2005 - Kärnten ( Kötschach-Mauthen )

Dauer der Tour: 8 Tage
Gesamtstrecke: 3758 km
gefahrene Kilometer mit dem Auto: 1953
gefahrene Kilometer mit dem Motorrad: 1805

Schon auf der chaotischen Abreise im letzten Jahr entschieden wir uns dazu es in diesem Jahr zum ersten Mal mit einem Motorradanhänger zu versuchen.
Zu diesem Zweck mieteten wir uns bei POLO einen gebremsten Hänger für 160 €, inklusive 8 Gurten.

Nachdem wir in den letzten Jahren immer nur eine Nacht in Kötschach-Mauthen verbracht hatten, nisteten wir uns diesmal eine Woche in Kärnten ein.

1. Tag "Anreise mit dem Auto" 975 Kilometer
Essen -> Köln -> Limburg -> Frankfurt -> Würzburg -> Nürnberg -> München-Ost -> Inntal -> Salzburg -> Spittal -> Gailbergsattel -> Kötschach-Mauthen

Schon am Vorabend wurden die Motorräder auf dem Hänger verzurrt und so konnte es um 04.15 Uhr direkt losgehen. Der Nissan Almera tat sich zwar bei Steigungen etwas schwer, aber im Allgemeinen war das Fahren mit der Fuhre echt kein Problem. Unterwegs machten wir mit allen Facetten des Wetters Bekanntschaft: Nebel bei Frankfurt - Regen im Spessart - Sonne in Bayern.
Wir kamen relativ gut voran, lediglich rund um München stockte der Verkehr auf einigen Kilometern. Trotzdem lagen wir gut in der Zeit und die Weiterfahrt nach Österreich verlief ohne weitere Verzögerung. In Salzburg angekommen, bogen wir ab auf die Tauernautobahn, welche wir am Millstätter See wieder verließen. Nun noch 60 Kilometer über Land, und nach 13 Stunden erreichten wir unser Domizil in Kötschach-Mauthen.

Kurz vor dem Ziel wurden wir noch vom einem sehr heftigen Schauer auf dem Gailbergsattel überrascht. Es schüttete wie aus Eimern, aber es machte uns nichts, schließlich hatten wir uns in diesem Jahr für die richtige Art der Anreise entschieden !

  • Verladung
  • Verladung
  • Verladung
  • Verladung
  • Verladung
  • Verladung
  • Rasthof Medebach
  • Rasthof Medebach
  • Rasthof Greding
  • Allianz-Arena München
  • Blick auf den Chiemsee
  • Rasthof Eben

2. Tag "Lienz" 53 Kilometer
Kötschach-Mauthen -> Gailbergsattel -> Oberdrauburg -> Gailbergsattel -> Kötschach-Mauthen

Da für den Nachmittag einige Schauer vorhergesagt waren, beschlossen wir um 10.00 Uhr eine " kurze " Runde von rund 200 Kilometern zu drehen. Dass diese Runde allerdings soo kurz werden sollte, damit hatten auch wir nicht gerechnet.

Zuerst wurden aber die Motorräder betankt, bei einem Preis von einem Euro pro Liter sind wir natürlich mit leeren Tanks angereist. Zum Einschwingen ging es zunächst über den beliebten Gailbergsattel. Als wir dann kurz vor Lienz waren, fing es an zu regnen. Irgendwie erinnerte mich das alles stark an das letzte Jahr !
Wir einigten uns schnell darauf, das Motorradfahren für heute zu beenden und drehten um. Nachdem die Maschinen sicher in Bernhard's Schuppen abgestellt waren, verbrachten wir den Rest des Tages mit Einkaufen und einem Stadtbummel durch Lienz.

Insgesamt standen zwar nur 53 Motorradkilometer zu Buche, aber jeder Einheimische bestätigte uns die gute Vorhersage für die nächsten Tage !

