2009 - Schwarzwald ( Todtnauberg )

Dauer der Tour: 7 Tage
Gesamtstrecke: 2899 km
gefahrene Kilometer mit dem Auto: 1050
gefahrene Kilometer mit dem Motorrad: 1849

Zwei Mann - Ein Wort !
"Wir kommen wieder", mit diesen Worten verabschiedeten wir uns im letzten August von unseren Gastgebern, der Familie Eckert. Nach dem unschönen Ende mit der Reifenpanne im letzten Jahr, bezogen wir wieder Quartier auf dem Weilerhof in Todtnauberg.

Und täglich grüßt das Murmeltier - erneut bin ich mit einem "defekten" Reifen heim gefahren, aber diesmal hatte mein vorderer Z6 kein Profil mehr - das Ergebnis unzähliger Kurven rund um Todtnau, in den Vogesen und in der Schweiz.

1. Tag "Anreise mit dem Auto" 523 Kilometer
Essen -> Wuppertal -> Köln -> Limburg -> Wiesbaden -> Darmstadt -> Heidelberg -> Karlsruhe -> Freiburg -> Schauinsland -> Todtnauberg

Aber alles der Reihe nach:
Wie gewohnt wurde die Yamaha und die BMW am Vorabend auf dem Anhänger verzurrt und so konnte es Sonntagmorgen pünktlich um 8 Uhr losgehen ! Naja, fast pünktlich ... da wir dieses Mal mit dem Focus fahren wollten, war ich auch für den Adapter der Anhängerkupplung verantwortlich. Ihr ahnt es schon, natürlich hatte ich an diesen nicht gedacht. Schnell schoben wir den Anhänger samt Motorräder wieder in die Halle und besorgten uns bei Frank erst mal einen Adapter.

Um 08.15 Uhr konnte es dann aber wirklich losgehen, über die A46, die A3 und die A5 erreichten wir problemlos Freiburg im Breisgau ! Es folgte der mühsame, aber landschaftlich reizvolle "Aufstieg" nach Todtnauberg. Auf der Schauinslandstraße säumten nur einige Radfahrer unseren Weg, ansonsten war nicht sehr viel los, denn für Biker ist die Straße ja am Wochenende gesperrt.

Kurz vorm Weilerhof gab es dann eine kleine Überraschung: Die Straßenbaukünstler hatten es binnen eines Jahr nicht geschafft die Dorfstraße zu teeren. Also ging es wieder mal über einige hundert Meter Schotterpiste. Oder war es etwa der gewollte Untergrund für das bevorstehende MTB-Rennen ? Wohl kaum, nur fragte ich mich, warum ich gestern noch meinen Wagen gewaschen hatte ...

1. Tag "Rund um den Belchen" 131 Kilometer
Todtnauberg -> Todtnau -> Geschwend -> Präg -> Häg -> Mambach -> Wembach -> Hinterheubronn -> Schweighof -> Britzingen -> Laufen -> Staufen -> Untermünstertal -> Muggenbrunn -> Todtnauberg

Nur eine gute Stunde war seit unserer Ankunft vergangen, da drangen die ersten Motorradgeräusche durch den Weilerhof.
Die Mission Motorradurlaub begann mit einer kurzen Runde rund um den Belchen. Leider wurde nicht nur in Todtnauberg gebaut und so mussten wir das ein oder andere Mal die geplante Route verlassen. Trotzdem standen am Ende des Tages 131 Kilometer Kurvenspaß zu Buche, so konnte die Woche gerne weitergehen !

Wieder am Weilerhof angekommen, richteten wir uns erstmal gemütlich in unserer Ferienwohnung "Dorfblick" ein und gingen zum Schnitzelessen ins benachbarte Försterhaus. Bei Bier, Fernsehen und Knobeln beschlossen wir dann unseren ersten Abend.

