2012 - Tirol & Schweiz

Dauer der Tour: 8 Tage
Gesamtstrecke: 3235 km
gefahrene Kilometer mit dem Auto: 1547
gefahrene Kilometer mit dem Motorrad: 1688

„Im Alter vergeht die Zeit schneller“, so sagt der Volksmund.
Und es stimmt, es kommt mir noch gar nicht solange vor seitdem wir im Juli 2011 Kärnten verlassen haben.

Auch der letzte Motorradurlaub in Pfunds soll schon 2 Jahre her sein ???
Na egal, wir haben es Michaela und Daniel versprochen … wir kommen wieder !!

1. Tag "Anreise mit dem Auto" 756 Kilometer
Essen -> Wuppertal -> Köln -> Limburg -> Wiesbaden -> Darmstadt -> Mannheim -> Heilbronn -> Stuttgart -> Ulm -> Kempten -> Füssen -> Fernpass -> Imst -> Landeck -> Pfunds

Endlich war es wieder soweit ... ein ereignisreiches Jahr lag hinter uns und wir hatten uns unseren Motorradurlaub redlich verdient.
Wie immer machten wir die Bikes am Vorabend reisefertig, routiniert erledigten wir die Aufgabe innerhalb einer Stunde und verzurrten die Zweiräder sicher auf unserem Hänger. Leider bedeutet routiniert auch immer ein bisschen Unaufmerksamkeit ...
Eigentlich waren wir mit allem fertig und der Hänger mitsamt den Motorrädern stand schon in unserer Werkshalle, von wo aus wir Samstag Morgen starten wollten. Plötzlich und unerwartet sah Frank ein Tröpfchen an seinem ein paar Tagen zuvor repariertem Bremszylinder. Voller Panik sprang Frank auf den Hänger und wollte nach dem Rechten sehen. Woran er natürlich nicht gedacht hatte war dass der Anhänger ja bereits abgekuppelt war und er ob der Gewichtsverlagerung einen klassischen Kickstart hinlegte, inklusive der Bikes natürlich. Das Ergebnis dieser Aktion war zum einen ein neues Rücklicht für den Stema und zum anderen die Erkenntnis wie gelenkig Frank doch noch ist !

Zur eigentlichen Anfahrt gibt es verhältnismäßig wenig zu berichten. Bis Stuttgart kamen wir zügig voran doch dann folgte das befürchtete Chaos auf der A 8. Zwischen Stuttgart und Ulm ging nicht wirklich viel und wir quälten uns im Stop-and-Go vorwärts. Auf der A 7 hingegen ging es wieder gut voran und wir konnten die 100 km/h-Zulassung unseres Anhängers voll ausnutzen. Das nächste Nadelöhr in Form von dem stark befahrenen Fernpass zwischen Füssen und Imst lag aber noch vor uns. Und es kam wie es kommen musste ... ein Unfall auf der Gegenfahrbahn und alles ging nur einspurig vonstatten. Fast eine Stunde Zeitverlust machten die Anreise zur Qual.
Das Wichtigste war natürlich, dass wir nach zehneinhalb Stunden Pfunds gesund und munter erreichten. Bei 35 Grad Außentemperatur wurden schnell die Motorräder in die Garage verfrachtet und wir genossen das erste Bier auf der Terrasse des Appart Collina. Die Tour konnte nun richtig beginnen ...

  • Abfahrt
  • Verladung
  • Abfahrt
  • Pause bei Heiterwang
  • Anfahrt
  • Blindsee
  • Fernpass
  • Apart Collina Pfunds
  • Pfunds
  • Pfunds

2. Tag "Oetztaler" 361 Kilometer
Pfunds -> Prutz -> Piller Höhe -> Arzl im Pitztal -> Oetz -> Sölden -> Timmelsjoch -> Jaufenpass -> Sterzing -> Brennerpass -> Matrei am Brenner -> Axams -> Kühtaisattel -> Silzer Sattel -> Landecker Tunnel -> Prutz -> Pfunds

Die Wettervorhersagen aus Deutschland waren nicht sehr positiv, umso überraschter waren wir dass der Sonntagmorgen uns mit reichlich Sonne begrüßte. Zunächst checkten wir mit verschiedenen Anbietern und Apps die aktuelle Wettervorhersage, dieses Ritual sollte uns die ganze Woche begleiten. Ursprünglich wollten wir mit einer Tour im Vorarlberg beginnen, entschieden uns aber kurzfristig die von uns genannte "Ötztaler"-Runde zu fahren. Wir nennen die Runde so in Anlehnung an den alljährlich stattfindenden Ötztaler Radmarathon, dessen Streckenführung identisch mit unser Runde ist.

