2004 - Alpen & Dolomiten

Dauer der Tour: 6 Tage
Gesamtstrecke: 2490 km
gefahrene Kilometer mit dem Motorrad: 2490

Endlich war es soweit !
Wir brauchten nicht mehr in Erinnerungen schwelgen und mit dem Finger über die Landkarte zu fahren, unsere diesjährige Tour in die Berge stand bevor.

In diesem Jahr ging es nur zu Zweit auf die Reise, und so standen mein Bruder Frank ( BMW R1100 GS ) und Ich mit meiner Yamaha FJR 1300 am 31.Mai zur Abfahrt bereit.

1. Tag "Anreise " 743 Kilometer
Essen -> Köln -> Limburg -> Frankfurt -> Würzburg -> Nürnberg -> München-Ost -> Inntal -> Bernau am Chiemsee -> Grassau

Um 05.40 Uhr starten wir in Richtung Süden. Die ersten beiden Etappen vergingen wie im Flug, so dass wir uns am Rasthof Medebach eine längere Kaffeepause genehmigten. Heute war nicht sehr viel los auf der A 3, abgesehen von den zahlreichen Baustellen. Es war mittlerweile Gewohnheit, alle 100 km eine Pause einzulegen. Entspannt und zügig spulten wir bei bestem Wetter unsere Kilometer ab. Bei Frankfurt schaltete ich zwar kurz meine Griffheizung ein, aber die Sonne setzte sich allmählich durch.

Um 15.00 Uhr erreichten wir unser Ziel in Grassau am Chiemsee. Nun wurde kurz das Quartier bezogen und schon ging es ab in den Biergarten, wo wir erst einmal auf unseren Urlaub anstießen. Mit einer Formel-Eins Zusammenfassung vom Nürburgring beendeten wir unseren ersten Tag.

  • Abfahrt Essen-Haarzopf
  • Rasthof Fernthal
  • Rasthof Fernthal
  • Rasthof Fernthal
  • Rasthof Medenbach
  • Rasthof Spessart
  • Rasthof Vaterstetten
  • Bernau am Chiemsee

2. Tag "Großglockner" 278 Kilometer
Grassau -> Marquartstein -> Schleching -> Kössen -> St. Ulrich am Pillersee -> Grießenpass -> Saalfelden am Steinernen Meer -> Filzensattel -> Bruck an der Großglocknerstraße -> Großglockner Hochalpenstraße -> Schachnern -> Döllach -> Oberdrauburg -> Gailbergsattel -> Kötschach-Mauthen

Um 09.30 Uhr starteten wir unsere Triebwerke in Grassau am Chiemsee. Über Schleching erreichten wir in Kössen die österreichische Grenze. Die erste Rast machten wir am schönen Pillersee. Die Straße schlängelt sich genussvoll am Seeufer entlang und wir genossen die ersten schönen Kurven der diesjährigen Tour.
Weiter ging es über den Grießenpass, der allerdings nur durch sein Passschild auffiel. Über Saalfelden am Steineren Meer gelangten wir zum unscheinbaren Filzensattel. Dieser brachte uns in schön angelegten Kurven auf eine Höhe von 1290 Meter. Das war Motorradfahren nach unserem Geschmack. Über Dienten am Hochkönig erreichten wir durch wunderschön zu fahrendes Tal die B 311, die uns direkt zur Großglockner Hochalpenstraße brachte.

Der Glockner war heute ein ganz besonderes Highlight. Wir fuhren durch meterhohe Schneewände, die links und rechts die Straße einsäumten. Hier waren 1000 PS-starke Schneefräsen am Werk, um uns die Überfahrt zu ermöglichen. Die Räumung ist in jedem Frühjahr mit einem großen Aufwand verbunden. Der Erbauer der Großglockner-Hochalpenstraße, Franz Wallack, hat eigens Rotationspflüge entwickelt, mit denen innerhalb von 17 bis 20 Tagen die Straße geräumt werden kann. Diese Rotationspflüge tragen den Schnee Schicht für Schicht ab, graben sich also stets tiefer, bis sie - oftmals erst nach sechs, acht oder zehn Fahrten bis zur Straßenoberfläche durchgedrungen sind.
Ein „Geheimtipp" einer bekannten Motorradzeitschrift brachte uns auf einen kleinen Abstecher. Direkt hinter der Mautstelle, kurz vor Heiligenblut, ging es in Kehre 27 geradeaus in Richtung Apriach. Wir fuhren parallel zur Hauptstrecke auf einer schmal angelegten Straße die ihre besonderen Reize hatte, in Döllach stießen wir wieder auf die B 107. Nach dem Iselsbergpass, welcher nur aus einigen Kurven bestand, ging es weiter auf die B 110 nach Oberdrauburg. Hier bogen wir nun ab Richtung Kötschach-Mauthen. Es folgte der Gailbergsattel, der trotz seiner geringen Höhe von 982 Metern fürs Motorradfahren geschaffen ist. Da wir sehr gut in der Zeit lagen, entschlossen wir uns auf der Passhöhe zu drehen, und uns den Sattel nochmals zu gönnen.