  • Verladung
  • Verladung
  • Verladung
  • Verladung
  • Verladung
  • Verladung
  • Verladung
  • Verladung
  • Verladung
  • Verladung
  • Abfahrt
  • Abfahrt
  • Ankunft am Weilerhof
  • bei Staufen im Breisgau
  • bei Staufen im Breisgau

2. Tag "Vogesen Süd" 314 Kilometer
Todtnauberg -> Schönau -> Badenweiler -> Neuenburg am Rhein -> Baldersheim -> Wittelsheim -> Cernay -> Bourbach le Haut -> Wissbach -> Col du Hundsruck -> Le Grand Ballon -> Markstein -> Col du Bramont -> Col de la Schlucht -> Lac Blanc -> Turckheim -> Colmar -> Breisach am Rhein -> Staufen im Breisgau -> Todtnauberg

Endlich war der Tag da den wir seit einem Jahr herbeigesehnt haben - es ging zum ersten Mal nach Frankreich in die Vogesen.
Kurz vor 10 starteten wir bei herrlichem Wetter unsere Triebwerke, zunächst genossen wir noch die weiten Kurven des südlichen Schwarzwalds bevor es dann über den Rhein direkt nach Frankreich ging. Es war ein gigantisches Gefühl, majestätisch sahen wir von weitem die Gebirgszüge und wir näherten uns unaufhörlich.
Da "Tankstelle" in den Vogesen ein Fremdwort ist, füllten wir bei Cernay nochmal ordentlich Benzin in unsere Tanks. Hierbei machten wir Bekanntschaft mit der französischen Art der Waschanlage. Die Anlage sieht natürlich aus wie jede andere, aber um sich den Euro fürs Trockenen zu sparen, lassen die Franzosen die Halle drumherum weg und setzen auf natürliche "Sonnentrocknung".
Eine Waschanlage ohne Waschhalle - ein klasse Bild ! ( Genau wie die Fahrschülerin, die den standesgemäßen französischen Kleinwagen in die Anlage fuhr - aber dies sei natürlich nur am Rand erwähnt. )

Wir konzentrierten uns auf unsere hügelige Weiterfahrt, denn nun ging es richtig los. Natürlich können die Vogesen in Sachen Höhe den Alpen nicht das Wetter reichen - in Sachen Fahrspaß liegen sie meiner Meinung nach vorne ! Über den Col du Hundsruck, den bekannten Grand Ballon und den Col du Bramont ging es zur wohl bekanntesten Passhöhe in den Vogesen dem Col de La Schlucht !
Der Schluchtpass gilt als wichtige Verkehrsachse zwischen dem Elsass und Lothringen. Hinter uns lag ein beeindruckendes Erlebnis, über 40 Kilometerendlose Kurven, enge Kehren gepaart von weiten, harmonisch und zügig zu fahrenden Kurven - ummantelt von einem fanatischen Stück Natur. Ihr merkt es schon, die Vogesen haben mich zugegebenermaßen verzaubert. Bevor wir wieder Richtung Deutschland fuhren, machten wir einen Abstecher zum Lac Blanc. Der Lac Blanc - auch weißer See genannt - hat eine Größe von 29 Hektar und ist der größte See auf der Ostseite der Vogesen.

Von nun an ging es bei 30 Grad Celsius wieder Richtung Schwarzwald. Über Turckheim und der sehenswürdigen Stadt Colmar fuhren wir in Breisach am Rhein wieder nach "Good Old Germany". Schnell war Todtnauberg erreicht und beim Abendessen und -trinken schwärmten wir noch von diesem tollen Tag, auf den wir ein Jahr lang gewartet hatten.

  • Todtnauberg
  • Todtnauberg
  • bei Mittelheubronn
  • bei Cernay
  • Col du Hundsruck
  • Col du Hundsruck
  • Col du Hundsruck
  • Col du Hundsruck
  • Col du Hundsruck
  • Le Grand Ballon
  • Le Grand Ballon
  • Le Grand Ballon
  • Le Grand Ballon
  • Le Grand Ballon
  • Le Grand Ballon
  • Le Grand Ballon
  • Le Grand Ballon
  • bei Le Markstein
  • bei Le Markstein
  • bei Le Markstein
  • bei Le Markstein
  • Col du Bramont
  • Col du Bramont
  • Col du Bramont
  • Col du Bramont
  • Col du Bramont
  • Col du Bramont
  • Col du Bramont
  • Col du Bramont
  • Col de la Schlucht
  • Col de la Schlucht
  • Col de la Schlucht
  • Col de la Schlucht
  • Lac Blanc
  • Lac Blanc

3. Tag "Rund um Todtnauberg" 240 Kilometer
Todtnauberg -> Geschwend -> Präg -> Bernau -> Präg -> Geschwend -> Multen -> Münstertal -> Mittelheubronn -> Schönau -> Wieden -> Stohren -> Schauinslandstrasse -> Todtnau -> Feldberg -> Schluchsee -> Häusern -> Sankt Blasien -> Hintertodtmoos -> Präg -> Schlechtnau -> Todtnauberg