Erstmal mussten wir aber die Tanks befüllen. Dass die im Ort ansässige Tankstelle für einige Highlights in diesem Jahr sorgte wussten wir freilich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Nachdem wir unsere Maschinen mit der kostbaren Flüssigkeit versorgt hatten, hielt direkt neben uns ein ... sagen wir mal etwas älterer Schweizer mit einem etwas teureren Gefährt aus Stuttgart. Er nutze die Tankstelle lediglich als Zeitungskiosk und legte dann forsch den Rückwärtsgang ein. Dumm nur, dass hinter ihm ein Wagen geparkt war, der nun die volle Breitseite abbekam, sicher keine STERNstunde des Schweizers und die entsprechenden Reparaturen übersteigen wohl deutlich das Urlaubsgeld.
Schnell suchten wir kopfschüttelnd das Weite und begaben uns so in Sicherheit. Die erste Station war die wirklich schön angelegte Strecke zur Piller Höhe. Allerdings gilt dieses nur für die Auffahrt aus Prutz, die Abfahrt ins Pitztal ist dagegen schon recht abenteuerlich und ich bin froh meinem Navi vertrauen zu können. Durchs Oetztal hindurch ging es nach Sölden, Ausgangspunkt für das mautpflichtige Timmelsjoch. 12 Euro für eine einfache Fahrt, oder 14 Euro für Hin- und Rückfahrt werden an der Mautstation - die gleichzeitig auch die Staatgrenze ist - fällig. Dafür war hier heute aber viel weniger los als erwartet, und man konnte die Straße genießen.

Gleiches galt für den sich direkt anschließenden Jaufenpass, beide Pässe fahrerisch und landschaftlich ein Hochgenuss. Nun ging es über den Brennerpass wieder zurück nach Österreich. Der Brennerpass ist eher eine gut ausgebaute Bundesstraße als eine Passstraße, problemlos bogen wir kurz vor Innsbruck ab in Richtung Axams. Kaum war die Auffahrt zum Kühtaisattel in Sichtweite erwischte es uns doch noch. Ein leichter Schauer zog auf und sicherheitsweise entschieden wir uns zum ersten Mal in diesem Jahr unsere Regenverkleidung anzulegen. Zum Glück war es nur ein kurzer Schauer, die nasse Fahrbahn minderte den Fahrspaß jedoch ein bisschen. Da immer dunklere Wolken aufzogen überbrückten wir ab Imst ein paar Kilometer über die Autobahn.
Am Tagesende blickten wir auf schöne 361 Kilometer zurück und ließen den Abend gemütlich ausklingen.

  • Pfunds
  • Piller Höhe
  • Timmelsjoch
  • Timmelsjoch
  • Timmelsjoch
  • Timmelsjoch
  • Timmelsjoch
  • Timmelsjoch
  • Timmelsjoch
  • Timmelsjoch
  • Timmelsjoch
  • Timmelsjoch
  • Timmelsjoch
  • Timmelsjoch
  • Jaufenpass
  • Jaufenpass
  • Gries im Sellrain
  • Kühtaistausee
  • Kühtaisattel
  • Kühtaistausee

3. Tag "Silvretta" 308 Kilometer
Pfunds -> Prutz -> Landeck -> Kappl -> Ischgl -> Silvretta Hochalpenstrasse -> Bieler Höhe -> Bartholomäberg Panoramastrasse -> Bludenz -> Sankt Gerold -> Faschinapass -> Damüls -> Furkajoch -> Damüls -> Schröcken -> Hochtannbergpass -> Warth -> Flexenpass -> Arlbergpass -> Sankt Anton am Arlberg -> Landeck -> Prutz -> Pfunds