Um 17.00 Uhr trafen wir trocken in Kötschach-Mauthen ein, wo uns Biker Bernhard in der Pension Weinfurtner schon mit einem Kurvengeist erwartete. Den restlichen Abend ließen wir bei Pizza und Weizen gut ausklingen.

  • Pillersee
  • Pillersee
  • Pillersee
  • Filzensattel
  • Ferleiten ( Grossglockner )
  • Ferleiten ( Grossglockner )
  • Grossglockner Hochalpenstrasse
  • Grossglockner Hochalpenstrasse
  • Grossglockner Hochalpenstrasse
  • Fuscher Törl ( Grossglockner )
  • Fuscher Törl ( Grossglockner )
  • Fuscher Törl ( Grossglockner )
  • Fuscher Törl ( Grossglockner )
  • Fuscher Törl ( Grossglockner )
  • Fuscher Törl ( Grossglockner )
  • Fuscher Törl ( Grossglockner )
  • Fuscher Törl ( Grossglockner )
  • Fuscher Törl ( Grossglockner )
  • Fuscher Törl ( Grossglockner )
  • Fuscher Törl ( Grossglockner )
  • Kaiser-Franz-Josefs-Höhe ( Grossglockner )
  • Kaiser-Franz-Josefs-Höhe ( Grossglockner )
  • Kaiser-Franz-Josefs-Höhe ( Grossglockner )
  • Kaiser-Franz-Josefs-Höhe ( Grossglockner )
  • Kaiser-Franz-Josefs-Höhe ( Grossglockner )
  • Grossglockner Hochalpenstrasse
  • Grossglockner Hochalpenstrasse
  • Grossglockner Hochalpenstrasse
  • bei Apriach
  • bei Apriach

3. Tag "Kötschach-Mauthen -> Arabba" 214 Kilometer
Kötschach-Mauthen -> Plöckenpass -> Paluzza -> Ovaro -> Villa Santina -> Ampezzo -> Passo di Mauria -> Passo Cibiana -> Forno di Zoldo -> Forcella Staulanza -> Selva di Cadore -> Caprile -> Arabba

Nach einem ausgiebigem Frühstück machten wir uns um 10.00 Uhr auf den Weg in Richtung Italien. Nach gerade mal 700 Metern fing es leicht an zu tröpfeln. Entgegenkommende Biker bestätigten uns in unserem Entschluss, uns zum ersten Male in diesem Jahr die Regensachen überzustreifen. Da nur einige Schauer angesagt waren, fuhren wir noch frohen Mutes in Richtung Plöckenpass.
In den ersten beiden Stunden regnete es nur leicht weiter, so dass die Straßen gut und zügig befahrbar waren. Am Anstieg zum Passo di Mauria ging es dann richtig los, der Regen prasselte unaufhörlich auf uns herab. Auf der Passhöhe empfing uns dann ein bayerischer Biker mit der Frage: "Habt Ihr kein besseres Wetter mitgebracht ?". Schnell wurden einige Benzingespräche geführt und übers Wetter philosophiert. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir aber nicht, dass wir den Typen so schnell nicht mehr los wurden. Arabba war unser gemeinsames Ziel und desöfteren hörten wir noch seinen Lieblingsspruch: "Ja mei, im Trockenen kann ja jeder fahren". Gemeinsam ging es weiter, drei Kurven später war von ihm und seiner BMW R1150RT nichts mehr zu sehen ...

So langsam wurde es recht ungemütlich und so beschlossen wir, den heutigen Tag abzukürzen und Arabba auf direktem Weg anzusteuern. Pladdernass erreichten wir das Albergo Pordoi, wo wir uns anderen Dingen widmeten. Die Wettervorhersage für den nächsten Tag war nicht sehr berauschend und so wurden schon mal Pläne für den kommenden Tag geschmiedet.
Übrigens, beim Abendessen schallte uns vom Nachbartisch einige Male "Ja mei, im Trockenen kann ja jeder fahren" herüber. Mit breitem Grinsen versteckten wir unsere Köpfe hinter den Straßenkarten ...

