahrer die durch die Kehren eiern - kurz um: Fahrspaß ist was anderes ! Zugegeben, wir als Flachlandtiroler brauchten 2 bis 3 Kehren um uns auf die Verhältnisse einzustellen, danach ging es uns aber gut von der Hand und wir erreichten schnell die Passhöhe auf 2760 Meter.

Der Ausblick von hier oben ist schon absolut imposant, Kehre für Kehre schlängelt sich die Straße am Hang entlang. Da hier oben Volksfeststimmung - inklusive Bratwurst und Hamburger - herrschte, machten wir uns schnell wieder vom Acker. Die Abfahrt nach Bormio beinhaltet einen größeren Spaßfaktor, zwar findet man auch hier 36 Kehren vor, allerdings ist Fahrbahn breiter und auch der Belag deutlich besser. Die nächsten Stationen waren der Foscagnopass und der Forcola di Livigno - beide Straßen stellen den erfahrenen Biker vor keiner großen Herausforderung.
Nun folgten etliche Kilometer über schweizerische und italienische Bundesstraßen, allerdings war dieses nicht so langweilig wie es sich anhört. Tja, und dann lag der Gaviapass vor uns ... Leider hatten wir kein Wörterbuch im Gepäck, so dass wir nicht lesen konnten was auf einem Schild an der Auffahrt zum Gavia stand. Wir quälten uns zur Passhöhe hinauf, denn für den Gavia gelten die gleichen Attribute wie für das Stilfser Joch: eng, schmal, unübersichtlich und ein unterirdischer Fahrbahnbelag. Oben angekommen lief uns doch noch ein Wörterbuch über den Weg, und zwar in Form eines deutschen Autofahrers. Die Abfahrt nach Bormio war wegen Bauarbeiten bis voraussichtlich 17.30 Uhr gesperrt. Na klasse, es war gerade mal 16 Uhr durch und die heutige Tour war eh' schon auf ein spätes Heimkommen ausgerichtet.
Zu allem Überfluss befanden sich in unserem Kühlschrank auch nur sehr wenige Dosen Zipfer Märzen - denn eigentlich wollten wir abends noch rasch einkaufen. Wir fuhren bis zur Straßensperre vor und machten es uns bequem - zusammen mit vielen anderen Bikern verfolgten wir allergrößte italienische Straßenbaukunst. Eine Fahrspur war bereits fertig geteert und man werkelte fleißig an der zweiten Spur herum. Warum hier der Verkehr nicht einspurig fließen konnte - das verstanden sicherlich nur eingefleischte Italien-Fanantiker. Ich zähle mich nicht dazu und deswegen schüttelte ich mehrmals unverständlich den Kopf. Die Uhr zeigte genau, aber ganz genau 17.30 Uhr und siehe da - wir konnten einspurig weiterfahren !!! Eine unglaubliche Aktion, denn genau das hätte man auch schon vor 90 Minuten machen können. Irgendwie bauen die so Straßen wie sie Fußball spielen ...

Aber wir haben ja Urlaub und es gibt noch offene Tankstellen - nein, Benzin hatten wir noch genug, ihr wisst schon was ich meine ! Auch der abschließende Umbrailpass war neu für uns ! Dieser besteht eigentlich nur aus einer Rampe, die direkt auf dem Stilfser Joch mündet. Im Gegensatz zum Stilfser herrschte hier kaum Verkehr - allerdings war es schon spät und die ganzen Radfahrer bekamen schon frisches Blut. Der Umbrail ist sehr schön zu fahren und auch die 2 Kilometer lange Schotterstrecke zwischendurch bereit keine Probleme.


Über Müstair, dem Reschenpass und Nauders fuhren wir nach Pfunds zurück. Kurz vor 20 Uhr schalteten wir die Motoren ab und blickten auf einen tollen, imposanten Tag zurück. Das Stilfser Joch war bezwungen und es sollte auch in keiner Sammlung fehlen - allerdings ist dieser Pass jetzt für mich jetzt at acta gelegt !