  • Kötschach-Mauthen
  • Oberdrauburg
  • Gailbergsattel
  • Gailbergsattel
  • Gailbergsattel
  • Lienz
  • Lienz
  • Lienz

3. Tag "Maltatal & Nockalm" 375 Kilometer
Kötschach-Mauthen -> Gailbergsattel -> Iselsbergpass -> Mölltal -> Spittal an der Drau -> Maltatal Hochalmstrasse -> Nockalmstrasse -> Millstätter See -> Greifenburg -> Kreuzbergsattel -> Kötschach-Mauthen

Schon beim Aufstehen schien uns die Morgensonne kräftig ins Gesicht, die Wetterfrösche und die Einheimischen schienen recht zu behalten.
Nach einem ausgiebigem Frühstück starteten wir die Motoren, der Urlaub hat endlich richtig begonnen. Über den Gailbergsattel und Oberdrauburg fuhren wir in Richtung Grossglockner. Nach dem Iselsbergpass, genau gesagt in Winklern, bogen wir rechts ab ins Mölltal. Über die Bundesstraße 106 erreichten wir Spittal an der Drau. In diesem Ort herrschte leichtes Chaos und leider war die Abbiegung in Richtung Gmünd nicht ausreichend beschildert.
Nach einer kleinen Ehrenrunde fanden wir die B 99 und fuhren geradewegs zur Maltatal-Hochalmstraße. Schon die Strasse durch das Maltatal selbst ist eine Reise wert. Die Strecke ist zwar nicht sehr anspruchsvoll, aber das Auge fährt ja mit !

An der Mautstelle waren dann 8 Euro fällig, die sich aber auf jeden Fall lohnen sollten. Die Fahrt über die interessante und abwechslungsreiche Strecke wurde nach einigen Kilometern jäh gestoppt. Der Verkehr auf der nun folgenden einspurigen Strecke wurde von einer Ampelanlage geregelt. Die maximale Wartezeit beträgt hier 20 Minuten, wir hingegen durften schon nach 8 Minuten weiterfahren. Trotz der Gewissheit dass hier kein Gegenverkehr herrscht, sollte etwas Vorsicht geboten werden. Die teilweise engen und dunklen Tunnel stellen den konzentrierten Biker aber nicht vor größeren Problemen. Am Kölnbrein-Speicher wurden wir dann mit einem imposanten Eindruck verwöhnt, es lohnt sich auf jeden Fall hier einen Augenblick zu verweilen. Wieder auf der B 99 angekommen, war der Weg zur Nockalmstrasse nicht mehr weit.

Hierzu ein kleiner Tipp: Schon vor der Abreise haben wir uns beim ADAC das verbilligte Tourenticket zugelegt. Es beinhaltet jeweils einen Gutschein für den Grossglockner, die Gerlos-Strasse und die Nockalmstrasse. Ferner kann man - innerhalb von 10 Tagen - den Grossglockner nochmals unter die Räder nehmen ! Das Tourenticket kostet 20 € und ist in allen ADAC-Shops oder im Internet erhältlich.
Kurz vor der Nockalm säumten nun doch einige dunkle Wolken unseren Weg, aber um es vorweg zu nehmen, wir blieben trocken. Die Fahrt führt durch ein tolles Naturschutzgebiet, mit vielen Gelegenheiten zum Anhalten und Besichtigen. Der Straßenzustand ist durchweg gut und es gibt hier auch - wie am Grossglockner - besondere Bikers-Points und den Unterfahrschutz an Leitplanken. Die Kurven und Kehren sind sehr übersichtlich und machen jedem Motorradfahrer Spaß. Die Nockalmstrasse ist absolut empfehlenswert und verdient es, dass man etwas mehr Zeit mitbringt.

Wir allerdings sehnten uns weiter nach Asphalt und so ging es unvermindert weiter in Richtung Millstätter See. Der ca. 12 Kilometer lange Millstätter See ist einer der größten Seen im sehr wassereichen Bundesland Kärnten. Leider hatten wir mit einer Tagesbaustelle Pech, so dass wir einen Großteil des Sees umfahren mussten. Entlang der B100 erreichten wir schnell Greifenburg, wo wir links zum Kreuzbergsattel abbogen. Die Auffahrt von Greifenburg macht einfach nur Spaß ! Eine gute Fahrbahn und sehr schöne Kurven führen zur Passhöhe auf 1077 m. Auf der Abfahrt nach Hermagor ist Vorsicht geboten, der sehr schlechte Fahrbahnbelag erfordert erhöhte Aufmerksamkeit. Die letzten Kurven des heutigen Tages waren die der wunderbar zu fahren B 111, die uns direkt nach Kötschach-Mauthen führte.

Abends blicken wir auf 375 fantastische Kilometer zurück und bekamen das Grinsen kaum aus unserem Gesicht !