  • Kötschach-Mauthen
  • Pension Weinfurtner in Kötschach-Mauthen
  • Pension Weinfurtner in Kötschach-Mauthen
  • Plöckenpass
  • Plöckenpass
  • Plöckenpass
  • bei Ampezzo
  • Passo di Mauria
  • Passo Cibiana
  • Passo Cibiana

4. Tag "Große Dolomitenfahrt" 275 Kilometer
Arabba -> Passo di Campolongo -> Corvara in Badia -> Passo di Valparola -> Passo di Falzarego -> Pocol -> Passo di Giau -> Selva di Cadore -> Forcella Staulanza -> Passo Duran -> Agordo -> Passo di Cereda -> Passo di Rolle -> Passo di Valles -> Alleghe -> Passo di Fedaia -> Canazei -> Sella Joch -> Grödner Joch -> Corvara in Badia -> Passo di Campolongo -> Arabba

Zu unserer Überraschung scheinte beim Aufstehen die Sonne, damit hatten wir nun wirklich nicht gerechnet. Wir beschlossen, unsere große Dolomitenrunde wie ursprünglich geplant durchzuführen. Es war zwar etwas bewölkt, dennoch ließen wir die Regenbekleidung im Tankrucksack verschwinden. Endlich konnten wir das machen wozu wir hier waren: Pässe sammeln !
Los ging es über den Campolongo zum Passo di Valparola. Der kleine Bergsee an der Passhöhe war in diesem Jahr noch zugefroren und bot ein imposantes Bild. Über den Falzarego ging es zum Passo di Giau, eigentlich ein Highlight einer jeder Dolomitenrunde. Leider ist die Auffahrt von Cortina aus in einem verheerendem Zustand, der Ausblick auf 2230 Meter Höhe entschädigt aber für einiges.

Nach einer kurzen Verschnaufpause wartete der Forcella Staulanza auf uns. Diesen Pass hatten wir gestern schon im strömenden Regen kennen gelernt, heute hatten wir jedoch deutlich mehr Spaß. Für den Passo Duran galt ähnliches wie für den Giau, er hätte recht schön sein können, wenn da nicht die schlechte Fahrbahn wäre. Auf der Anfahrt zum Passo Cereda mussten wir eine glatte Vollbremsung hinlegen. In aller Seelenruhe trieb der Hirte seine Schafherde mitten über die Straße.
Der Passo di Rolle und Passo di Valles waren fahrerisch ein Genuss, wenig Verkehr und eine ausgezeichnete Fahrbahn ließen das Bikerherz höher schlagen. Nun wurde noch der schöne Fedaia bewältigt, wo wir am Stausee am Fuße des Marmolada eine kurze Pause einlegten. Zum Abschluss der 13-Pässe-Tour standen die Klassiker auf dem Programm. Über das Sella Joch und den Grödner Joch muss man eigentlich nicht mehr viel erzählen: Fahrspass pur in einer fantastischen Landschaft. Über den Passo Campolongo erreichten wir durstig unseren Gasthof in Arabba. Das Wetter blieb uns den ganzen Tag hold, und wir blickten auf einen perfekten Tag zurück.

  • Arabba
  • Arabba
  • Passo di Campolongo
  • Passo di Campolongo
  • Passo di Valparola
  • Passo di Valparola
  • Passo di Valparola
  • Passo di Giau
  • Passo di Giau
  • Passo di Giau
  • Passo Duran
  • Passo Duran
  • Passo Duran
  • Passo Duran
  • Passo Duran
  • Passo di Cereda
  • Passo di Rolle
  • Passo di Rolle
  • Passo di Rolle
  • Passo di Valles
  • Passo di Valles
  • Passo di Valles
  • bei Alleghe
  • bei Alleghe
  • Passo di Fedaia
  • Passo di Fedaia
  • Passo di Fedaia
  • Sella Joch
  • Sella Joch
  • Sella Joch
  • Sella Joch
  • Sella Joch
  • Grödner Joch
  • Grödner Joch
  • Grödner Joch
  • Grödner Joch

5. Tag "Arabba -> Pfunds" 215 Kilometer
Arabba-> Passo Pordoi -> Sella Joch -> Wolkenstein -> Panider Sattel -> Bozen -> Klobenstein -> Sarnthein -> Penser Joch -> Sterzing -> Brennerpass -> Innsbruck -> Landecker Tunnel -> Prutz -> Pfunds

