2016 - Osttirol ( Iselsberg )

Dauer der Tour: 8 Tage
Gesamtstrecke: 3207 km
gefahrene Kilometer mit dem Auto: 1748
gefahrene Kilometer mit dem Motorrad: 1472

Ursprünglich sollte Kärnten unser Gastgeber für die Tour 2016 sein. Aber im benachbarten (Ost)Tirol, genauer gesagt in Iselsberg-Stronach fanden wir mit dem Ferienhaus Sporer das perfekte Urlaubsdomizil für unsere Tagestouren.

Ein Motorradurlaub inmitten der Lienzer Dolomiten am Fuße des Grossglockners ... kann man so machen !

1. Tag "Anreise mit dem Auto" 879 Kilometer
Essen -> Wuppertal -> Köln -> Frankfurt -> Würzburg -> Nürnberg -> München -> Inntal -> Ellmau -> Kitzbühl -> Mittersill -> Felbertauernstraße -> Lienz -> Iselsberg-Stronach

Eigentlich lief in der Vorbereitung zur Tour alles normal, eigentlich ...
Als ich am Freitag morgen wach wurde fiel mein Blick sofort auf mein rechtes Bein. Es hatte sich schon angedeutet, die Mückenstiche der letzten Tage sind zur einer Wundrose mutiert, und das nur einen Tag vor der Abfahrt.

Also noch schnell Antibiotika verschreiben lassen und dann ging es nach Feierabend ans Verladen der Bikes. Alles klappte wie am Schnürchen und so stand einer pünktlichen Abfahrt am Samstag morgen nichts mehr im Wege.

Die Anreise war relativ unspektakulär. Es herrschte hier und da zwar relativ dichter Verkehr, wir kamen aber trotzdem gut voran. Lediglich auf der A9 schlug uns das Navi eine Umleitung vor. Wir taten gut daran dieser zu folgen und so kamen wir nach 11 Stunden in Osttirol an.

Zum Abendessen ging es dann in den Iselsberger Hof, ein bekanntes Tourenfahrer-Partnerhaus. Danach ließen wir den Abend mit Fifa16 ausklingen und freuten uns auf die bevorstehenden Tagestouren.

  • Rastplatz Fahrenzhausen
  • Rastplatz Fahrenzhausen

2. Tag "Grossglockner" 324 Kilometer
Iselsberg-Stronach -> Iselsbergpass -> Heiligenblut -> Grossglockner Hochalpenstrasse -> Zell am See -> Saalfelden am Steinernen Meer -> Filzensattel -> Dientner Sattel -> Bischofshofen -> Sankt Veit im Pongau - Hochkönig -> Saalfelden am Steinernen Meer -> Zell am See -> Grossglockner Hochalpenstrasse -> Iselsbergpass -> Iselsberg-Stronach

Fünf Jahre ist es her dass wir „meinen“ Grossglockner zuletzt unter die Räder genommen haben. Ich mache ja keinen Hehl daraus, dass der Glockner mein absoluter Favorit in Sachen Motorradfahren ist. Um die Zeit nicht noch länger werden zu lassen machten wir direkt am ersten Tag zur Grossglockner-Tour auf.

Zunächst fuhren wir aber mit dem Wagen nach Winklern und füllten unseren Kühlschrank auf. Kurz vor halb 11 schallten erstmals unsere Motorengeräusche durch Iselsberg-Stronach. Die Mautstelle in Heiligenblut war schnell erreicht und der Anstieg zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe begann. Für einen Sonntag war die Verkehrsdichte heute recht überschaubar, und dass trotz des schönen Wetters.
Die Hochalpenstraße zauberte uns ein breites Grinsen ins Gesicht: schön angelegte Kurven, ein perfekter Fahrbahnbelag und dazu diese fantastische Landschaft. Hierfür berappe ich die Maut gerne.

Nächste Destination war das wunderschöne Zell am See, welches fast schon zu meiner 2. Heimat geworden ist. Seit Jahren komme ich im Sommer nach Zell und verbringe jedes Mal eine wunderschöne Zeit hier, wenn auch ohne Motorrad.Wir fuhren hinauf zum Mitterberghof von wo man einen atemberaubenden Blick über den Zeller See hat.
Für Romantik war aber nicht viel Zeit, mit dem Filzensattel und dem Dientner Sattel warteten schon die nächsten Kilometer auf uns. Die Region rund um den Hochkönig ist ein Traum, die Pässe erreichen zwar nicht die Höhenmeter der bekannten Alpenstraßen, aber Fahrspaß kam trotzdem jede Menge auf.