  • Finstermünzpass
  • Stilfser Joch
  • Stilfser Joch
  • Stilfser Joch
  • Stilfser Joch
  • Stilfser Joch
  • Stilfser Joch
  • Stilfser Joch
  • Stilfser Joch
  • Stilfser Joch
  • Stilfser Joch
  • Stilfser Joch
  • Stilfser Joch
  • Passo di Foscagno
  • Passo di Foscagno
  • Forcola di Livigno
  • Forcola di Livigno
  • Forcola di Livigno
  • Forcola di Livigno
  • Forcola di Livigno
  • Forcola di Livigno
  • Passo dell'Aprica
  • Passo di Gavia
  • Passo di Gavia
  • Passo di Gavia
  • Passo di Gavia
  • Passo di Gavia
  • Passo di Gavia
  • Passo di Gavia
  • Passo di Gavia
  • Passo di Gavia
  • Umbrailpass
  • Umbrailpass
  • Umbrailpass
  • Umbrailpass

6. Tag "Schweiz" 375 Kilometer
Pfunds -> Finstermünzpass -> Reschenpass -> Müstair -> Ofenpass -> Susch -> Flüelapass -> Davos -> Julierpass -> Silvaplana -> Malojapass -> Silvaplana -> Sankt Moritz -> Pontresina -> Berninapass -> Forcola di Livigno -> Livigno -> Passo del Gallo -> Munt la Schera -> Ofenpass -> Müstair -> Reschenpass -> Norberthöhe -> Pfunds

Für den heutigen Donnerstag hatten wir uns unsere kilometermäßig längste Runde aufgehoben. Die Tour durch die Schweiz war ein echtes Highlight der Motorradwoche 2010.

Wie immer ging es um kurz vor Zehn bei kühlen Temperaturen los. Über den Reschenpass und Müstair ging es zum Ofenpass, den wir wieder in vollen Zügen genossen. "Das Auge fährt ja mit" - diese Aussage passt beim Flüelapass wie die berühmte Faust aufs Auge. Rund um das bekannte Hotel Flüela Hospiz auf 2383 Meter Höhe findet der Biker hier eine atemberaubende Landschaft vor. Die wenig befahren Straßen tun das Übrige und lassen jeden Bikerpuls vibrieren.
Nun mussten einige, aber nicht minder interessante Kilometer über Landstraßen überbrückt werden, bevor wir den Julierpass erreichten. Auf dem Julierpass erlebten wir ein kleines Deja Vù - es wurde überall gebaut. Anders als die italienischen Baukünstler am Dienstag hatten es die Schweizer Fachkräfte echt drauf. Der Verkehr floss einseitig und die Ampelphasen wurden so gering halten, dass es kaum auffiel das die Auffahrt des Julier fast nur aus einer Baustelle bestand.

Es folgte die kurze Abfahrt nach Silvaplana, einem kleinen aber feinen Urlaubsort in der Schweiz. Der imposante Silvaplanersee ist ein Mekka fürs Kite- und Windsurfen, Anfänger sollten den kräftigen Malojawind mit Vorsicht genießen. Apropos Maloja - der ansässige Malojapass besteht quasi nur aus einer Rampe, die Abfahrt Richtung Chiavenna. Die hat es allerdings in sich, wir fuhren diese hinab und auch wieder hinauf und hatten so doppelten Grund zur Freude.
Durch den bekannten Skiort St. Moritz hindurch führte der Weg zum Berninapass, der den Motorradfahrer vor keiner großen Herausforderung stellt. Lediglich an einem Bahnübergang sollte man die Gefahrenschilder ernst nehmen - ansonsten bekommt man unfreiwillig einen Eindruck der alljährlich stattfindenden Vierschanzentournee. Natürlich ließ auch die weltberühmte Berninabahn nicht lange auf sich warten und kreuzte an einem Bahnübergang unseren Weg.

Über den Livignopass, entlang am Ufer des Lago di Livigno ging es nun wieder Richtung Heimat - sprich unsere Ferienwohnung in Pfunds. Kurz vor dem Ofenpass erlebten wir eine kleine Überraschung: ehrlicherweise hatten ich vorher noch nie etwas über den Munt la Schera gehört. Dieser Berg liegt im Schweizer Nationalpark kann nur mit einer Fahrt durch einspurigen Munt-la-Schera Tunnel bezwungen werden. Der Verkehr wird hier durch eine Ampelanlage geregelt ( Wechsel alle 15 Minuten ), für Radfahrer gibt es sogar einen Shuttleservice. Die Benutzung ist gebührenpflichtig, die Maut wird am Südportal ( Lago di Livigno ) entrichtet.