Für den heutigen Dienstag wurden im südlichen Schwarzwald teils heftige Regenschauer ab Mittags vorhergesagt. Aus diesem Grund fuhren wir heute mehrere Schleifen rund um Todtnauberg, um - im Falle eines Falles - schnell wieder im Trockenen zu sein !
Zunächst sah es nicht nach Regen aus, und unbeschwert genossen wir die endlosen Kurven des Südschwarzwaldes. Nach der ersten Schleife bei Präg und Bernau schlugen wir den Weg zum Belchen ein. Ein Waldarbeiter sagte uns hier bei unserer Rast, dass es seiner Meinung nach heute kein Regen mehr gibt, sein Wort in Gottes Ohren ! So begaben wir uns also auf unsere zweite Schleife, durchs Münstertal und über Mittelheubronn erreichten wir Schönau im Schwarzwald. Von hier aus ging es wieder am Belchen vorbei, aber diesmal an der anderen Seite.

Die letzte Schleife die auf dem Plan stand war nichts anderes als die Schauinslandstraße, auf der wir es ordentlich krachen ließen. Die Schauinslandstraße ist eine 12 Kilometerlange Bergstraße, die durch die legendären Bergrennen des ADAC bekannt wurde. Von 1923 bis 1984 wurde auf der serpentinenreichen Strecke das Schauinsland-Rennen in Form eines Einzelzeitfahrens ausgetragen.
Für uns sollte der Weg nun wieder zum Weilerhof gehen, aber am Himmel war noch keine dunkle Wolke erkennbar. Also wurde das Navi schnell mit Schleife Nummer 4 gespeist, als Ziel hatten wir uns den Schluchsee ausgesucht. In rasender Fahrt ging es die Schauinslandstraße wieder hinauf und über Todtnau und den Feldberg kamen wir zügig an den Schluchsee. Nach einer kurzen Pause am Ufer des größten Schwarzwaldsees ging es über Häusern, Sankt Blasien und Präg zurück nach Todtnauberg.

Ob Ihr es glaubt oder nicht, um 15.30 Uhr waren unsere Bikes wieder im Stall - innerhalb kürzester Zeit zog es sich zu und pünktlich um 16 Uhr begann der Regen ! Am Ende des Tages standen immerhin 240 Kilometer zu Buche und die Gewissheit alles richtig gemacht zu haben !

  • bei Multen
  • bei Multen
  • bei Multen
  • bei Multen
  • bei Multen
  • bei Multen
  • bei Multen
  • bei Multen
  • bei Multen
  • bei Neuhof
  • bei Neuhof
  • bei Neuhof
  • bei Neuhof
  • bei Neuhof
  • bei Neuhof
  • bei Vorderes Elend
  • bei Vorderes Elend
  • bei Vorderes Elend
  • bei Stohren
  • bei Stohren
  • bei Stohren
  • bei Stohren
  • Schluchsee
  • Schluchsee
  • Todtnauberg
  • Todtnauberg
  • Todtnauberg
  • Todtnauberg
  • Todtnauberg
  • Todtnauberg

4. Tag "Nordschwarzwald" 384 Kilometer
Todtnauberg -> Kirchzarten -> Sankt Märgen -> Furtwangen -> Triberg -> Wolfach -> Mummelsee -> Schwarzenbachtalsperre -> Freudenstadt -> Schiltach -> Sankt Georgen -> Schönwald -> Furtwangen -> Sankt Märgen -> Kirchzarten -> Todtnauberg

Über Nacht hatte es kräftig geregnet, die blonde Dame eines bekannten Nachrichtensenders sagte für den Südschwarzwald heute immer noch einige Schauer voraus ! Also entschieden wir uns kurzfristig beim Frühstück: Ab in den Norden !!!
Um es vorweg zu nehmen, es war die richtige Entscheidung. Von Regen keine Spur, nur die Fahrbahn war in Waldgebieten noch feucht, und somit war auch etwas Vorsicht geboten !
Den Streckenverlauf kannten wir ja schon vom letzten Jahr - wir hatten auch keinen Grund diesen zu ändern. Er besaß alles was das Motorradfahrer-Herz höher schlagen lässt: Kleine, enge Straßen mit unübersichtlichen Kurven; übersichtliche, sehr zügig zu fahrende Kurven, idyllische Ortsdurchfahrten und Fahren auf der gut ausgebauten Schwarzwaldhochstraße.