Auf dem Rückweg wurde die gute Laune aber jäh gestoppt, eine kurze Straßensperre am Dientner Sattel durch die Feuerwehr verhieß nichts Gutes.
"Sicher ein Biker" schoss es uns durch den Kopf, und genauso war es. Ein Motorradfahrer aus Bayern ist in den Gegenverkehr geraten und frontal mit einem PKW kollidiert, im Internet abends haben wir gelesen dass er den Unfall nicht überlebt hat. Uns beschlich schon ein mulmiges Gefühl als wir an der Unfallstelle vorbei mussten …

Über Saalfelden am Steinernen Meer und Zell am See ging es wieder zurück zum Grossglockner. Die untergehende Sonne sorgte für Postkarten-Atmosphäre und wir konnten den Glockner nochmal in vollen Zügen genießen.

Um 19 Uhr erreichten wir das Ferienhaus Sporer und blickten auf einen fast perfekten Tag zurück. Natürlich konnten wir das Erlebte nicht einfach aus den Klamotten schütteln, wohlwissend dass der Biker seinen Unfall durch überhöhte Geschwindigkeit wohl selbst verschuldet hatte.

Wir schmissen die PS4-Konsole an und eröffneten den Fifa16 Osttirol-Cup. Frank gönnte sich einige Bierchen dabei - ich musste auf das edle Getränk wegen meiner Antibiotika leider verzichten.

  • Mautstelle Heiligenblut
  • Kaiser-Franz-Josefs-Höhe
  • Kaiser-Franz-Josefs-Höhe
  • Kaiser-Franz-Josefs-Höhe
  • Kaiser-Franz-Josefs-Höhe
  • Kaiser-Franz-Josefs-Höhe
  • Kaiser-Franz-Josefs-Höhe
  • Mautstelle Ferleiten
  • Mautstelle Ferleiten
  • Mautstelle Ferleiten
  • Zeller See
  • Zeller See
  • Dientner Sattel
  • Fuscher Törl
  • Fuscher Törl
  • Fuscher Törl
  • Yamaha FJR 1300
  • Hochtor
  • Hochtor
  • Hochtor
  • Hochtor
  • Hochtor
  • Hochtor
  • Hochtor
  • Schneefräse Ander

3. Tag "Dolomiten" 356 Kilometer
Iselsberg-Stronach -> Lienz -> Silian -> Sant-Angelo-Pass -> Misurina -> Passo Tre Croci -> Cortina d'Ampezzo -> Passo di Giau -> Selva di Cadore -> Passo di Fedaia -> Sellajoch -> Grödner Joch -> Passo di Valparola -> Cortina d'Ampezzo -> Passo Cimabanche -> Toblach -> Kartischer Sattel -> Kötschach-Mauthen -> Gailbergsattel -> Oberdrauburg -> Iselsberg-Stronach

Dolomiten Day !
Heute ging es ins nur knapp 40 Kilometer entfernte Südtirol. Das Wetter war uns hold und so stand einem entspannten Tag eigentlich nichts im Wege, eigentlich ...

Toblach war schnell erreicht und unseren ersten Halt machten wir am Lago di Landro, direkt am Fuße der Drei Zinnen. Der Dürrensee ist nicht so bekannt wie der benachbarte Misurinasee, aber landschaftlich mindestens genauso reizvoll.
Apropos Misurina ... hier begann das Drama am heutigen Tage.
Was wir hier erlebt haben kann man eigentlich nicht in Worte fassen. Die Italiener haben Sommerferien und ganz Bella Italia war am 08.08.2016 in den Dolomiten unterwegs. Ob Groß, ob klein – jung und alt .... hier herrschte Chaos pur. Die Zufahrt zur Drei-Zinnen-Straße war gesperrt, die Parkplätze am Lago di Misurina total überfüllt, also schnell weg ...

Aber wohin ?
Cortina d’Ampezzo, Passo di Giau, Passo di Fedaia, Sella Joch, Grödner Joch ... überall das gleiche Bild.
Schon weit vor der jeweiligen Passhöhe war es so voll wie in Essen um 17 Uhr auf der A40. Zumindest können wir nun nachempfinden wie sich die Radfahrer beim alljährlichen Giro fühlen wenn Sie durch eine enge Gasse der Passhöhe entgegen strampeln. Fahrspass kam so natürlich nicht auf – im Gegenteil – hinter jeder Kurve lauerte das Unheil in Form von mitten auf der Straße stehenden Wohnmobilen.
Augen zu und durch !
Wir spulten unsere Runde wie geplant ab und waren froh gesund und munter wieder Iselsberg-Stronach zu erreichen.*

Abends beim Grillen zogen wir ein eindeutiges Fazit:
Was ein verschenkter Tag – das konnte auch das einzigartige Panorama der Dolomiten nicht verhindern.

