2001 - Mosel / Hunsrück

Dauer der Tour: 2 Tage
Gesamtstrecke: 710 km
gefahrene Kilometer mit dem Motorrad: 710

Als um 06.30 Uhr der Wecker schellte, trauten wir unseren Augen nicht. Regen!
Ich erinnerte mich ans letzte Jahr. Können wir nicht einmal etwas Glück mit dem Wetter haben ?

Besonders in diesem Jahr wäre es wichtig gewesen, ist doch mit Steffi die erste selbst fahrende Frau in unserer Runde mit dabei.

1. Tag "Essen -> Traben-Trarbach" 349 Kilometer
Essen -> Velbert -> Sprockhövel -> Schwelm -> Radevormwald -> Wipperfürth -> Lindlar -> Much -> Ruppichteroth -> Waldbreitbach -> Neuwied -> Koblenz -> Dieblich -> Cochem -> Zell/Kaimt -> Traben-Trarbach

Nun gut, da müssen wir durch, und so fuhren wir um 08.00 Uhr mit fast versammelter Mannschaft in los. Mit dabei waren: Olaf (Suzuki GSX 600 F); Steffi (Yamaha XJ 600 S); Andi & Anja (Suzuki GSF 600 S); Norbert & Andrea (Honda CB 450 S); Bernd (Honda Transalp) und natürlich Ulla & Ich (Suzuki GSX 1100 F).

Zunächst ging es nach Essen-Kupferdreh, um meinen Bruder Frank (BMW R 1100 GS, genannt 'Fury') einzusammeln. Der Regen hörte auf und die Straßen begannen abzutrocknen. Sollte sich doch noch alles zum Guten wenden? Durch das Wodantal und Sprockhövel erreichten wir Schwelm. Die B 483 verließen wir nach rechts in Richtung Beyenburg. Endlich ein paar Kurven! Links ging es weiter nach Radevormwald-Dahlerau. Rechts der B 229 folgend, kam nach einigen Metern der Hinweis zur Kräwinklerbrücke an der Wuppertalsperre.

Hier war der optimale Ort, um unsere Frühstücksbrötchen auszupacken. Gut gestärkt, aber nicht zu träge, fuhren wir über Bergisch-Born (B 51), der B 237 in Richtung Wipperfürth, um dort in die B 506 einzubiegen. Diese verließen wir direkt nach der Ortschaft links, um über Wipperfürth-Thier nach Lindlar zu gelangen. In Engelskirchen bogen wir rechts auf die B 55, um sie bei Engelskirchen-Loope links in Richtung Overath zu verlassen. Im schönen Örtchen Much angekommen, fahren wir die Hauptstraße bis zur BP Tankstelle, um dort rechts nach Wersch abzubiegen. Der Werschtalstraße folgend kamen wir nach Ruppichteroth. Einige von uns wurden zunehmend unruhig. Die zweite Pause stand unmittelbar bevor. Wir mussten nur noch die B 478 rechts, und schon standen wir in Schönenberg vor der Grillstation. Hier treffen sich bei schönem Wetter Biker, um bei Currywurst & Pommes Benzingespräche zu führen. Wir hingegen nutzen diesen Halt, um an meiner GSX 1100 F kleinere Fahrwerkseinstellungen vorzunehmen.