Die Tour führte uns hoch bis zur Schwarzenbachtalsperre, welche momentan aber saniert wird, daher ist die Staumauer auch nicht begehbar. Die Schwarzenbachtalsperre ist ein beliebtes Naherholungsziel innerhalb des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord. Sie ist Ausgangspunkt für Wandertouren und bietet die Möglichkeit zum Baden, Angeln und Windsurfen. An der Staumauer befindet sich ein Hotel, in der Nähe ein Bootsverleih. Für uns diente sie als Wendepunkt, über Freudenstadt, Sankt Georgen und Furtwangen ging es zurück zum Weilerhof.
Diese Nordschwarzwaldtour ist bedingungslos zu empfehlen, abends beim Schnitzel im Försterhaus bekamen wir das Grinsen immer noch nicht aus dem Gesicht.

  • bei Wildgutach
  • bei Wildgutach
  • bei Wildgutach
  • bei Wildgutach
  • bei Wildgutach
  • bei Wildgutach
  • bei Wildgutach
  • bei Furtwangen
  • bei Furtwangen
  • bei Furtwangen
  • bei Bad Peterstal
  • bei Bad Peterstal
  • bei Bad Peterstal
  • bei Bad Peterstal
  • bei Bad Peterstal
  • bei Allerheiligen
  • bei Allerheiligen
  • bei Allerheiligen
  • bei Sand
  • bei Sand
  • Schwarzenbachtalsperre
  • Schwarzenbachtalsperre
  • Schwarzenbachtalsperre
  • Schwarzenbachtalsperre
  • bei Schenkenzell
  • bei Schenkenzell
  • bei Schenkenzell
  • bei Schönwald im Schwarzwald
  • bei Schönwald im Schwarzwald
  • bei Schönwald im Schwarzwald

5. Tag "Schweiz" 423 Kilometer
Todtnauberg -> Geschwend -> Todtmoos -> Wehr -> Bad Säckingen -> Frick -> Aarau -> Beinwil am See -> Hochdorf -> Küssnacht - Vierwaldstätter See -> Altdorf -> Klausenpass -> Glarus -> Lachen -> Zürichsee -> Zürich -> Klingnau -> Waldshut-Tiengen -> Sankt Blasien -> Geschwend -> Todtnauberg

Grüezi ! Unsere heutige Tour führte uns ins Land der Eidgenossen, in die schöne Schweiz !
Der Streckenverlauf konnte dem gestrigen in Sachen Kurven sicher nicht standhalten, aber über die Vorzüge des Vierwaldstätter Sees und der Schweizer Bergwelt muss ich wohl keine großen Worte verlieren ...
Zunächst geht es aber durch den schönen und kurvenreichen Südschwarzwald, über Todtmoos und Wehr gelangten wir zum Grenzübergang in Bad Säckingen. Kaum war die Schweiz erreicht fing der Reservebalken meiner Dicken an zu blinken. Gut getimt, denn in der Schweiz kostet der Liter Superbenzin ja nur knapp über einen Euro. Schnell machten wir uns mit dem Tankautomaten vertraut und gaben unseren Bikes den nötigen Sprit !
Jaaa ich weiß - immer schön bei der Wahrheit bleiben. Also gut, eigentlich wollten wir in Bad Säckingen volltanken. Durch eine Umleitung kamen wir aber an keiner Tankstelle mehr vorbei und wurden auf direktem Weg in die Schweiz geschleust. Über den Spritpreis hatten wir uns auch in keinster Weise Gedanken gemacht, und mit dem Tankautomat standen wir anfangs auf Kriegsfuß. Zufrieden ???

Über Landstraße ging es dann weiter in Richtung Aarau. Wie erwartet war diese Strecke nicht sehr spektakulär, aber das Auge fährt ja mit. Die nächste Station war der 8,4 Kilometerlange Hallwiler See. Touristisch ist dieser See ein beliebtes Ausflugsziel, denn zahlreiche Restaurants und Strandbäder säumen das Ufer. Entlang des gesamten Westufers verläuft die Seetalbahn, eine einspurige Eisenbahntrasse der Schweizer Bundesbahn. Wir kamen zügig voran und näherten uns dem Vierwaldstätter See, unserem ersten großen Ziel !