Die Wetteraussichten für Tag 3 waren gar nicht mal so schlecht, lediglich am Nachmittag wurden im Vorarlberg einige Schauer erwartet. Kurzerhand kürzten wir die ursprüngliche Route etwas und machten uns zeitig auf den Weg.
Natürlich musste wir vorher unsere Maschinen volltanken und nutzen dazu wieder die ortsansässige Tankstelle in Pfunds. Während ich gerade die letzten Tropfen in die Dicke füllte gab es einen lauten Knall. Ich blickte auf und sah wie gerade eine BMW GS von 3 hektischen Bikern aufgehoben wurde - Spiegel, Blinker, Kupplungshebel ... das volle Programm, nun wurde erstmal fleißig geflickt. Also, falls wir wirklich mal einen Regentag haben, sollten wir uns hier an der Tankstelle mit einer Videokamera postieren, irgendwie ist hier ja immer was los und die „You-Tube-Klicks“ wären sicher auf unserer Seite.
Bis Landeck kamen wir gut voran, dann entschieden wir uns die Bundesstraße zu verlassen. Die Strecke über Perfuchsberg und Tobadill sollte man allerdings nur mit einem Navigationsgerät fahren. Einmal mussten wir trotz Navi umdrehen, aber das tat dem Fahrspaß keinen Abbruch. Über Kappl ging es dann in den bekannten (Après)-Skiort Ischgl, der im Sommer nahezu ausgestorben ist.

Hier lag nun das Unheil deutlich vor uns – in Form einer dichten und dunklen Wolkenwand. Haben wir so gebummelt dass es schon Nachmittag war ? Auf den Wetterdienst war heute also kein Verlass. Was tun ? Umdrehen kam nicht in Frage und so entschieden uns frühzeitig unsere Regenbekleidung überzustülpen. Und das war auch gut so – kaum war die Mautstelle der Silvretta Hochalpenstraße passiert, prasselte es kurz und heftig auf uns herab. Auch auf der Bieler Höhe erwischte es uns, unsere Pause fiel daher nur recht kurz aus. Kurze Zeit später war der Schauer beendet, dunkle Wolken begleiteten uns aber den ganzen Tag. Am Ende der Silvretta folgt ein kleiner Geheimtipp: bei Schruns ging es rechts ab zur Bartholomäberg Panoramastraße. Von dort hat man einen fantastischen Blick auf die Silvretta-Gruppe und ins komplette Montafon-Tal. Bludenz umfuhren wir kurzerhand auf der Autobahn, bevor es dann über Thüringerberg und Sonntag zum schön zu fahrenden Faschinapass ging.

Da wir gut in der Zeit lagen und die Wolken nicht sehr bedrohlich dunkel waren, entschieden wir uns noch zu einem Abstecher zum Furkajoch. Das Furkajoch macht einfach nur Spaß – es ist zwar nicht sehr lang, aber die flüssigen Kurven laden zum sportlichen Fahren ein. Wie es sich gehört machten wir auf der Passhöhe eine kurze Pause – für uns war sie zeitgleich auch der Wendepunkt, denn wir mussten wieder nach Damüls zurück. Und wie schon öfters an diesem Tag ... kaum hatten wir die Helme abgesetzt tröpfelte es auf uns herab - also husch husch zurück ins Tal. Um es vorweg zu nehmen, dass war es auch dann für heute mit den Schauern. Weiter ging es über den Hochtannberg- und den Flexenpass – beide Pässe wunderschön angelegt, kurz und knackig zu fahren. Beim Arlbergpass merkt man lediglich aufgrund der ausgeschilderten Passhöhe dass man sich auf einer Passstraße befindet. So schön wie es landschaftlich ist, kommt der Fahrspaß hier jedoch etwas zu kurz. Über die Bundesstraße führte uns der Weg zurück nach Pfunds – hinter uns lag ein schöner Tag mit vereinzelten Schauern und jeder Menge schöner Kurven.

  • Inntal
  • Inntal
  • Inntal
  • Galtür
  • Silvretta-Hochalpenstraße
  • Bieler Höhe / Silvrettastausee
  • Silvretta-Hochalpenstraße
  • Bartholomäberg
  • Bartholomäberg
  • Faschinajoch
  • Furkajoch
  • Furkajoch
  • Furkajoch
  • Hochtannbergpass
  • Hochtannbergpass
  • Hochtannbergpass
  • Hochtannbergpass
  • Hochtannbergpass
  • Hochtannbergpass
  • Hochtannbergpass
  • Warth
  • Warth
  • Flexenpass
  • Flexenpass
  • Arlbergpass

4. Tag "Schweiz I" 306 Kilometer
Pfunds -> Finstermünzpass -> Norberthöhe -> Martina -> Susch -> Flüelapass -> Davos -> Lenzerheide -> Chur -> Illanz -> Mustér -> Oberalppass -> Andermatt -> Hospental -> St. Gotthardpass -> Airolo -> St. Gotthardpass -> Hospental -> Furkapass -> Hospental

Nachdem ich in den letzten Jahren nur die "Randbezirke" der Schweiz kennenlernen durfte, entschieden wir uns in diesem Jahr erstmalig in der Schweiz zu übernachten. Als Übernachtungspunkt wählten wir das kleine Bergdörfchen Hospental, direkt neben Andermatt. Hospental liegt auf 1500 Meter Höhe und ist von nicht weniger als 7 schönen Alpenpässen umgeben.