Auf den abschließenden 75 Kilometern hatte ich genügend Zeit mich zu ärgern - nicht über die 8 Euro Maut sondern darüber, dass ich so unvorbereitet in die Tour gegangen bin und von diesem mautpflichtigen Tunnel noch nichts gehört oder gelesen habe.
Am Ende des Tages blickten wir jedoch auf einen perfekten Tag zurück, eines war uns jetzt schon klar: Noch ist nicht aller Tage - wir kommen wieder, keine Frage !

  • Ofenpass
  • Ofenpass
  • Ofenpass
  • Flüelapass
  • Flüelapass
  • Flüelapass
  • Flüelapass
  • Flüelapass
  • Flüelapass
  • Tiefencastel
  • Tiefencastel
  • Tiefencastel
  • Julierpass
  • Julierpass
  • Julierpass
  • Malojapass
  • Malojapass
  • Malojapass
  • Malojapass
  • Silverplanersee
  • Silverplanersee
  • Berninapass
  • Berninapass
  • Berninapass
  • Berninapass
  • Berninapass
  • Berninapass
  • Livigno
  • Livigno
  • Lago di Livigno
  • Lago di Livigno
  • Lago di Livigno
  • Lago di Livigno
  • Ofenpass
  • Reschensee / Graun im Vinschgau

7. Tag "Walchensee" 328 Kilometer
Pfunds -> Prutz -> Landecker Tunnel -> Imst -> Holzleitensattel -> Telfs -> Leutaschklamm -> Mittenwald -> Walchensee -> Kochelsee -> Oberau -> Ammersattel -> Planseestraße -> Heiterwang -> Berwanger Sattel -> Namloser Tal -> Kelmer Sattel -> Hahntennjoch -> Imst -> Landecker Tunnel -> Prutz -> Pfunds

Eigentlich erfolgt am letzten Tag unserer Motorradtour immer eine kürzere Tour, damit genug Zeit zum Verpacken bleibt ....
Unsere diesjährige "kürzere" Tour ging über fast 330 Kilometer - allerdings kannten wir die Strecke aus dem Jahr 2007 und hatten deswegen berechtigte Hoffnung wieder sehr pünktlich zurück in Pfunds zu sein.
Nachdem wir in den letzten Tagen in Österreich, Italien und der Schweiz unser Unwesen getrieben haben, sollte natürlich auch Deutschland nicht fehlen. Über Imst und Telfs ging es schnurstracks auf deutschen Boden. Der Weg durch die Leutaschklamm nach Mittenwald ist ein Genuss, wer möchte, kann hier eine ausführliche Wanderung durch die Klamm tätigen. Wir hatten leider das falsche Schuhwerk an und fuhren unverdrossen weiter zum beschaulichen Walchensee.
Über die kurvenreiche Kesselberg-Straße erreichten wir dann den Kochelsee, der heute Wendepunkt unserer Tour darstellte. In der Vergangenheit gab es auf dieser Strecke durch illegale Rennen und überhöhte Geschwindigkeit zahlreiche Todesopfer. Als Konsequenz gilt nun am Wochenende und an Feiertagen eine Sperrung für motorisierte Zweiräder, eine durchgehende Geschwindigkeitsbegrenzung auf 60 km/h sowie ein Überholverbot auf der gesamten Strecke.

Es folgten nun ein paar Kilometer auf der Autobahn, bevor wir über den Ammersattel zu meinem persönlichen Höhepunkt des Tages kamen: die Planseestraße ! Zugegeben - es gibt kurvenreichere Strecken in diesem Gebiet, aber die Planseestraße ist eine gelungene Kombination aus zügig zu fahrenden Kurven, gepaart mit einer nahezu unberührten Natur. Der kaum stattfindende Straßenverkehr trägt zum perfekten Fahrerlebnis bei. Am Plansee lädt ein kleiner Imbiss zum Verweilen ein, denn auf den nächsten Kilometern kann man sich einen störenden knurrenden Magen nicht erlauben.
Es folgten der Reihe nach der Berwanger Sattel, das Namloser Tal und der Kelmer Sattel - sie gehören zu den schönsten Alpenübergängen überhaupt. Die Straßenbauer haben hier ganze Arbeit geleistet: der Belag ist perfekt, die Kurven sind schön und stimmig angelegt - hier harmoniert einfach alles ! Wie in Trance ist hier heftiges Kurvenschwingen angesagt und man wacht eigentlich erst wieder auf, als man auf die Bundesstraße 198 trifft.