  • Kötschach-Mauthen
  • Pension Weinfurtner in Kötschach-Mauthen
  • bei Winklern
  • bei Winklern
  • Malta Hochalmstraße
  • Malta Hochalmstraße
  • Kölnbreinspeicher
  • Kölnbreinspeicher
  • Kölnbreinspeicher
  • Kölnbreinspeicher
  • Kölnbreinspeicher
  • Kölnbreinspeicher
  • Malta Hochalmstraße
  • Maltatal
  • Maltatal
  • Maltatal
  • Gmünd in Kärnten
  • Gmünd in Kärnten
  • Nockalmstraße
  • Nockalmstraße
  • Nockalmstraße
  • Nockalmstraße
  • Nockalmstraße
  • Nockalmstraße
  • Nockalmstraße
  • Nockalmstraße
  • Nockalmstraße
  • Nockalmstraße
  • Kreuzbergsattel

4. Tag "Grossglockner" 351 Kilometer
Kötschach-Mauthen -> Kartischer Sattel -> Silian -> Pragser Wildsee -> Staller Sattel -> St. Jakob in Defereggen -> Felbertauernstrasse -> Mittersill -> Grossglockner-Hochalpenstrasse -> Apriacher Höhenstrasse -> Iselsbergpass -> Oberdrauburg -> Gailbergsattel -> Kötschach-Mauthen

Heute stand unsere Großglockner-Runde auf dem Programm. Bei perfektem Wetter ging es zunächst durch das schöne Lesachtal hindurch in Richtung Italien. Das Lesachtal ist wirklich ein schönes Fleckchen Erde, leider wird der Fahrspaß durch die vielen Bitumenstreifen erheblich gestört. Schnell ist hinter Silian die Grenze nach Bella Italia erreicht. Nach 20 Kilometern ging es links ab zum Pragser Wildsee, ein Abstecher der sich wirklich lohnt. Der Pragser Wildsee befindet sich auf einer Meereshöhe von 1469 m. Die intensive, dunkelblaue Farbe und die zauberhafte Bergkulisse machen ihn zu einem einzigartigen Naturereignis.

Die nächste Station ist der Staller Sattel, welcher uns wieder zurück nach Österreich bringt. Vorher durchqueren wir aber noch das Antholzer Tal, welches durch den hier ansässigen Biathlon-Stützpunkt bekannt ist. Der anschließende "Lago di Anterselva" lädt zu einer Rast ein. Man kann lieber hier am See verweilen, bevor man sich eine halbe Stunde lang an der Ampelanlage des Staller Sattels anstellt und im Gedränge versucht die Pole Position zu erhaschen. Der Verkehr am Sattel wird wie folgt geregelt: Von der 30. bis zur 45. Minute jeder Stunde ist der Verkehr von Italien nach Österreich freigegeben, von der 0. bis zur 15. Minute geht es dann von Austria in Richtung Antholz. In Huben angekommen geht es schnurstracks zur Felbertauernstrasse, bzw. den Felbertauerntunnel. Auch hier sind 8 Euro Maut fällig. Die gesamte Strecke ist sehr gut - teilweise zweispurig - ausgebaut und verläuft ziemlich langweilig und unspektakulär. Die Felbertauernstrasse sollte meiner Meinung nach nur zur reinen An- oder Abreise genutzt werden.

Nun geht es rechts auf die B 168 nach Zell am See. Schnell ist Bruck an der Großglocknerstraße erreicht. Was viele nicht wissen, in Bruck steht der Kilometerstein 0 der Großglockner-Hochalpenstraße. Erst nach einigen Kilometern muss in Ferleiten die lohnenswerte Maut von 17 Euro berappt werden. Wie schon oft erwähnt, bin ich ein absoluter Fan des Glockners. Auch meine 5. Überquerung ist ein tolles Erlebnis, einziger Wehmutstropen: Die Strasse zur Franz-Josefs-Höhe war an diesem Tag wegen Lawinengefahr gesperrt. Wie schon im letzten Jahr verließen wir direkt hinter Heiligenblut die Hauptstrecke um über die Apriacher Höhenstrasse nach Döllach zu gelangen.

Nun wurde noch der Iselsbergpass unter die Räder genommen und über Oberdrauburg und den Gailbergsattel ging es zurück nach Kötschach-Mauthen. Der Gailbergsattel ist genauso wie sein Name sagt - einfach geil. Trotz der niedrigen Höhe machen die Kurven und Kehren des Sattels viel Spaß und laden zum Fußrastenkratzen nur so ein. Doch Vorsicht: Wie uns die einige Einheimische erzählten, besteht am Gailbergsattel bei Regen erhöhte Rutschgefahr und wird dann selbst von Ihnen gemieden. Aber an Regen war ja heute nicht zu denken und so ging es richtig zur Sache. Bei zwei bis fünf Weizenbieren ließen wir dann diesen perfekten Tag ausklingen !