  • Lago di Landro
  • Lago di Misurina
  • Lago di Misurina
  • Lago di Misurina
  • Lago di Misurina
  • Cortina d'Ampezzo
  • Passo di Giau
  • Passo di Giau
  • Passo di Fedaia
  • Passo di Fedaia
  • Sella Joch
  • Sella Joch
  • Grödner Joch
  • Grödner Joch
  • Grödner Joch
  • Grödner Joch
  • Grödner Joch
  • Passo di Valparola
  • Passo di Valparola
  • Passo di Valparola
  • Passo di Valparola
  • Passo di Valparola
  • Passo di Valparola
  • Lago di Landro

4. Tag "Drautal" 141 Kilometer
Iselsberg-Stronach -> Winklern -> Flattach > Möllstausee -> Sachsenburg -> Greifenburg -> Weissensee -> Greifenburg -> Oberdrauburg -> Iselsberg-Stronach

Wetterumschwung !
Die Wetterdienste waren sich einig – heute war es zunächst vorbei mit der Herrlichkeit. Ab dem Nachmittag waren heftige Regenfälle vorhergesagt, wir nutzen den Vormittag und machten uns zeitig für eine kurze Runde durch das Drautal auf den Weg.

Das Drautal ist das Haupttal der Bundesländer Osttirol und Kärnten. Es führt von Lienz hin zur Untersteiermark bis knapp vor Marburg an der Drau, besser bekannt als das slowenische Maribor.

Kurventechnisch war unsere heutige Runde nicht sehr anspruchsvoll, vielmehr ging es eigentlich nur darum ein paar Kilometer zu sammeln und nicht jetzt schon in der Wohnung rumzuhängen.
Gegen 12 Uhr Mittags war vom Regen noch nichts in Sicht. Obwohl Frank’s Wetter-App diesen für 13 Uhr ankündigte konnte ich ihn noch zu einem kleinen Abstecher zum Weissensee überreden. Grund dafür ist die Anfahrt von Greifenburg, auch bekannt als Kreuzbergsattel. Diese Kurven haben es einfach in sich und machen mächtig Spaß, zudem ist der Weissensee auch ein tolles Fleckchen Erde.

Da der Himmel immer dunkler wurde beschränkten wir uns auf das obligatorische Urlaubsfoto und machten und direkt wieder auf den Weg. Sollte Frank doch Recht behalten ?Es kam was kommen musste, kaum war Greifenburg passiert prasselte der Regen auf uns herab. Und wer war der Doofe ? Ich !

Egal, unsere Motorradklamotten hatten nun 1,5 Tage Zeit zum Trocknen.
Einkaufen – Essen – Trinken – Fifa spielen .... das war unser Programm für die beiden nächsten Tage ! 

  • Möllstausee
  • Möllstausee
  • Möllstausee
  • Weissensee
  • Weissensee
  • Weissensee
  • Weissensee
  • Iselsberg-Stronach

6. Tag "Nockalm" 361 Kilometer
Iselsberg-Stronach -> Winklern -> Flattach > Gmund in Kärnten -> Malta Hochalmstraße -> Gmund in Kärnten -> Nockalmstraße -> Falkertsee -> Stockenboi -> Hermagor -> Kreuzbergsattel -> Greifenburg -> Oberdrauburg -> Iselsberg-Stronach

Nach dem Aufstehen ging der Blick natürlich sofort gen Himmel: Bewölkt, aber trocken ... genauso wurde es vorhergesagt !
Es gab also keinen Grund weiter in der Bude zu hocken und so machten wir uns um zehn Uhr auf den Weg.

Allerdings brachte der viele Regen auch sehr überschaubare Temperaturen an den Tag, die Sommerhose blieb also im Schrank.

Unser erstes Ziel war die Malta Hochalmstraße die kurvenreich hinauf zum Kölnbreinspeicher führt. Die 10,50 Euro Maut sind wirklich lohnenswert, gilt die 14,4 Kilometer lange Straße doch als eine der spektakulärsten in den Alpen.
Oben angekommen trauten wir uns fast nicht den Helm abzusetzen, 3 Grad Celsius und ein kalter Wind luden nicht gerade zum Verweilen ein. Nach einem recht kurzen Aufenthalt begaben wir uns wieder an die Abfahrt, einsetzender Regen tat sein Übriges.
In Gmund angekommen war vom Regen keine Spur mehr - im Gegenteil - die Sonne blinzelte endlich durch die weniger werdenden Wolken hindurch.