Aber alles der Reihe nach ...
Zunächst zierte ein ungewöhnliches Bild meine FJR 1300 ... die Koffer waren nach langer langer Zeit mal wieder im Einsatz. Wir hatten nur das Nötigste an Bord: Jeans, T-Shirt, Unterwäsche, Schuhe und ein Kulturbeutel. Ach ja .. ein paar Fläschen Bit durften nicht fehlen, schließlich sollen in der Schweiz horrende Preise herrschen.
Um kurz nach halb Zehn machten wir uns auf den Weg. Ziel war es gegen 15 Uhr in Hospental einzuchecken, um im Anschluss direkt eine herrliche Runde durch die Schweizer Bergwelt zu fahren. Von Pfunds aus ging es über die mit 10 Kehren gespickte Norberthöhe direkt in die Schweiz. Über Scuol und Susch ging es zum ersten großen Alpenpass heute - dem Flüelapass.
Der fast 2400 Meter hohe Flüela ist fahrerisch und landschaftlich ein Hochgenuss. Ein absolutes "Must have" in der Vita eines Motorradfahrers... und genau darum ging es eigentlich auch, um meine Vita. Hatte ich mir doch vorgenommen, so viele Passtrassen wie möglich unter meine Räder zu nehmen. Frank war mir in Sachen Schweiz einiges in Voraus, aber heute wollte ich ordentlich nachlegen. Deswegen nahm ich auch die stupiden und relativ langweiligen Landstraßenkilometer in Kauf. Und diese waren in diesem Jahr wirklich nicht sehr einfach. Durch die Unwetter der letzten Wochen waren die Straßen in einem desolaten Zustand, etliche Baustellen waren die Folge. Fahrspaß konnte hier nicht aufkommen - im Gegenteil - einspurige Verkehrsregelungen und zeitweilige Straßensperrungen schlugen gehörig aufs Gemüt. Zwischenzeitlich bestand sogar die Gefahr, dass ich von diesen kleinen wuselnden Männern in orangenen Kutten nachts träume...

Aber irgendwann war auch das geschafft und mit dem Oberalppass begann der Einstieg ins Schweizer Zentralmassiv. Der Oberalppass verbindet auf 2044 Meter Höhe die Kantone Graubünden und Uri. Die Matterhorn-Gotthard-Bahn überquert den Pass in einem kurzen Tunnel und ist damit neben der Bernina-Bahn die einzige Bahnstrecke der Schweiz, die auf einer solchen Höhe ohne längeren Tunnel auskommt.
Kurz nach 15 Uhr erreichten wir dann das Hotel Rössli in Hospental. Hier hat man als Gast dann verschiedene Möglichkeiten. Entweder man übernachtet im Hotel, wo es aber nur Zimmer mit Dusche und WC auf der Etage gibt – oder man bezieht das nur 5-Minuten entfernte Chalet Gamsblick, wo uns jeweils eine kleine Ferienwohnung als Einzelzimmer zur Verfügung stand. Auch die Motorräder konnten sicher in einer Garage abgestellt werden – perfekte Voraussetzungen also.
Diese herrschten auch in Hospental als Ausgangspunkt für einzigartige Touren.