Mit dem Hahntennjoch wartete nun die letzte Passtrasse der diesjährigen Tor. Mit seinen 1884 Höhenmetern zählt das Joch sicherlich nicht zu den höchsten Alpenstraßen, aber dennoch ist hier Vorsicht geboten. Besonders bei feuchtem Wetter ist der Pass Muren gefährdet, Muren sind Stein- und Schlammlawinen, welche bei starkem Regen und Gewittern vom Berg abgehen. Aber von Regen war heute keine Spur und so bildete der Hahntennjoch für uns einen perfekten Abschluss unserer Motorradwoche 2010.
Über Imst und Landeck fuhren wir zurück nach Pfunds - bessergesagt - an Pfunds vorbei. Da wir noch genügend Zeit hatten ging es nochmal für ein paar Kilometer in die Schweiz. Die B27 bei Vinadi verläuft unterhalb des Finstermünzpasses und man hat einen tollen Blick hinauf auf diese Bergstraße. Da wir es in den letzten Tagen hier versäumt hatten Aufnahmen zu machen, holten wir dieses nun schnell nach. Um genau 16.39 Uhr verstummten unsere Motoren - die Tour war zuende !

  • Pfunds
  • Telfs
  • Walchensee
  • Walchensee
  • Walchensee
  • Kochelsee
  • Kochelsee
  • Kochelsee
  • Kochelsee
  • Plansee
  • Plansee
  • Plansee
  • Berwang
  • Berwang
  • Namlostal
  • Namlostal
  • Pafflar
  • Pafflar
  • Hahntennjoch
  • Hahntennjoch
  • Hahntennjoch
  • Hahntennjoch
  • Hahntennjoch
  • Finstermünzpass
  • Finstermünzpass
  • Finstermünzpass
  • Finstermünzpass
  • Finstermünzpass
  • Finstermünzpass
  • Pfunds

8. Tag "Abreise mit dem Auto" 756 Kilometer
Pfunds -> Landeck -> Imst -> Fernpass -> Kempten -> Ulm -> Stuttgart -> Heilbronn -> Mannheim -> Darmstadt -> Wiesbaden -> Limburg -> Köln -> Wuppertal -> Essen

Wie immer möchte ich den Bericht der Heimreise mit einem kleinen Fazit verbinden. Damit uns nicht das gleiche Schicksal auf dem Fernpass wie vor einer Woche ereilt, machten wir uns bereits um halb Sechs morgens auf den Weg. "Der frühe Vogel fängt den Wurm" - in unserem Fall bedeutet dies, dass wir ohne Probleme nach 9 Stunden Fahrzeit Essen-Burgaltendorf erreichten.

Insgesamt hatten wir eine tolle Woche, und dieses war aufgrund der Wettervorhersage nicht unbedingt zu erwarten. An den beiden Tagen mit Regen am Vormittag haben wir wirklich das Beste daraus gemacht - die 4 Ganztagestouren waren einfach der Knaller.
Jede Tour für sich hatte es in sich - auch wenn ich nicht jede nochmal so fahren würde. Die Tour "Silvretta". "Walchensee" und "Schweiz" würde ich jederzeit genauso wieder fahren. Die Runde durch die Schweiz macht einfach Lust auf mehr - die fehlenden Schweizer Pässe in meiner Sammlung werde ich hoffentlich bald vervollständigen.

Über unsere Ferienwohnung habe ich eingangs ja schon genug geschwärmt - sie ist einfach empfehlenswert ! In den bevorstehenden Wintermonaten können wir uns nun ausgiebig Gedanken über unsere Jubiläumstour machen, im Jahre 2011 haben wir "Zehnjähriges".

  • Heimfahrt
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