  • Kötschach-Mauthen
  • Lesachtal
  • bei Silian
  • Pragser Wildsee
  • Pragser Wildsee
  • Pragser Wildsee
  • bei San Vito
  • Antholzer See
  • Antholzer See
  • Staller Sattel
  • Staller Sattel
  • Staller Sattel
  • Staller Sattel
  • Staller Sattel
  • bei Huben
  • Felbertauernstrasse
  • Mautstelle Ferleiten
  • Hochmais
  • Hochmais
  • Hochmais
  • Hochmais
  • Fuscher Törl
  • Fuscher Törl
  • Fuscher Törl
  • Fuscher Törl
  • Fuscher Törl
  • Fuscher Törl
  • Fuscher Törl
  • Fuscher Törl
  • Fuscher Törl
  • Fuscher Törl
  • Fuscher Törl
  • Fuscher Törl
  • Fuscher Törl
  • bei Apriach
  • bei Apriach
  • bei Apriach

5. Tag "Slowenien" 440 Kilometer
Kötschach-Mauthen -> Nassfeldpass -> Pontebba -> Sella Nevea -> Predilpass -> Soca -> Vrsic-Sattel -> Kranjska Gora -> Jesenice -> Besnica -> Kranj -> Seebergsattel -> Eisenkappel -> Schaidasattel -> Klagenfurt -> Wörther See -> Villach -> Hermagor -> Kötschach-Mauthen

Am heutigen Tag stand unsere längste Ausfahrt auf dem Programm. Mit Slowenien betraten wir für uns unbekanntes Terrain, wir waren wirklich gespannt was uns dort erwartete ...
Über den Nassfeldpass, welcher nur 36 Kilometer von Kötschach-Mauthen entfernt war, führte uns der Weg zunächst nach Italien. Tolle Kurven und Kehren brachten uns hinauf zum Nassfeldsee. Auf italienischer Seite wird die Straße leider nicht sehr gepflegt und war daher nur in mäßigem Zustand.
Der nächste Pass war der Sella Nevea, zumindest war er als Pass deklariert. In Wahrheit bestand die Strecke nur aus einem engen, miserabel gepflasterten Verbindungsstück zwischen Italien und Slowenien. Die Fahrt ist hier nur bedingt empfehlenswert. Als wir rechts am grünblauen Wasser des Predilsees vorbeifuhren war Slowenien nicht mehr weit. Dann folgte die nächste Enttäuschung. Der Predilpass war nicht mehr als eine kurze Steigung mit einigen wenigen Kürvchen.

Oben angekommen kontrollierte ein sehr mürrischer, exzellent gelaunter Grenzbeamter unsere Ausweise. Dieser Mann hat sichtlich Spaß an seinem Job, soviel Herzlichkeit hätte ich in Slowenien gar nicht erwartet. Da ich ihn ja nicht heiraten wollte, sah ich lächelnd über ihn hinweg !
Nun waren wir also in den Julischen Alpen, die Strecke führte uns zunächst etliche Kilometer am Fluss Soca entlang. Der Soca ist der wohl beliebteste und bekannteste Wildwasserfluss in den Alpen. Er besteht aus 27 Kilometern phantastischem Wildwasser mit kristallklarem, türkisfarbenen Wasser, schneeweißen Felsen, sehenswerten Klammen und Schluchten und einem wunderschönen Gebirgspanorama. Viele Kajak-Fahrer säumten hier unseren Weg. Schnell lag mit dem Vrsic-Sattel die wohl bekannteste Bergstraße Sloweniens vor uns. Die Auffahrt von Soca aus ist wirklich ein Genuss. Eine tolle Landschaft, schöne Kehren und ein guter Fahrbahnzustand lassen hier das Bikerherz höher schlagen. Auf der Pass-Höhe dann schlugen wir das nächste Kapitel der slowenischen Gastfreundschaft auf. Nach dem Abstellen unserer Maschinen kam ein gut gelaunter Bursche auf uns zu, der 1,50 € pro Person verlangte. Zunächst dachten wir an eine Parkgebühr, aber er stammelte was von Mautstraße. Da hatte ich nun so viele Reiseberichte gelesen, aber das Wort Maut wurde noch nie erwähnt. In der Gewissheit, hier gerade übers Ohr gehauen zu werden, zahlten wir die geforderten 3 Euro. Ich weiß, es war nicht richtig aber was soll ich mich im Urlaub noch aufregen, wir sahen es einfach als Entwicklungshilfe...