Nachdem wir die Zimmer bezogen hatten, ging es ohne Gepäck weiter auf eine einzigartige Runde: Gotthardpass ( 2106 m ), Nufenenpass ( 2478 m ), Grimselpass ( 2164 m ), Furkapass ( 2429 m ) – die Crème de la Crème der Schweizer Alpenpässe. Beim Gotthardpass hat man die Qual der Wahl: Gotthardtunnel, die neue Gotthardstrasse oder die alte Tremola – natürlich entschieden wir uns für die alte, mit Kopfsteinpflaster ausgelegte Tremola. Die Gotthardachse über das Gotthardmassiv oder im Tunnel unter ihm hindurch ist die direkte Verkehrsverbindung durch die Zentralalpen. Während der Tunnel ganzjährig geöffnet ist, wird der traditionelle Übergang von November bis Mai geschlossen. Für Kurvenschleifer kommt auf der kopfsteingepflasterten Tremola natürlich kein Fahrspaß auf. Aber Kurvenkratzen ist nicht alles im Leben, denn landschaftlich ist diese Strecke ein absoluter Hochgenuss. Man ahnt was die Leute früher geleistet haben, als mit Eseln und mächtig viel Gepäck das Massiv zu Fuß überquert wurde. Es ist einfach einzigartig wie die alte Trasse sich durch den Berg schlängelt. Unterwegs trifft man auch die Gotthard-Postkutsche, mit der man historische Fahrten auf der Tremola unternehmen kann.

Bisher lief alles nach Plan, doch das änderte sich in Airolo am Fuße des Gotthards schlagartig. Plötzlich und unerwartet wurden wir von einem „Nufenen closed“-Schild überrascht. Am letzten Wochenende herrschten hier in der Schweiz große Unwetter, den Nufenenpass – mit 2478 Metern der höchste in der Schweiz – hatte es wohl extrem erwischt. Aufgrund nicht abgeschlossener Räumarbeiten war der Nufenen leider noch gesperrt und zwang uns zur Umkehr. Uns blieb nichts anderes übrig als das Gotthardmassiv erneut zu überqueren und nach Hospental zurück zu fahren. Natürlich konnte das nicht das Ende des heutigen Tages sein und so ging es schnurstracks hoch zum Furkapass.
Der Furka verbindet die Schweizer Kantone Uri und Wallis und bringt es auf die beachtliche Höhe von 2429 Metern. Alternativ wird hier auch eine Autoverladung angeboten um den Pass sicher zu überqueren - das wäre auch heute für uns die bessere Wahl gewesen. Eigentlich hatten wir vor den Furkapass zu überqueren und dann auch noch den sich anschließenden Grimselpass mitzunehmen. Leider wurde von Kehre zu Kehre der Nebel immer dichter und wir entschieden uns bei knapp 2100 Metern Höhe dass die Sicherheit im Vordergrund steht.

Wir verzichteten auf eine Weiterfahrt und fuhren zurück ins Chalet Gamsblick nach Hospental. Auf dem riesigen Balkon spülten wir mit einem kalten Bier unseren Frust herunter, wie sehr hatten wir uns genau auf diese erlesene Runde gefreut - aber so ist das nun mal in den Bergen. Schnell stand unser Entschluss fest dass wir in den nächsten Jahren unbedingt hierher zurückkehren müssen.
Zum Abendessen gingen wir ins Dorf zum Hotel Rössli, bei leckerem Weizenbier und traditionellem Schweizer Rösti ließen wir den Abend ausklingen. Preislich gesehen habe ich es mir extremer vorgestellt: 15,80 Euro fürs Essen und 4,80 Euro für ein großes Weizenbier waren eigentlich recht annehmbar.

  • Pfunds
  • Pfunds
  • Flüelapass
  • Flüelapass
  • Flüelapass
  • Flüelapass
  • Flüelapass
  • ohne Worte
  • Oberalppass
  • Oberalppass
  • Oberalppass
  • Oberalppass
  • Oberalppass
  • Oberalppass
  • Oberalppass
  • Andermatt
  • Andermatt
  • Gotthardpass
  • Gotthardpass
  • Gotthardpass ( Tremola )
  • Gotthardpass ( Tremola )
  • Gotthardsee
  • Gotthardsee
  • Gotthardpass
  • Gotthardpass ( Tremola )
  • Gotthardpass ( Tremola )
  • Gotthardpass ( Tremola )
  • Gotthardpass ( Tremola )
  • Gotthardpass ( Tremola )
  • Furkapass
  • Furkapass
  • Furkapass
  • Furkapass
  • Hospental

5. Tag "Schweiz II" 350 Kilometer
Hospental -> Andermatt -> Oberalppass -> Mustér -> Illanz ->Reichenau -> Thusis -> Viamala Schlucht -> Rofflaschlucht -> Splügenpass -> Malojapass -> Sankt Moritz -> Berninapass -> Passo di Livigno -> Passo del Gallo -> Munt la Schera -> Ofenpass -> Tauferspass -> Reschenpass -> Finstermünzpass -> Pfunds