Irgendwie schien die Schweizer Regierung auch ein Konjunkturpaket II ausgeschüttet zu haben, denn nun begann die große Zeit der Baustellen. Diese Baustellen entschuldigen natürlich nicht unser krasses und beschämendes Fehlverhalten gegenüber dem Staat. Eingekeilt zwischen LKW's mit sehr mäßiger Sicht bog ich an einer Kreuzung nach Ansage meiner "Steffi" rechts ab. Was ich vorher nicht sehen konnte war, dass sich die Straße teilte und ich direkt auf die mautpflichtige Autobahn einfuhr. Da Drehen auf der Autobahnauffahrt nicht die allerstärkste Idee ist, fuhr ich unschuldig vor mich her flötend weiter. In der Schweiz gibt es ja nur die Jahres-Vignette und das Befahren mautpflichtiger Autobahnen ohne eben diese Vignette kann sauteuer werden, ein Unsinn gegenüber unschuldigen Tagesgästen wie wir es nun mal sind. Ich stellte mir gerade den hochroten Kopf meines Bruders vor und sah ihn unter seinem Helm schimpfend vor mir.

Schmunzelnd fuhr ich weiter und nach nur 3 Kilometern verließen wir umgehend diese Schnellstraße. Das Navi brachte uns schnell wieder in die richtige Spur, bei Küssnacht begann die Fahrt entlang des Vierwaldstätter Sees. Das Panorama war schon einzigartig, die Anreise hierhin hat sich gelohnt. Die nächsten 37 Kilometer führten direkt am Ufer des 112 qkm großen Gewässers vorbei, wir genossen die einzigartige Bergwelt und die Farbspiegelungen des Vierwaldstätter Sees.

Bei Flüelen bogen wir links ab und unsere Fahrweise änderte sich schlagartig von touristisch auf sportlich, denn wir befanden uns auf der Auffahrt zum Klausenpass.
Der Klausen verbindet die Kantone Uri und Glarus und gilt aufgrund seiner Streckenführung als anspruchsvoll. Besonders Ehrfurcht einflößend sind die teilweise nicht vorhandenen oder sehr spärlichen Fahrbahnbegrenzungen. Zudem ist es an einigen Stellen recht eng, aber dank des mäßigen Verkehrs wird es kaum zu ernsthaften Problemen kommen. Im Gegenteil - auf vielen Streckenabschnitten gibt es sogar genug Zeit um die fantastische Landschaft zu genießen, ein paar kurze Fotopausen sind hier ein absolutes "must have".
Wie es sich für einen richtigen Motorradfahrer gehört hielten wir auf der Passhöhe an um ein amerikanisches Erfrischungsgetränk einzunehmen. Zielstrebig ging ich um Kiosk um dort aus allen Wolken zu fallen - dass was wir beim Tanken gespart hatten ging hier für das Getränk drauf. 6,30 € berappten wir für die 2 Getränke - ein echtes Schnäppchen !

Nach einer kurzen Pause begaben wir uns an die Abfahrt durch die intakte Gebirgs- und Hochgebirgslandschaft des Klausenpasses. Kühe säumten unseren Weg und man musste aufpassen diese nicht über den Haufen zu fahren. Ohne eine besondere Abgrenzung liefen sie umher und machten es sich auch schon mal auf der Straße bequem. Eigentlich fuhren wir nun auf direktem Weg zurück nach Deutschland, direkt heißt aber nicht automatisch auch schnell ...
Nach dem Klausen ging der Weg vorbei am Ufer des Zürichsees. Am See angekommen lagen noch über 40 Kilometer bis Zürich vor uns, diese Kilometer standen unter dem Motto "Generell 50".
Wir schlichen durch eine Ortschaft nach den anderen und kamen nicht wirklich voran. Endlich in Zürich angekommen ging es dann richtig zur Sache, es war wohl Feierabendverkehr denn die Stadt war proppenvoll. Über eine halbe Stunde benötigten wir um uns den Weg durch die Innenstadt zu schlagen, ohne mein Navi wäre es bestimmt das Vierfache geworden, es war einfach die Hölle !

Den Rest des Weges kamen wir allerdings wieder recht zügig voran, über Waldshut-Tiengen ging es zurück in den Schwarzwald. Es war kurz vor halb Neun, da schalteten wir zum letzten Mal für heute unsere Motoren aus. Der Tag war wirklich schön, alleine für den Vierwaldstätter See und den Klausenpass hat sich die Anstrengung gelohnt ! Weiterempfehlen würde ich diese Route allerdings nicht, denn den Zürichsee und vor allem Zürich sollte man echt meiden.

