Alpen / Dolomiten 2003

4.Tag *Große Dolomitenfahrt*: 262 km
Arabba -> Passo di Campolongo -> Corvara in Badia -> Passo di Valparola -> Passo di Falzarego -> Pocol -> Passo di Giau -> Selva di Cadore -> Forcella Staulanza -> Passo Duran -> Agordo -> Passo di Cereda -> Passo di Rolle -> Passo di Valles -> Passo di San Pellegrino -> Canazei -> Sella Joch -> Grödner Joch -> Colfosco -> Corvara in Badia -> Passo di Campolongo -> Arabba

Heute stand uns Großes bevor. Die große Dolomitenrunde beinhaltet nicht weniger als 13 Pässe, Kurven und Kehren bis zum Abwinken. Hoffentlich wird uns da nicht schwindelig....
Nachdem es sich über Nacht wieder mal ausgeregnet hatte, ging es um 10 Uhr bei herrlichem Wetter los. Über den Passo di Campolongno ( 1875 m ) kamen wir zum Passo di Valparola, ein kleiner Geheimtip. Er beinhaltet zwar wenig Kehren, aber dafür eine Menge Kurven, die bei wenig Verkehr sehr flüssig zu fahren sind. Und die Aussicht auf 2168 m Höhe spricht eh' für sich. Über den Passo di Falzarego und Pocol gelangten wir zum Passo di Giau, den wir ja schon von gestern kannten. Die Fahrbahn war vom Regen etwas sauber gespült und wir konnten es richtig gut angehen lassen.
Der große Parkplatz auf 2230 m Höhe war heute sehr gut besucht, ich hatte nur den Eindruck mich auf einem Q-Treffen zu befinden.... Weiter ging es zum fleißigen Pässe sammeln. Als nächstes stand der Forcella Staulanza auf unserem Programm, der uns immerhin auf eine Höhe von 1766 m brachte. Der Staulanza ist nicht den großen Dolomitenpässen zuzuordnen, daher herrscht auf der kurvenreichen Strecke sehr wenig Verkehr. Der nächste Asphalt den wir unter unsere Räder nahmen gehörte zum Passo Duran. Dieser war leider von derart schlechter Qualität, daß wir hier locker und ruhig bis zur Passhöhe von 1601 m aufstiegen. Der kurvenreiche Passo di Cereda diente uns im Grunde nur zur Überbrückung zu den nächsten Pässen, die sich wie an einer Perlenkette aneinander reihten.
Es waren im Folgenden der Passo di Rolle ( 1989 m ), Passo di Valles ( 2031 m ) und der Passo di San Pellegrino ( 1919 m ). Diese Straßen waren von wirklich guter Qualität, weil einige Tage vorher der Giro D'Italia hier gastierte. Über Moena und Canazei kamen wir zum Sellajoch, der wohl bekanntesten Pass-Straße in den Dolomiten. Zahlreiche Kurven führten uns in 2213 Meter Höhe. Leider waren mittlerweile Wolken aufgezogen, so daß das berühmte Sella-Massiv etwas verhüllt vor uns stand. Mein persönlicher Lieblingspass ist das Grödner Joch, mit der Passhöhe von 2121 Meter. Hier finden sich enge Kehren, gepaart mit zügig zu fahrenden Kurvenkombinationen. Das Grödner Joch macht einfach mächtig viel Spaß. Über den Passo di Campolongo kamen wir zurück nach Arabba, wo wir bei kalten Getränken und Benzingesprächen diesen tollen Tag ausklingen ließen.

[Diashow "Große Dolomitenfahrt"]

5.Tag *Arabba - Pfunds*: 312 km
Arabba -> Passo Pordoi -> Canazei -> Pozza di Fassa -> Krarerpass -> Welschnofen -> Bozen -> Auna di Sotto -> Klobenstein -> Sarnthein -> Penser Joch ->Jaufenpass -> Meran -> Foresta -> Naturns -> Schluderns -> Mals -> Graun im Vinschgau -> Reschenpass -> Nauders -> Finstermünzpass -> Pfunds

Der heutige Tag versprach nicht so spektakulär zu werden wie der Gestrige, stand uns die Überfahrt nach Österreich bevor. In der Streckenführung waren zwar auch 6 Pässe integriert, aber leider auch zwei Ortsdurchfahrten, sowie etliche Kilometer Bundesstraße. Zunächst ging es über den Passo Pordoi nach Canazei. Auf der SS48 kamen wir zügig voran und erreichten schnell Pozza di Fassa. Hier verließen wir die Bundesstraße und bogen ab zum Krarerpass. Nun begann das Unheil: Die Italiener sind echt riesige Straßenbauer. Weil Ihnen das Teeren anscheinend soviel Spaß macht, machen sie direkt beide Fahrbahnhälften auf einmal. Ratlos schauten wir uns an, wurden aber dann durch ein lautes "Avanti" zum Weiterfahren aufgefordert. Das Ergebnis dieser Fahrt lässt das nebenstehende Foto nicht annähernd erahnen. Vom Krarerpass nahm ich mir jedenfalls soviel an Andenken mit, daß ich zuhause die Löcher in der Einfahrt stopfen konnte. Restlos bedient fuhren wir in Richtung Bozen weiter. Hier stellte sich heraus, daß heute nicht unser Tag sein sollte, die Italiener waren auch noch riesige Straßenbeschilderer. Hatte ich mich doch sehr penibel auf Bozen vorbereitet, jede Abbiegung, jeder Straßenname wurde aufgeschrieben um die Gruppe hier durch zuleiten. Aber es stellte sich heraus, daß rein garnichts beschildert war, dafür ein Kreisverkehr nach dem anderen. Instinktiv bog ich ab und mit Hilfe des Laptops gelang es uns, wieder die geplante Route einzunehmen. Immerhin, unser Umweg führte uns über eine serpentinenreiche Strecke, inmitten von wunderschönen Weinbergen. Durch das Sarnthal hindurch erreichten wir das Penser Joch. Bei dieser tollen Landschaft und kurvigen Straßen besserte sich unsere Laune im Nu. Auf der Passhöhe von 2215 m hatten wir einen phantastischen Ausblick, hier war wirklich ein schönes Fleckchen Erde. Weiter ging es zum Jaufenpass, den wir bisher nur im Schnee kannten.
In diesem Jahr herrschte hier aber bestes Wetter und wir fuhren flüssig hinauf. Bei der Abfahrt ist Vorsicht geboten, teilweise ist die Straße sehr eng und unübersichtlich. Nach dem Drama in Bozen wurde Meran perfekt gemeistert. Okay, eine Straße war eigentlich nur für Anlieger freigegeben, aber wir miemten die Unschuldigen und fuhren gemütlich hindurch. Wir bogen ab auf die SS38, die leider sehr stark befahren war. Aber es gab nunmal nur die eine Bundesstraße in Richtung Österreich. Über Naturns, Schlanders, Schluderns und Mals kamen wir nach Graun im Vinschgau, direkt am Reschensee gelegen. Hier machten wir kurz Halt, um das klassische Foto vom versunkenen Kirchturm zu schießen. Als nächstes befuhren wir den Reschenpass und den Finstermünzpass, beides keine wirklichen Pass-Straßen, eher gut ausgebaute Bundesstraßen. Hier, etwa 15 km vor unserem Ziel, mussten wir endlich dran glauben und erlebten einen kurzen, aber heftigen Schauer. Um 17.30 Uhr erreichten wir den Gasthof Traube in Pfunds..

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