Heute stand die Weiterfahrt nach Österreich auf dem Programm. In Pfunds ( Tirol ) wollten wir unsere letzten beiden Tage verbringen.
Zunächst war es noch trocken, doch am Himmel waren schon recht bedrohliche Wolken zu erkennen. Als erstes ging es den Passo Pordoi hinauf. Hier oben war es zu dieser frühen Stunde recht kühl und die Griffheizung wurde schon mal aktiviert. Danach kamen wir in den erneuten Genuss des Sellajochs, bevor wir uns durch die Touristenorte Wolkenstein, St. Christina und St. Ulrich.
Über den recht langweiligen Panider Sattel gelangten wir nach Bozen und fuhren in das schöne Sarnthal hinein. Kleiner Tipp: Haltet Euch in Bozen immer in Richtung Ritten, dann bereitet Euch das Chaos hier keine Probleme! Am Fuße des Penser Jochs erkannten wir die Gefahr und zogen es vor, auf unsere Regensachen zurückzugreifen. Kaum war der letzte Reißverschluss verschlossen, fing es ordentlich an zu regnen. Auf der Passhöhe des Penser Jochs ( 2215 m ) klatschte uns dann der Schnee aufs Visier. Also hielten wir hier erst gar nicht an, sondern begaben uns direkt auf die Abfahrt, um über Sterzing die Alte Brennerstraße zu erreichen. Der Regen ließ nicht wirklich nach und so entschieden wir uns auf den Kühtaisattel, der auch über 2000 Meter hoch war, zu verzichten.

Bei Innsbruck fuhren wir dann auf die Autobahn, um auf schnellstem Wege nach Pfunds zu gelangen. Nun noch durch den Landecker Tunnel hindurch und nach ein paar Kilometern erreichten wir den Gasthof Traube. Der Wirt versicherte uns, dass für den morgigen Tag besseres Wetter angesagt war. In stiller Hoffnung genossen wir das ausgezeichnete Restaurant des Gasthofes.

  • Albergo Pordoi in Arabba
  • Passo Pordoi
  • Passo Pordoi
  • Passo Pordoi
  • Passo Pordoi
  • Brennerpasss

6. Tag "Abreise" 765 Kilometer
Pfunds -> Landecker Tunnel -> Imst -> Fernpass -> Reutte -> Nesselwang -> AD Allgäu -> AK Ulm-Elchingen -> AD Stuttgart -> AD Karlsruhe -> AK Heidelberg -> AK Darmstadt -> AK Wiesbaden -> AK Leverkusen -> AK Hilden -> AK Breitscheid -> Essen-Haarzopf -> Essen-Dellwig

Der Wirt hatte leider nicht recht ! Es hatte die ganze Nacht durchgeregnet auch am frühen Morgen hingen die Wolken sehr tief. Es regnete leicht und der Himmel war grau in grau. Sicher, später ist man immer schlauer ... Es wäre sinniger gewesen den Tag noch in Pfunds zu verbringen und wie geplant Samstag morgens heim zu fahren. Da ich aber seit Mittwoch Probleme mit einer Zahnwurzelentzündung hatte und diese sich verschlimmerte, beschlossen wir uns auf den Heimweg zu machen.

Zunächst kamen wir gut voran, durch den Landecker Tunnel erreichten wir den Fernpass. Der Fernpass dient als Hauptanreisestrecke zwischen Deutschland und Österreich und ist daher stark befahren. Dennoch benötigten wir für die 130 Kilometer Landstraße zwischen Pfunds und Nesselwang nur knappe 2 Stunden und fuhren im Allgäu auf die Autobahn. Nun begann das ganze Unheil, sehr starker Verkehr und teils sehr widrige Wetterbedingungen machten ein Vorankommen unmöglich. In fünfeinhalb Stunden kamen wir nur 300 Kilometer vorwärts. Lediglich auf den letzten 200 Kilometern konnten wir etwas Gas geben und um 21.00 Uhr - nach mittlerweile elfeinhalb Stunden - erreichten wir durchnässt und erschöpft unser Zuhause. Da mein Gesicht während der Fahrt stark angeschwollen war und ich sehr einem Hamster ähnelte, ging es rasch zur Notfallpraxis um mir Medikamente verschreiben zu lassen. Auf mein so verdientes Bierchen musste ich daher verzichten ...

Fazit

In den vergangenen sechs Tagen verbrachten wir 2490 Kilometer auf unseren Motorrädern. Meine Yamaha FJR 1300 verbrauchte dabei durchschnittlich 6,4 Liter Super auf 100 Kilometer, ein beachtlicher Wert wie ich finde.
Insgesamt war die Tour recht durchwachsen, das Wichtigste ist natürlich das keiner unfreiwillig vom Bike abgestiegen ist. Außer dem Anreisetag hatten wir zwar nur zwei trockene Tage, aber diese waren einfach klasse. Der Großglockner und die große Dolomitenrunde mit ihren 13 Pässen haben einfach riesigen Spaß gemacht. Beim Hobby Motorradfahren spielt das Wetter nun mal eine tragende Rolle... Ich denke, wir haben das Beste daraus gemacht und freuen uns schon wieder auf das nächste Jahr !!!

  • Gasthof Traube in Pfunds
  • Pfunds
  • Gasthof Traube in Pfunds
  • Fernpass
  • Fernpass