  • Vierwaldstätter See
  • Vierwaldstätter See
  • Vierwaldstätter See
  • Vierwaldstätter See
  • Vierwaldstätter See
  • Vierwaldstätter See
  • Vierwaldstätter See
  • Vierwaldstätter See
  • Klausenpass
  • Klausenpass
  • Klausenpass
  • Klausenpass
  • Klausenpass
  • Klausenpass
  • Klausenpass
  • Klausenpass
  • Klausenpass
  • Klausenpass
  • Klausenpass
  • Klausenpass
  • Klausenpass
  • Klausenpass
  • Klausenpass
  • Klausenpass
  • Klausenpass
  • Klausenpass
  • Klausenpass
  • Klausenpass
  • Klausenpass
  • Klausenpass
  • Klausenpass
  • Klausenpass
  • Klausenpass
  • Zürichsee

6. Tag "Nordvogesen" 349 Kilometer
Todtnauberg -> Freiburg -> Umkirch -> Bötzingen -> Marckolsheim -> Sélestat -> Le Hohwald -> Barr -> Schirmeck -> Natzweiler-Struthof -> Le Champ du Feu -> Liépvre -> Bergheim -> Breisach am Rhein -> Bad Krotzingen -> Staufen -> Todtnauberg

Mit der Rundfahrt durch die Nordvogesen und dem Elsass ging unsere Motorradwoche 2009 zu Ende. Die ausgewählte Route beinhaltete alle Facetten des Motorradfahrens: weite Kurven, enge Kehren, eine atemberaubende Landschaft und ein Stück Geschichte, wo es einem kalt den Rücken runter läuft.
Kurz vor 10 ging es los, es standen heute 350 Kilometer auf unserem Programm, nach der Tour gestern ein Kinderspiel. Über Freiburg ging es auf direktem Wege in Richtung Frankreich, das erste Highlight des Tages war ziemlich schnell erreicht. Die Strecke führte uns inmitten des Kaiserstuhls, rechts und links wuchsen Weinreben und auch als Nicht-Wein-Trinker sehnte man sich bei diesem Anblick nach einem leckeren Viertel Wein. Mit 557 m über NN ist der Kaiserstuhl sicherlich nicht sehr hoch, aber es war dennoch ein tolles Erlebnis hier mittendurch zu fahren, ich denke die Bilder sprechen für sich.

Hinter Sasbach ging es dann über den Rhein, und somit auch über die Grenze nach Frankreich. Der elsässische Ort Sélestat mit seinen rund 20000 Einwohnern war der nächste größere Ort auf unserer Liste. Sélestat hat eine schöne Altstadt mit verwinkelten Gassen, auch eine romanische und eine gotische Kirche können hier besichtigt werden. Uns zog es aber direkt weiter, denn ab hier begann das Kurvenparadies Elsass. Ein großes Plus ist, dass hier kaum Verkehr herrscht und man sich in dieser Landschaft richtig verloren vorkommt. Aber das bietet natürlich auch Gelegenheit die endlosen Kurven so richtig zu genießen. Genießen wollten wir auch den berühmten Elsässer Flammkuchen, leider kamen wir jedoch an keinem geeigneten Gastronomiebetrieb vorbei.

Wir waren etwa 200 Kilometer unterwegs, da ragte ein riesiges Mahnmal aus der Landschaft hervor. Interessiert hielten wir an und legten eine Pause ein. Das flammenförmige Holocaust-Denkmal gehört zur Gedenkstätte des Konzentrationslagers Natzweiler-Struthof. Im Auftrag von Reichsführer-SS Heinrich Himmler wurde im Mai 1941 beschlossen, in 800 m Höhe am Nordabhang des Mont-Louise ein Konzentrationslager für 4.000 Gefangene einzurichten. Teilweise war dieses Straf- und Arbeitslager mit 7000 Gefangenen unmenschlich überfüllt. Die Menschen mussten bei kargen Mahlzeiten sehr hart in den umliegenden Steinbrüchen arbeiten, die Todesrate im KZ Natzweiler-Struthof betrug hierdurch fast 40 Prozent. Von Mai 1941 bis April 1945 starben hier über 17500 Menschen !
Für ein Besuch des Museums blieb uns leider keine Zeit mehr - mit einem beeindruckenden, fast beklemmenden Gefühl fuhren wir weiter.