Nach einem schlichten, aber ausgiebigem Frühstück im Hotel Rössli verabschiedeten wir uns von unserer herzlichen Gastgeberin.
Zunächst ging es den gleichen Weg zurück, den wir gestern gekommen sind. Den Oberalppass mit seinem perfekten Fahrbahnbelag kann man allerdings täglich fahren, und das mehrmals. Dann allerdings ging es etliche Kilometer zurück über die Bundesstraße, glücklicherweise kamen wir hier heute besser voran als gestern - von den kleinen orangenen Männlein war wenig zu sehen. Kurz vor der Autobahn bogen wir bei Reichenau rechts ab in Richtung Thusis, ein Stückchen weiter liegt die wunderschöne Viamala-Schlucht, auf deren Parkplatz wir einen kurzen Blick riskieren.
Hier findet der Besucher ein einzigartiges Naturmoment mit bis zu 300 Meter hohen Felswänden. 321 Steinstufen führen hinab in die tiefe Schlucht, das Farbenspiel des Wassers entschädigt für die Strapazen. In Motorradsachen ist dies natürlich zu beschwerlich und wir fuhren weiter zur nächsten Schlucht, der Rofflaschlucht. Auch hier lohnt sich eine Wanderung durch die Felsengalerie, deren Weg an einem wunderschönen Wasserfall endet.

Aber auch das Motorradfahren macht in dieser prächtigen Landschaft Spaß und weiter ging es für uns zum Splügenpass, wo das muntere "Länderhopping" seinen Anfang nahm. Schneller als einem lieb ist befindet man sich wieder auf italienischem Boden. Die Fahrt zum Splügensee macht mächtig Laune, schön zu fahrende Kurven, ein guter Fahrbahnbelag und wenig Verkehr lassen einem die Zeit nicht lang werden. Natürlich ist der obligatorische Halt an der Staumauer Pflicht, bevor es dann über einen mäßigen Straßenbelag weiter ging. Bei Chiavenna bogen wir ab auf die SS37 welche uns - oh Wunder - direkt zurück in die Schweiz brachte.
Der nun folgende Malojapass bestand eigentlich nur aus einer Auffahrt, spektakulär ist diese nicht, dafür aber die Weiterfahrt entlang der Ufer des Silser- und Silvaplanersees.
Sankt Moritz im Sommer ist nur ein Fleck auf der Landkarte, so kamen wir sehr schnell auf den gut ausgebauten Berninapass, der uns immerhin nochmal auf eine Höhe von über 2300 Meter brachte. Wer Glück hat trifft am Wegesrand auf die berühmte Berninabahn, deren Strecke in einzigartiger Weise sich durch den Berg schlängelt. Mit bis zu sieben Prozent Steigung gilt sie als eine der steilsten Adhäsionsbahnen der Welt - seit 2008 ist die Berninabahn sogar UNESCO-Weltkulturerbe.
Über den Forcola di Livigno - wir befinden uns im Übrigen wieder in Italien - gelangt man in das Einkaufsparadies Livigno: Benzin, Schmuck, Parfüm, Uhren, Lederwaren ... hier findet der Tourist alles was das Herz begeht - und das zollfrei !
Dementsprechend schleppend geht es im Ort voran - für uns sogar noch schleppender, weil uns nun die Wolken endlich ein hatten und ein kurzer Schauer auf uns herab prasselte.

Weiter ging es entlang am Ufer des Lago de Livignio bevor wir am Munt la Schera auf einen kleinen, einspurigen und mautpflichtigen Tunnel trafen. Die 8 Euro sind kein Pappenstiel, verkürzt die Heimreise aber kolossal. Über den immer schön zu fahrenden Ofenpass ging es zurück nach Pfunds in Tirol. Natürlich ging das "Länderhopping" weiter, direkt hinter dem Tunnel überfuhr man die schweizerischer Grenze, um kurz hinter dem Ofenpass wieder in Italien einzufahren. Die letzte Grenze des Tages war am Reschenpass, wo natürlich das Foto mit dem versunkenen Kirchturm nicht fehlen durfte.

Auf unserer schönen Terrasse nahmen wir unser Feierabendbierchen ein und blickten auf einen - nein - auf 2 tolle Tage in der Schweiz zurück. Mit gesperrten Pässen, Murenabgängen und dem ein oder anderen Regenschauer muss man beim Motorradfahren in den Bergen immer rechnen - ansonsten könnten wir auch eine Woche Hallenhalma spielen !