Während unserer Pause spielten sich noch waghalsige Szenen ab. Wenn ein Urlauber nicht zahlen wollte, schmiss er sich wagemutig vor die anfahrenden PKW's, soviel Mut wurde dann immer mit Bargeld belohnt ! Es folgte nun die Abfahrt des Vrsic-Sattels nach Kranjska Gora. Über diese decke ich mal den berühmten Mantel des Schweigens. Für Frank und seine GS war diese Strecke sicherlich gut geeignet um mal den enormen Federweg der GS auszureizen. Mittlerweile befanden wir uns mitten im etwa 850 qkm großen Triglav-Nationalpark, dem einzigen Nationalpark Sloweniens. Seinen Namen erhielt der Park nach dem Symbol Sloweniens, dem 2864 Meter hohen Triglav, der fast im Zentrum des geschützten Gebietes liegt. Vom Triglav aus verlaufen strahlenartig Täler, die ihre Wasser an zwei große Flüsse abgeben, die ihr Quellgebiet in den Julischen Alpen haben: an die Soca, die in die Adria mündet, und an die Save, die ins Schwarze Meer fließt.

Über die nächsten 100 Kilometer gibt es nicht viel zu erzählen, was genau unsere Eindrücke wiederspiegelt. Wir wollten einfach mehr von Slowenien sehen und so ging es noch etwas ins Landesinnere hinein. Über den Seebergsattel fuhren wir dann zurück nach Österreich. An der Grenze mahnte uns der Beamte zu erhöhter Aufmerksamkeit, da er gerade einen Funkspruch über einen Motorradunfall bekommen hatte. Zunächst deutete aber nichts darauf hin und wir konnten die tolle Streckenführung des Seebergsattels noch genießen. Kurz vor Eisenkappel war es leider dann soweit - Vollsperrung !
Mitten auf der Straße stand der Rettungshubschrauber des ÖAMTC und zahlreiche Feuerwehrleute waren um Rettung bemüht. Nach einer halben Stunde wurde der Verletzte dann ins Hospital geflogen und die Straße wurde wieder freigegeben. Der Kollege war wohl deutlich zu schnell, schlug in die Leitplanke ein und stürzte einige Meter tief in einen Bachlauf.
Unsere nächsten Stationen waren der Schaidasattel und Klagenfurt. Der nur 1068 m hohe Schaidasattel ist nicht empfehlenswert. Die Fahrbahn ist einfach grottenschlecht, die Straße eng und unübersichtlich, die schlechte Beschilderung tat sein übriges. Über die B 91 erreichten wir dann schnell Klagenfurt, wo wir auf dann direkt auf die Autobahn fuhren. Die Straßensperre hatte uns doch etwas zurückgeworfen, wartete doch in Kötschach-Mauthen unserer Hauswirt Bernhard mit einem Grillabend auf uns. Den Rest des Weges kamen wir aber nun zügig voran. Die A 2 führt direkt am größten See Kärntens vorbei, dem Wörther See. Leider kann man von der Autobahn nicht viel von ihm sehen. Über die wirklich schön zu fahrende B 111 erreichten wir dann wieder Kötschach-Mauthen.

Wie schon erwartet hatten Bernhard und Brigitte den Grill bereits vorgeheizt und saßen sprichwörtlich auf heißen Kohlen. Wir verbrachten noch eine schöne Zeit und bedanken uns auf diesem Wege nochmal bei der Pension Weinfurtner. So ließen wir den Abend gemütlich ausklingen und zogen unser Fazit von Slowenien. Insgesamt war ich ein wenig enttäuscht, einzig die Auffahrt des Vrsic-Sattels lud zum Kurvenschwingen ein. Die Fahrt ins Landesinnere hätten wir uns sicherlich sparen können. Ich bin mir aber auch sicher, dass es im Triglav-Nationalpark noch viele interessante und auch kurvige Straßen gibt. Also, auf ein nächstes Mal !