Nach nur wenigen Kilometern erreichen wir den Champ du Feu, ein 1099 Meter hoher Berg im Elsass. Der Gipfel ist gleichzeitig auch die Passhöhe, durch den hohen Aussichtsturm ist diese auch nicht zu verfehlen. Es schleicht sich etwas Wehmut ein, denn von nun geht es auf direktem Weg zurück zum Weilerhof nach Todtnauberg. Wie schon den ganzen Tag geht unser Blick in den Himmel, seit Stunden warten wir förmlich auf Regen, dunkle Wolken begleiten uns seit heute morgen.
Aber in diesem Jahr haben wir Glück, denn auch heute bleibt es trocken. Und das ist auch gut so ! Zufällig fällt Frank's Blick bei unserer letzten Pause auf meinen Vorderreifen. Ab sofort programmierte ich das Navi auf Linkskurven, denn rechts war mein Profil gen Null ! Wieder habe ich im Schwarzwaldurlaub einen Reifen geschafft - diesmal aber auf die angenehme, spaßige Art und Weise ! Was ich zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht wusste war, das auch die vorderen Bremsbeläge diesen Urlaub nicht überlebt haben, und dass nach nur 14000 gefahrenen Kilometern ! Schauinsland lässt grüßen !!!
Gegen halb Sechs quälten wir uns zum letzten Mal über die Dauerbaustelle hinauf zum Weilerhof. Da Samstag bereits um 8 Uhr die 12-Stunden-von-Todtnauberg begannen und wir uns zeitig auf den Heimweg machen wollten, ließen wir die Bikes kurz abkühlen und machten sie dann "reisefertig".

In der Pizzeria Romantica zogen wir bei Pizza und Pils ein Résumee des diesjährigen Motorradurlaubes:
Es fiel natürlich nur positiv aus, insgesamt nahmen wir 1850 unfall- und pannenfreie Kilometer Asphalt unter die Räder. Die Tour in die Schweiz war anstrengend, aber sehenswert. Sehenswert waren natürlich auch die Vogesen, das geringe Verkehrsaufkommen und die Straßen sind einfach ein Traum. Und der Schwarzwald ? Der geht eigentlich immer, denn längere, gerade Straßenabschnitte sind hier relativ selten ! Leider war die Woche wieder zu schnell vorbei, aber 2010 kommt bestimmt - und Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude !

  • Kaiserstuhl
  • Kaiserstuhl
  • Kaiserstuhl
  • Kaiserstuhl
  • Kaiserstuhl
  • Kaiserstuhl
  • bei Hohwarth
  • bei Hohwarth
  • bei Hohwarth
  • bei Hohwarth
  • Col du Kreuzweg
  • bei Klingenthal
  • bei Klingenthal
  • bei Klingenthal
  • bei Klingenthal
  • bei Natzwiller
  • bei Natzwiller
  • bei Natzwiller
  • bei Natzwiller
  • bei Natzwiller
  • bei Natzwiller
  • bei Natzwiller
  • bei Natzwiller
  • bei Natzwiller
  • Le Champ du Feu
  • Le Champ du Feu
  • Le Champ du Feu
  • bei Bergheim
  • ohne Worte
  • bei Breisach am Rhein
  • der Weilerhof in Todtnauberg
  • Abfahrt

7. Tag "Abreise mit dem Auto" 527 Kilometer
Todtnauberg -> Freiburg -> Karlsruhe -> Heidelberg -> Darmstadt -> Wiesbaden -> Köln -> Wuppertal -> Essen

Einmal im Jahr findet in Todtnauberg das 12-Stunden MTB-Rennen "Rund um Todtnauberg" statt.
Um den Straßensperrungen und diversen Umleitungen zu entgehen, machen wir uns bereits um 07.30 h auf den Heimweg. Und wir hatten Glück - kurz vor uns wurde die Straße vom Weilerhof hinab gerade dicht gemacht, wir schlüpften soeben noch hindurch ! Wo wir ein halbe Stunde später hätten herfahren sollen, ist uns auch heute noch ein Rätsel.

Der Rest der Heimfahrt verlief fast problemlos - nur am Frankfurter Kreuz gab es einen halbstündigen Stau aufgrund eines Unfalls. Punkt halb Drei waren wir in Essen-Burgaltendorf, der Urlaub war zuende !