  • Hospental
  • Hospental
  • Hospental
  • Chalet Gamsblick / Hospental
  • Hotel Rössli / Hospental
  • Hospental
  • Oberalppass
  • Oberalppass
  • Oberalppass
  • Thusis
  • Viamala Schlucht
  • Viamala Schlucht
  • Rofflaschlucht
  • Splügenpass
  • Splügenpass
  • Splügenpass
  • Splügenpass
  • Splügensee
  • Splügensee
  • Silsersee
  • Berninapass
  • Forcola di Livigno
  • Lago di Livigno
  • Ofenpass
  • Reschensee

6. Tag "Namlostal" 363 Kilometer
Pfunds -> Prutz -> Landecker Tunnel -> Imst -> Hahntennjoch -> Kelmer Sattel -> Namlostal -> Berwanger Sattel -> Heiterwang -> Planseestrasse -> Ammersattel -> Ettal -> Kochel am See -> Kesselberg-Strasse -> Walchensee -> Mittenwald -> Leutaschklamm -> Seefelder Sattel -> Gries im Sellrain -> Kühtaisattel -> Oetz -> Piller Höhe -> Prutz -> Pfunds

Nach den Erlebnissen in der Schweiz gab es heute wieder gute deutsch-österreichische Hausmannskost - meint man ...
In Wahrheit aber fuhren wieder heute eine tolle Tour, zwar ohne die extremen Höhenmeter, dafür aber mit etlichen Kurven, beeindruckender Landschaft und im Verhältnis geringes Verkehrsaufkommen.
Über Prutz, den mautpflichtigen Landecker Tunnel und Imst erreichten wir schnell die Auffahrt zum beliebten Hahntennjoch. Auf halber Höhe hielten wir kurz am Wegesrand an um einige Aufnahmen zu tätigen, hier nahm dann der nächste "Urlaubsgimmick" seinen Anfang. Während wir also einige Fotos schossen und unsere Videokameras für den Rest der Auffahrt startklar machten, fiel uns eine Dreiergruppe BMW-Fahrer die sich augenscheinlich ziemlich unsicher den Berg hinauf quälten. "Na ja, jeder fängt mal an" dachten wir und weiter ging es. Es dauerte nicht lange, da hatten wir die Gruppe noch vor der Passhöhe wieder in Sichtweite. Nun wollte diese wiederum eine kleine Pause einlegen und hielt dafür einen kleinen unbefestigten Platz für geeignet. Es kam wie es kommen musste, ein Kollege fiel mitsamt seiner BMW R 1100 S auf die Seite. Just in diesem Moment fuhren wir an der Gruppe vorbei, verringerten sofort unsere Geschwindigkeit und schauten ob wir helfen können. Die Kollegen gaben uns aber grünes Licht und so setzten wir unsere Fahrt fort, aus der Entfernung sah es wie ein nicht richtig ausgeklappter Seitenständer aus, aber zum Glück war ja nicht viel passiert. Leider muss ich zugeben, dass ich mich danach mit einem leichten Schmunzeln auf den Lippen erwischte und ich hoffte, dass doch meine Kamera "on Air" war. Ja - ich schäme mich, aber auf die stille Treppe gehe ich nicht !

Die nun kommenden Kilometer zauberten erneut ein fettes Grinsen auf meine / unsere Lippen. Das Namlostal, umgeben vom Kelmer und Berwanger Sattel ist einfach ein Geheimtipp - herrlich angelegte Kurven laden zum flüssigen Fahren ein, einfach klasse. Gleiches gilt für die später kommende Planseestraße welche - oh Wunder - zum gleichnamigen See führt. Am Ufer des Plansees ist eine Pause einfach Pflicht, man sollte das Leben genießen und die Umgebung einfach auf sich wirken lassen.
Nun ging es "heim", über den Ammersattel erreichten wir Deutschland mit einigen wenigen Kilometern Autobahn überbrückten wir die Strecke zum Kochelsee. Der Kochelsee ist Ausgangspunkt der Kesselbergstraße, eine 9-km-lange Passstraße zwischen dem Kochel- und dem Walchensee. Durch seine beliebte Charakteristik war die Kesselbergstraße Austragungsort von illegalen Auto- und Motorradrennen. Leider waren zahlreiche Todesopfer zu beklagen, was nun die Konsequenz einer Streckensperrung für Motorräder am Wochenende und ein durchgängiges Tempolimit von 60 km/h nach sich zieht. In den Jahren 1905 und 1907, und zwischen 1928 und 1935 gab es hier das erste offizielle Straßenrennen - das Kesselbergrennen. Zahlreiche Aussichtspunkte laden zum Verweilen ein und bieten einen fantastischen Blick über den Kochelsee und Teile des Alpenvorlandes. Auch am Walchensee legten wir einen Halt ein um kurz das tolle Panorama aufzusaugen.