Nach einem kleinen Imbiss ging es bei nun sehr schönem Wetter weiter. Die nächste Etappe hatte es in Punkto Kurven richtig in sich. Es erwartete uns der Westerwald mit all seinen Tücken, mit zum Teil sehr schlecht einsehbaren Kurven und unebenem Fahrbahnbelag. Trotz allem: Es machte ein Heidenspaß! Direkt hinter der Grillstation links ging es ab nach Eitorf-Alzenbach. Von dort fuhren wir über Eitorf-Bitze nach Eitorf-Mühleip. Hmm, Genießerstrecke !
Wir näherten uns der B 8, nun links nach Weyerbusch, wo wir rechts nach Flammersfeld abbogen. Weiter über Oberlahr, Burglahr, Eulenberg und Neustadt-Borscheid kamen wir nach Breitscheid. Durch eine schöne und kurvenreiche Landschaft erreichten wir Waldbreitbach. Um Mensch und Maschine aufzutanken, sollte der Hinterhof einer Tankstelle unser Rastplatz sein. So langsam verließen wir den Westerwald und näherten uns Neuwied am Rhein. In Neuwied-Niederbieber kamen wir auf die B 256, wo wir später links auf die B 42 in Richtung Bendorf abbogen. Dort angekommen, ging es auf die Autobahn. Zunächst fuhren wir auf die A 48 bis zum Autobahnkreuz Koblenz. Nachdem wir auf die A 61 gewechselt haben, war schon unsere nächste Rast in Sicht. Fast traditionell, hielten wir auf dem Rastplatz Winningen-West, auch Moselblick genannt.

Als wir mit unseren Schnappschüssen fertig waren, fiel uns eine Gruppe Belgier auf (sie waren nicht zu überhören), die durch einen Schaden Ihres Busses, sich zuprostend, schon 8 Stunden den idyllischen Blick über das Moseltal genießen durften. Grinsend stiegen wir wieder auf unsere Motorräder. Obwohl, Durst hatte ich eigentlich auch!!! Weiter geht es über die Moseltalbrücke. Die nächste Ausfahrt war bereits unsere. Durch den kleinen Ort Dieblich gelangten wir zur Mosel. Ab hier war es fahrerisch nicht nicht mehr so anspruchsvoll, aber das Fahren zwischen dem Wasser und den Weinbergen hatte auch seinen Reiz. Links ging es weiter auf der B 49. Wir durchfuhren zahlreiche Orte, die sich jedes Wochenende mit einem Weinfest abwechselten. Ein Muß für jeden Kegelclub. Zu ihnen gehören: Niederfell, Oberfell, Alken, Brodenbach und Burgen. Da wir sehr gut in der Zeit waren, beschlossen wir, noch länger als geplant, der Mosel entlang zu fahren. Kurz vor Treis-Karden wechselten wir die Moselseite. Unvermindert ging es auf der B 49, der Moselweinstraße über Pommern und Klotten nach Cochem weiter. "Alt der Kern,eng die Gassen", so lautet die Beschreibung Cochems. Dementsprechend viel Zeit verbrachten wir hier, ehe wir über Ernst und Ellenz-Poltersdorf nach Ediger-Eller kamen.

Hier ereignete sich ein tragischer Zwischenfall: Olaf hatte, wegen des mittlerweile sehr guten und warmen Wetters, die glorreiche Idee, durch Hochkrempeln seiner Motorradhose die Wadenbelüftung zu aktivieren. Stephanie tat es ihm gleich. Beim Aufbocken Ihrer Diversion bedachte Sie nicht den heißen Auspuff. Eine kräftige Brandblase war die Folge. Schade, denn eigentlich war Steffi's Wade schöner anzusehen, als die von Olaf. Nach einem Alster für mich, und Eis für Steffi's Wade traten wir den Weg zum letzten Teilstück an. Die nächsten Stationen waren Bremm, Alf und Zell-Kaimt. Hier überquerten wir ein zweites Mal die Mosel um über Briedel, Burg und Enkirch nach Traben-Trarbach, unserem Zielort, zu gelangen. Nun ein letztes Mal rechts abgebogen und nach ca. 5 km erreichten wir das Hotel Bad Wildstein. Hier trennte sich zum ersten Mal die Gruppe. Während einige ihre Zimmer bezogen, schauten andere erst einmal an der Bar vorbei. Wir hatten doch einiges an Flüssigkeit wieder aufzufüllen !