  • Nassfeldpass
  • Nassfeldpass
  • Nassfeldpass
  • Nassfeldpass
  • Sella Nevea
  • Sella Nevea
  • Sella Nevea
  • Predilsee
  • Predilpass
  • Soca-Tal
  • Soca-Tal
  • Soca-Tal
  • Soca-Tal
  • Soca-Tal
  • Vrisic-Sattel
  • Vrisic-Sattel
  • Vrisic-Sattel
  • Vrisic-Sattel
  • Vrisic-Sattel
  • bei Kropa
  • bei Kropa
  • bei Besnica
  • bei Besnica
  • bei Besnica
  • bei Besnica
  • bei Besnica
  • Seebergsattel
  • Seebergsattel
  • Schaidasattel
  • Schaidasattel

6. Tag "Dolomiten" 354 Kilometer
Kötschach-Mauthen -> Lesachtal -> Kartischer Sattel -> Silian -> Gemärkpass -> Passo di Falzarego -> Passo di Valparola -> Cernadoi -> Selva di Cadore -> Forcella Staulanza -> Forno di Zoldo -> Passo di Cibiana -> Pieve di Cadore -> Passo di Mauria -> Ampezzo -> Passo di Monte Rest -> Plöckenpass -> Kötschach-Mauthen

Der Urlaub neigte sich langsam dem Ende entgegen und mit den Dolomiten stand heute unsere letzte ausführliche Tour bevor. Wiederum nahmen wir uns viel Zeit fürs Frühstück und so starteten wir um 10.00 Uhr die Triebwerke.
Der erste Teil des Weges war uns ja von vorgestern noch gut bekannt, über das Lesachtal, den Karntischen Sattel und Silian erreichten wir schnell Italien. Wir hatten heute einige Pässe auf dem Programm, der Höhepunkt sollte natürlich die berühmte Sella-Runde werden. Aber wie so oft im Leben kommt es immer anders als man denkt.

Zunächst verlief aber alles nach Plan, mit dem Gemärkpass stand uns die erste kleine Pass-Straße Richtung Dolomiten bevor. Die erste Pause machten wir am idyllisch gelegenen Dürrensee kurz vor Cortina d'Ampezzo. Schon hier flogen Unmengen von Motorradfahrern an uns vorbei, das absolut perfekte Wetter lud ja auch zum Biken ein. Es schien also recht voll zu werden, dennoch machten wir uns schnell wieder auf den Weg.
Nachdem wir uns überraschend gut im unübersichtlichen Cortina d'Ampezzo zurecht gefunden haben, stand mit dem Passo di Falzarego der erste Zweitausender auf dem Programm. Und hier wurde es direkt sehr ernst: nicht nur, dass uns schon der erste Krankenwagen entgegenkam, nein - wir befanden uns im Herzen zahlreicher potentieller Organspender ! Ich muss es leider so deutlich sagen, einige hatten wohl Ihr Hirn abends an der Bar vergessen. Also wir waren beileibe nicht langsam unterwegs, aber was sich an diesem Tag hier abspielte war nicht zu beschreiben. Der eine musste unbedingt kurz vor einer Kehre überholen und hatte dann einen leichten Geschwindigkeitsüberschuss, so dass er auf der allerletzten Rille noch die Kurve bekam, der andere kam uns auf unserer Straßenseite entgegen und sah sich plötzlich einem Reisebus gegenüber. Am anschließenden, sonst sehr schön zu fahrenden, Passo di Valparola hielten wir an und machten dem Wahnsinn ein Ende.

Frank und ich einigten uns schnell, dass es besser wäre heute auf die Sella-Runde zu verzichten. Wir kramten die Karte heraus und entschieden uns, unsere Runde auf nicht so bekannten Pässen fortzusetzen. So ging es über den Falzarego, Cernadoi und Pescul zum Forcella Staulanza. Der Verkehr nahm deutlich ab und so konnten wir die Kurven hinauf auf 1766 Meter genießen. Schnell waren wir uns sicher, dass wir uns heute für das Richtige entschieden hatten. Die nächste Dolomiten-Straße war der Passo di Cibiana, der zwar nur eine Höhe von 1530 Meter aufwies, aber einige Leckereien für den kurvensehnsüchtigen Ruhrpottler hatte. Den Cibiana und den folgenden Passo di Mauria kannten wir vom letzten Jahr nur bei strömenden Regen. Der Mauria ist auch wirklich schön zu befahren, bei sehr mäßigem Verkehr kann man hier in Ruhe seine Kurven schwingen.