Über Mittenwald und Gries im Sellrain ging es erneut über den schön zu fahrenden Kühtaisattel. Das Wetter spielte bisher gut mit, dass aber die sich anschließende Piller Höhe der letzte Alpenpass 2012 sein sollte, ahnten wir zu diesem Zeitpunkt natürlich nicht. Immer dunklere Wolken zogen auf, aber wir entschieden uns auf den letzten Kilometerchen gegen unsere Regenbekleidung. Das war ein Fehler ... auf der Bundesstraße kurz vor Pfunds prasselte es unaufhörlich auf uns herab. Trotzdem oder gerade deswegen gönnten wir uns wie gewohnt das "Feierabendbierchen" auf der Terrasse.

  • Hahntennjoch
  • Hahntennjoch
  • Hahntennjoch
  • Hahntennjoch
  • Hahntennjoch
  • Hahntennjoch
  • Namloser Tal
  • Namloser Tal
  • Namloser Tal
  • Berwanger Sattel
  • Planseestraße
  • Plansee
  • Plansee
  • Plansee
  • Plansee
  • Plansee
  • Plansee
  • Plansee
  • Kochelsee
  • Kochelsee
  • Kochelsee
  • Walchensee
  • Walchensee
  • Walchensee
  • Walchensee
  • Sellrain
  • Kühtaistausee
  • Kühtaistausee
  • Pitztal
  • Piller Höhe

7. Tag "Samnaun" 36 Kilometer mit dem Auto
Pfunds -> Spiss -> Samnaun -> Spiss -> Pfunds

Leider hatten die Meteorologen recht ... über Nacht prasselte es ordentlich und auch beim Aufstehen verhieß der Blick aus dem Fenster nichts Gutes. Nach den tollen letzten Tagen waren wir aber total tiefenentspannt und entschieden uns die Bikes heute stehen zu lassen - einkaufen war angesagt !

Und wo kann man dieses besser erledigen als im nur 17 Kilometer entfernten Samnaun ! Durch den zollfreien Einkauf von Benzin, Spirituosen, Zigaretten, Parfüm, Lederwaren und Schmuck ist das kleine Dorf längst zur Touristenattraktion geworden. Auch wir nutzten diese Vorteile aus und besorgten uns einige Mitbringsel für unsere Liebsten daheim.
Dass es heute die richtige Entscheidung war die Motorräder in der Garage zu lassen zeigte sich auf dem Rückweg von Samnaun. Es hatte so heftig geregnet, dass die Straße unterspült war und Erdrutsche die Folge waren. So legten wir also eine 40-minütige Zwangspause ein bis die Straße wieder frei war.

Der Rest des Tages verlief routiniert, die GS und die FJR wurden sicher auf dem Anhänger verpackt ! Bevor es aber in aller Herrgottsfrühe los ging, genossen wir einen leckeren Grillteller im Restaurant Florian.

  • Samnaun
  • Samnaun
  • Samnaun
  • Samnaun

8. Tag "Abreise mit dem Auto" 755 Kilometer
Pfunds -> Landeck -> Imst -> Fernpass -> Füssen -> Kempten -> Ulm -> Stuttgart -> Heilbronn -> Mannheim -> Darmstadt -> Wiesbaden -> Limburg -> Köln -> Wuppertal -> Essen

Die Geschichte der Heimfahrt ist rasch erzählt ...
Da wir das Gepäck zum größten Teil schon abends vorher verpackt hatten, traten wir bereits um halb sechs unsere Heimfahrt an. Diese verlief komplett ohne Stau oder andere Probleme. Wir schwelgten noch etwas in Erinnerung, denn hinter uns lag eine wirklich tolle Woche.

Erneuten Dank an Michaela & Daniel Thöni für die herzliche Gastlichkeit und die herrliche Ferienwohnung !
Auf Wiedersehen - im wahrsten Sinne des Wortes !

  • Appart Collina / Pfunds
  • Appart Collina / Pfunds
  • Pfunds
  • Appart Collina / Pfunds