  • Abfahrt Essen-Dellwig
  • bei Radevormwald
  • Wuppertalsperre
  • Wuppertalsperre
  • Wuppertalsperre
  • Wuppertalsperre
  • Futterkrippe Ruppichteroth
  • bei Waldbreitbach
  • bei Waldbreitbach
  • bei Waldbreitbach
  • Aussichtspunkt Moseltal
  • Aussichtspunkt Moseltal
  • Aussichtspunkt Moseltal
  • Aussichtspunkt Moseltal
  • bei Ediger-Eller
  • Hotel Bad Wildstein
  • Hotel Bad Wildstein
  • Hotel Bad Wildstein
  • Hotel Bad Wildstein
  • Hotel Bad Wildstein
  • Hotel Bad Wildstein
  • Hotel Bad Wildstein
  • Hotel Bad Wildstein
  • Hotel Bad Wildstein
  • Hotel Bad Wildstein
  • Hotel Bad Wildstein
  • Hotel Bad Wildstein
  • Hotel Bad Wildstein
  • Hotel Bad Wildstein

2. Tag "Traben-Trarbach -> Essen" 361 Kilometer
Traben-Trarbach -> Horbruch -> Gemünden -> Bacharach -> St. Goar -> St. Goarshausen -> Fachbach -> Neuhäusel -> Montabaur -> Hachenburg -> Betzdorf -> Freudenberg -> Lüdenscheid -> Castrop-Rauxel -> Essen

Nach einer kurzen Nacht und einem ausgiebigem Frühstück machten wir uns um 09.45 h zur Abfahrt bereit.
Überraschenderweise hatte es in der Nacht geregnet, sodass die Straßen wieder feucht und rutschig waren. Zunächst ging es nach Kautenbach und Longkamp zur B 50, die wir links in Richtung Hunsrück abbogen. Bei Hochscheid verließen wir die Bundesstraße nach Horbruch. Über Krummenau, Rhaunen, Woppenroth und Schlierschied fuhren wir links auf die B 421. Durch Gemünden und Mengerschied kamen wir wieder auf die B 50 zurück. Nun ging es an Argenthal vorbei bis wir kurz vor der A 61, bei Rheinböllen an einer Tankstelle unsere erste Pause einlegten. Nicht nur die Motorräder brauchten Sprit, einige von uns mussten auch dringend Ihren Nachdurst befriedigen. Nachdem alle versorgt waren, tourten wir weiter. Durch Rheinböllen hindurch kamen wir auf die Bacharacher Straße. Hier beginnt die sehr kurvenreiche Abfahrt zum Rhein hinunter. Wie schon am 1. Tag, das Wetter war uns gut gesonnen. Die Straßen waren wieder trocken und so konnten wir es richtig gut angehen lassen. In Bacharach war Vorsicht geboten. Der ganze Ort, er ist der älteste aller Weinstädte dieser Region, konnte nur im Schritttempo befahren werden. Man wurde richtig durchgeschüttelt, denn hier gab es ausschließlich Kopfsteinpflaster. Rheinabwärts fuhren wir auf der B 9 nach Oberwesel. Am Fuße der Loreley entlang ging es bis nach St Goar.

Von hier aus setzten wir mit der Rheinfähre über nach St. Goarshausen. Da heute keine starke Strömung herrschte, hatten wir mit unseren Mopeds auch keinerlei Probleme. Auf der anderen Rheinseite angekommen waren wir noch guten Mutes. Zunächst fuhren wir auf der B42 weiter rheinabwärts, die wir allerdings nach Saueressigs-Mühle rechts verlassen wollten. Sinnigerweise waren aber alle Hinweisschilder nur von der Gegenrichtung erkennbar, so dass wir ziemlich genervt einfachhalber der Bundesstraße folgten. Aus diesem Grund kamen wir durch Orte wie Kestert, Kamp, Bornhofen, Osterspai und Braubach. Um wieder auf den geplanten Weg zurückzukehren, hetzten wir von einer Bundesstraße auf die andere. Meine Laune hielt sich sehr in Grenzen, hatte ich mich doch tagelang mit der Tourenplanung beschäftigt. Kurz vor Lahnstein ging es auf der B 260 über Fachbach nach Bad Ems. Von dort aus fuhren wir links auf die B 261 und bogen dann rechts auf die B 49 in Richtung Neuhäusel ab. Nach Montabaur, wo wir die A 3 kreuzten, kamen wir rechts in ein großes Gewerbegebiet. Angezogen von einem großen M und einem Kasper mit albernen roten Haaren nahmen wir hier unser Mittagessen ein.