Da wir noch etwas Zeit hatten, nahmen wir einen Tourentipp eines Einheimischen an. Beim Weizenbier an der Theke schwärmte er vom Passo di Monte Rest, einer kleinen unbekannten Pass-Straße unweit von Ampezzo. Neugierig wie wir nun mal sind, bogen wir kurz hinter Ampezzo rechts ab und schon ging es hinauf auf 1052 m Höhe. Dabei muss man allerdings bedenken, dass der Ort Ampezzo relativ tief liegt und die enge, teilweise unübersichtliche Strecke schon etliche Höhenmeter zu überwinden hat. Der Straßenverlauf führte viel durch den Wald und auf Gegenverkehr musste man sich auch nicht einstellen, trotzdem konnten wir der Schwärmerei des Kärnteners nichts abgewinnen. Kurz vor Tramonti di Sopra drehten wir um und machten uns in Richtung Plöckenpass auf den Weg. Dieser wiederum ist recht stark befahren, da er die kürzeste Verbindung zwischen Kärnten und Friaul ist. Teilweise ist die Fahrbahn hier zwar nicht ganz so gut, aber dennoch bereitet der Plöckenpass viel Freude und bringt uns direkt in unsere Ferienwohnung nach Kötschach-Mauthen zurück.

Wie schon oben erwähnt war es die absolut richtige Entscheidung die Sella-Runde heute nicht zu fahren. Auch auf den nicht so bekannten Pass-Straßen kann man in den Dolomiten mächtig viel Spaß haben. Mit der Gewissheit diesen auch gehabt zu haben, ließen wir den Abend gemütlich ausklingen ...

  • Dürrensee
  • Dürrensee
  • Dürrensee
  • Dürrensee
  • Passo di Valparola
  • Passo di Valparola
  • Passo di Valparola
  • bei Cernadoi
  • bei Cernadoi
  • bei Cernadoi
  • Forcella Staulanza
  • Forcella Staulanza
  • Forcella Staulanza
  • Passo Cibiana
  • Passo Cibiana
  • Passo Cibiana
  • Passo Cibiana
  • Passo di Mauria
  • Passo di Monte Rest
  • Passo di Monte Rest
  • Passo di Monte Rest
  • Plöckenpass
  • Plöckenpass
  • Plöckenpass

7. Tag "Pustertaler Höhenstraße" 232 Kilometer
Kötschach-Mauthen -> Lesachtal -> Kartischer Sattel -> Abfaltersbach -> Pustertaler Höhenstrasse -> Lienz - > Iselsbergpass -> Winklern -> Grossglockner-Hochalpenstrasse ( Kaiser-Franz-Josefs-Höhe ) -> Winklern -> Iselsbergpass -> Oberdrauburg ->Gailbergsattel-> Kötschach-Mauthen

Heute war die letzte Gelegenheit um nochmal österreichischen Asphalt unter die Räder zu nehmen. Da wir aber am Nachmittag unsere Bikes reisefertig machen wollten, und abends das DFB-Pokalspiel im Fernsehen übertragen wurde, entschieden wir uns für eine mittlere Tour von 230 Kilometern Länge.

Zunächst verlief der Tag aber etwas unplanmäßig. Nachdem wir einige Kilometer im Lesachtal unterwegs waren, meldete sich bei meiner FJR die Ölwarnlampe. Also ging es schnurstracks zurück nach Kötschach, um dort etwas Öl einzufüllen. Ohne weitere Probleme fuhren wir dann durchs Lesachtal in Richtung Kartisch. Nun ging es rechts auf die B 100, die wir in Abfaltersbach wieder verließen. Wir befanden uns nun auf der Pustertaler Höhenstrasse, über die ich schon viel gelesen hatte. Zugegeben, der Ausblick war schon grandios, fahrerisch hatte ich mir jedoch etwas mehr versprochen ...

Wir gelangten wieder zurück zur B 100, welche uns über Lienz, den Iselsbergpass und Winklern zur Großglockner -Hochalpenstraße brachte. Dank des ADAC-Tourentickets hatten wir ja noch eine Fahrt frei, und heute war auch die Straße zur Franz-Josefs-Höhe geöffnet. Dies war aber auch der einzig positive Aspekt, genau wie gestern in den Dolos war es hier rappelvoll. Ich glaube, ich habe noch nie so viele Wohnmobile und Reisebusse an einem Tag gesehen. Es waren mehr Fahrzeuge unterwegs, als in den letzten vier Jahren zusammen.

So quälten wir uns den Weg auf 2369 Meter Höhe hinauf. Große Schneebrocken säumten den Weg, nun konnten wir auch verstehen, warum die Straße vor einigen Tagen noch gesperrt war. Die Schneeschmelze ließ hier wohl einige Lawinen abgehen. Leider verging die Zeit wie im Flug und wir mussten uns wohl oder übel auf den "Heimweg" machen ! Zum Glück war die Glocknerstraße heute für uns umsonst, ansonsten hätte ich mich wirklich schwarz geärgert. Der Fahrspaß blieb heute deutlich auf der Strecke. Über Oberdrauburg und den Gailbergsattel, an dem wir noch ein paar Fotos machten, fuhren wir zurück nach Kötschach-Mauthen.