Auch die Nockalmstraße ist immer eine Reise wert, wie schon an anderer Stelle empfehle ich hierzu sich im Vorfeld das ADAC-Tourenticket zu besorgen. Die Nockalm ist zwar größtenteils auf 60 km/h gebremst, aber so kann man wenigstens in Ruhe die fantastische Landschaft genießen.

Nach einem Abstecher zum Falkertsee ging es über Stockenboi, Hermagor, dem immer launigen Kreuzbergsattel und Oberdrauburg zurück zur Ferienwohnung.

Am Ende des Tages standen 360 sehr frische, aber trockene und kurvige Kilometer zu Buche. Schön war's !

  • Malta Hochalmstraße
  • Malta Hochalmstraße
  • Kölnbreinspeicher
  • Kölnbreinsperre
  • Kölnbreinsperre
  • Kölnbreinspeicher
  • Kölnbreinspeicher
  • Kölnbreinsperre
  • Malta Hochalmstraße
  • Maltatal
  • Nockalmstraße
  • Nockalmstraße
  • Nockalmstraße
  • Nockalmstraße
  • Nockalmstraße
  • Nockalmstraße
  • Nockalmstraße
  • Falkertsee
  • Falkertsee
  • Farchensee

7. Tag "Villacher Alpenstraße" 290 Kilometer
Iselsberg-Stronach -> Oberdrauburg -> Greifenburg -> Kreuzbergsattel -> Hermagor -> Sankt Stefan im Gailtal -> Villacher Alpenstraße -> Goldeck Panoramastraße -> Spittal an der Drau -> Flattach -> Winklern -> Iselsberg-Stronach

Die Motorradwoche 2016 ging versöhnlich zu Ende. Der Himmel war zwar grau, aber wie schon gestern blieb es den ganzen Tag trocken.

Da wir am späten Nachmittag unsere beiden Hauptdarsteller reisefertig machen wollten, wählten wir eine zügige Abschlussrunde die mit der Villacher Alpenstraße und der Goldeck Panoramastraße zwei Schmankerl enthielt.

Während ich die Goldeckstraße als "ganz nett" bezeichnen würde, ist die 16,5 Kilometer lange Villacher Alpenstraße ein echtes Highlight.
Sag und schreibe 11 Aussichtspunkte finden sich entlang der kurvigen Bergstraße, inklusive der Plattform "Rote Wand". Es wäre wirklich zu schade wenn man diese Straße achtlos rauf- und runterfährt, ein bißchen Zeit sollte man schon einplanen.

Gegen 16.30 Uhr waren wir dann wieder in Iselsberg und alles nahm seinen gewohnten Lauf. Die Motorräder wurden verpackt, die eigenen sieben Sachen zusammengerafft, die Wohnung geräumt, Abendessen. Pipi machen und ab ins Bett!"

  • Villacher Alpenstraße
  • Villacher Alpenstraße
  • Villacher Alpenstraße
  • Villacher Alpenstraße
  • Villacher Alpenstraße
  • Villacher Alpenstraße
  • Villacher Alpenstraße
  • Villacher Alpenstraße
  • Villacher Alpenstraße
  • Villacher Alpenstraße
  • Villacher Alpenstraße
  • Villacher Alpenstraße
  • Villacher Alpenstraße
  • Villach
  • Goldeck Panoramastraße
  • Goldeck Panoramastraße
  • Goldeck Panoramastraße
  • Goldeck Panoramastraße
  • Goldeck Panoramastraße
  • Goldeck Panoramastraße

8. Tag "Abreise mit dem Auto" 869 Kilometer
Iselsberg-Stronach -> Lienz -> Felbertauernstraße -> Mittersill -> Kitzbühl -> Ellmau -> Inntal -> München -> Nürnberg -> Würzburg -> Frankfurt -> Köln -> Wuppertal -> Essen

Der Motorradurlaub war zu Ende. Trotz des teilweisen regnerischen und kühlen Wetters hatten wir eine schöne Zeit.
Vielen Dank an die Familie Sporer die uns mit Ihrer schönen Ferienwohnung einen tollen Aufenthalt ermöglicht hat.
Osttirol mit den Lienzer Dolomiten und das angrenzende Kärnten eignen sich perfekt zum Motorradfahren.

"Willkommen in Kärnten - Da erwacht die Lebensfreude !"