Hier war es nun an der Zeit, nicht nur an uns zu denken. Von langer Hand vorbereitet, lenkte ich meinen Bruder ab und "Fury" bekam seinen verdienten Hafersack. Diese Aktion brachte viel Gelächter und die allgemeine Laune stieg wieder an. Noch besser wurde sie aber, als Frank nach Ende unserer Pause, sich anzog und schon den Motor startete. Gerade noch rechtzeitig fiel sein Blick auf den Hafersack, den er dann umgehend entfernte. Ich stellte mir den ersten Motorradfahrer vor, der uns, mit einer Hand grüßend, entgegengekommend vor Lachen vom Motorrad gefallen wäre. Auf der B 255 ging es rechts über Boden nach Niederahr weiter. Nun machten wir einen neuen Versuch. Fernab von Bundesstraßen wollten wir in den Westerwald zurückkehren, was uns mit nur dreimal Karte lesen auch nicht wirklich richtig gut gelang. Von Niederahr aus fuhren wir über Ötzingen, Helferskirchen, Ewighausen und Weidenhahn nach Freilingen. Mittlerweile war die gesamte Gruppe zermürbt und wir sehnten uns die Autobahn in Richtung Heimat herbei. Weiter ging es über Dreifelden, Linden, Lochum, Alpenrod und Hachenburg. Wir hatten für dieses idyllische Westerwaldstädtchen nur wenig Zeit und kamen über die L 288 nach Betzdorf. Dem ersten Autobahnhinweisschild folgend, fuhren wir über die B 62 nach Kirchen. Hier mussten unsere Motorräder vollgetankt werden. Bei der Gelegenheit erkundigten wir uns nach dem schnellsten Weg zur A 45. Der Tankwart empfahl uns nicht bei Siegen aufzufahren, sondern in Freudenberg.

Gesagt, getan! Wir bogen links ab und der Weg führte uns über Niederasdorf und Niederfischbach nach Freudenberg. Endlich war die Autobahn erreicht und wir traten unseren Heimweg an. Über Olpe, Lüdenscheid und Hagen ging es zurück. Wir hatten Glück, selbst am Westhofener Kreuz kamen wir ohne Probleme vorbei. Da für Frank eine andere Strecke günstiger war, hielten wir hinter Dortmund-Süd auf einem Parkplatz, um ihn würdig zu verabschieden. Während es für ihn über die A40 zurückging, fuhren wir weiter bis zum Kreuz Castrop-Rauxel, dann weiter die A 42 und über die Ausfahrt Bottrop-Süd nach Essen-Dellwig zurück.

Fazit

Die Rückfahrt war nicht gerade das Richtige zum Motorradfahren. Aber trotzdem wird uns auch diese Tour immer in guter Erinnerung bleiben. Wir hatten jede Menge Spaß und alle freuen sich schon auf's nächste Jahr. Das Wichtigste ist jedoch, dass nichts passiert ist und alle gesund und munter wieder heimgekommen sind.

  • Hotel Bad Wildstein
  • Hotel Bad Wildstein
  • Hotel Bad Wildstein
  • bei Rheinböllen
  • St. Goar
  • St. Goar
  • St. Goar
  • St. Goar
  • St. Goar
  • St. Goar
  • bei Heiligenroth
  • bei Betzdorf
  • bei Betzdorf
  • Parkplatz Mausegatt
  • Parkplatz Mausegatt
  • Parkplatz Mausegatt
  • Parkplatz Mausegatt
  • Parkplatz Mausegatt