Mit dem Ausschalten der Triebwerke ging unsere Motorradtour stark dem Ende entgegen. Während die Bikes abkühlten, brachten wir die Ferienwohnung auf Vordermann. Nun wurden die Zweiräder auf dem Anhänger verzurrt - viele Griffe klappten nun auf Anhieb - und wir begaben uns zum Abendessen. Pünktlich zum Anstoß des DFB-Pokalendspieles zwischen unserem FC Schalke 04 und dem FC Bayern München waren wir wieder in der Wohnung. Bei Dosenbier und einem schlechten Spiel ließen wir die Woche Revue passieren. Der Wettergott hat es wirklich gut mit uns gemeint, ja fast schon eigentlich zu gut. Der einzige Schönheitsfleck war, dass der FC Bayern den Pokalsieg einfuhr. Ansonsten blickten wir aber auf eine fast perfekte Woche zurück !

  • Kötschach-Mauthen
  • Lesachtal
  • Lesachtal
  • Pustertaler Höhenstrasse
  • Pustertaler Höhenstrasse
  • Pustertaler Höhenstrasse
  • Pustertaler Höhenstrasse
  • Grossglockner Hochalpenstrasse
  • Grossglockner Hochalpenstrasse
  • Grossglockner Hochalpenstrasse
  • Grossglockner Hochalpenstrasse
  • Grossglockner Hochalpenstrasse
  • Kaiser-Franz-Josefs-Höhe
  • Kaiser-Franz-Josefs-Höhe
  • Kaiser-Franz-Josefs-Höhe
  • Kaiser-Franz-Josefs-Höhe
  • Kaiser-Franz-Josefs-Höhe
  • Kaiser-Franz-Josefs-Höhe
  • Kaiser-Franz-Josefs-Höhe
  • Kaiser-Franz-Josefs-Höhe
  • Gailbergsattel
  • Gailbergsattel
  • Gailbergsattel
  • Gailbergsattel
  • Verladung Kötschach-Mauthen

8. Tag "Abreise mit dem Auto" 978 Kilometer
Kötschach-Mauthen -> Gailbergsattel -> Spittal -> Salzburg -> Inntal -> München-Ost -> Nürnberg -> Würzburg -> Frankfurt -> Limburg -> Köln -> Essen

Die Geschichte des letzten Tages ist schnell erzählt.
Um 5.00 Uhr morgens machten wir uns auf den Weg. Über den Gailbergsattel und der Bundesstraße 100 gelangten wir zur Tauernautobahn. Wir kamen zügig voran und die Grenze war schnell erreicht. Vorher wurde natürlich der Wagen noch vollgetankt und kräftig gefrühstückt.
Leider herrschte in Bayern starker Rückreiseverkehr, so dass uns einige Staus nicht erspart blieben. Aber mit einer Klimaanlage im Auto ging auch diese Zeit gut um. Erst hinter Würzburg wurde es etwas leerer und wir konnten die restlichen Kilometer staufrei zurücklegen. Insgesamt brauchten wir für den Rückweg 13 Stunden.

Fazit

Ich habe es im Bericht ja schon mehrmals erwähnt:
Nach dem verkorksten letzten Jahr hatten wir diesmal ein traumhaftes Wetter. Durch das lange Wochenende mit dem Feiertag am Donnerstag, und den Pfingstferien in Bayern war es diesmal sehr voll. Leider sind da auch Motorradfahrer dabei, die es extrem übertreiben. Wie ich in einem Bericht gelesen habe, gab es im Mai in Südtirol so viele Unfalltote wie schon lange nicht mehr. Wen wundert's !!!

Insgesamt brachten wir 1805 unfallfreie Motorradkilometer hinter uns. Die Bikes waren wiedermal sehr zuverlässig, lediglich ein paar Tröpfchen Öl musste ich bei der FJR nachfüllen. Bedanken wollen wir uns nochmal bei Biker Bernhard und seiner Frau Brigitte von der Pension Weinfurtner. Es fehlte uns dort wirklich an Nichts.
Mit dem Anhänger anzureisen war wirklich eine gute Idee. Das Fahren bereitete keine Probleme und die Zeit verging auch wie im Flug. Auf ein Neues, im Jahr 2006 !!!

  • Ankunft in Essen
  • Ankunft in Essen