Alpen / Dolomiten 2003

6.Tag *Schweizer Bergwelt*: 275 km
Pfunds -> Finstermünzpass -> Nauders -> Reschenpass -> Graun im Vinschgau -> Rifair -> Taufers -> Müstair -> Ofenpass -> Zernez -> Susch -> Flüelapass -> Davos -> Schmitten -> Albulapass -> La Punt Chamues -> Zernez -> Susch -> Scuol -> Martina -> Norberthöhe -> Nauders -> Finstermünzpass -> Pfunds


Heute konnte das Gepäck im Hotel gelassen werden, denn Pfunds war Start- und Zielort unserer heutigen Etappe. Ich war wirklich sehr gespannt, denn über die Schweiz hört man ja viel Gutes. So machten wir uns bei bestem Wetter zeitig auf, um die Schweizer Bergwelt zu erklimmen. Los ging es über den Finstermünzpass und den Reschenpass, bevor wir bei Mals rechts in Richtung Schweiz abbogen. Direkt hinter der Grenze kamen wir nach Müstair, von dort ging es über die B 28 zum Ofenpass. Der Ofenpass war mit seiner Höhe von 2149 Meter recht langweilig. Die Strecke besteht aus langgezogen Kurven und der Belag war nicht sonderlich gut. Wir machten dann mit den Orten Zernez und Susch Bekanntschaft und erreichten so den Flüelapass, dessen höchster Punkt mit 2383 m ausgeschildert war.
Der Fahrspaß in den unzähligen Kurven und Kehren wurde jedoch von der schlechten Fahrbahndecke beeinträchtigt. Optisch kam es eher einer Mondlandschaft gleich, kleinere Bergseen frischten das Bild etwas auf. Durch das beschauliche und überrraschend ruhige Davos hindurch erreichten wir die B 417. Hinter Alvaneu verließen wir diese, und gelangten über Filisur und Bergün zum Albulapass (2312 m). Die reizvoll angelegte Trasse der Albula-Eisenbahn ist ein Meisterwerk der Schweizer Verkehrsbauer. In zwei Schleifen überwindet sie einen Höhenunterschied von über 100 Meter, ein wirklich einmaliges Schauspiel. Apropos Einmalig: Einmalig schlecht auch der Zustand des Albulapasses, die Straße glich einer stark ausgeprägten Buckelpiste. Nach einer kurzen Rast am bekannten Hospiz machten wir uns auf den Rückweg.
Bei La Punt-Chamues fuhren wir links auf die B 27, welche wir auch vorerst nicht verließen. Der Rückweg war, bedingt durch die 80 km/h Begrenzung der Schweizer, sehr monoton und zog sich lange hin. Bevor wir bei Martina rechts zur Norberthöhe abbogen, kamen wir durch Ortschaften wie z.B. Brail, Zernez, Susch, Ardez und Scuol. Kurz vor der Norberthöhe (1461 m) verließen wir den Kanton Graubünden und reisten wieder nach Österreich ein. Die Norberthöhe ist eine kleine aber feine Straße, mit flüssig zu fahrenden Kehren. Nur wenige Minuten später erreichten wir den Gasthof Traube in Pfunds. Am Ende des Tages waren wir uns einig: Die Schweiz wurde ihren Vorschußlorbeeren nicht gerecht, egal ob Pass- oder normale Landstraße, die Qualität der Fahrbahn ließ viele Wünsche offen, Fahrspaß kam nur selten auf. In den nächsten Jahren gebe ich der Schweiz nochmal eine Chance, vielleicht waren wir ja nur zur falschen Zeit am falschen Ort ....

[Diashow "Schweizer Bergwelt"]

7. Tag *Überraschende Heimfahrt*: 889 km
Pfunds -> Prutz -> Kaunertaler Gletscherstraße -> Prutz -> Arlbergtunnel -> Bludenz -> Lindau -> Ulm -> Stuttgart -> Karlsruhe -> Heidelberg -> Darmstadt -> Wiesbaden -> Neuwied -> Bonn-Siegburg -> Köln -> Leverkusen -> Hilden -> Breitscheid -> Essen-Haarzopf -> Essen-Dellwig


Am Morgen des siebten Tages schien zunächst alles nach Plan zu verlaufen. Nach einem umfangreichen Frühstück verabschiedeten wir uns von der Familie Fuchs im Gasthof Traube und machten uns auf zur Kaunertaler Gletscherstraße, nur wenige Kilometer von Pfunds entfernt. In Prutz bogen wir rechts in Richtung Kaunertal ab, an der Kasse war dann erstmal 9 Euro Maut fällig. Nun beginnt die kurvenreiche Auffahrt zum Gepatsch-Stausee, wobei stets erhöhte Vorsicht angesagt war. Ganz ungeniert standen uns hier einige Kühe Spalier und beobachteten unsere Weiterfahrt. Zäune waren Fehlanzeige, dafür war die Strecke mit Hinterlassenschaften der Kühe übersäht. Das Sträßchen entlang des Stausees war recht eng, auf Gegenverkehr sollte daher stets geachtet werden.
Nun ging es ans Eingemachte: In mehreren Kurvenkombinationen erklimmt die Fahrbahn die Weißseespitze. Hier gibt es zwei Arten von Kehren, enge und sehr enge. In den letzten Serpentinen werden dabei etliche Höhenmeter gemeistert. An der Weißseespitze, bei 2750 Metern, bot sich ein imposantes Bild. Während wir im T-Shirt umher liefen, wurde in Sichtweite Ski gefahren. Genüßlich standen wir auf dem großen Parkplatz und beobachteten das bunte Treiben auf der Piste. Auf der Rückfahrt sollte man die grandiose Landschaft nicht außer Acht lassen, ein Blick lohnt sich hier immer. Bei der Mautstelle in Feichten machten wir nochmal eine kurze Pause. Es war mittlerweile 13 Uhr und als nächstes wartete eigentlich die Silvretta-Hochalpenstraße auf uns. Aber im Leben kommt es ja oft anders als man denkt ...
Wegen einer privaten Angelegenheit eines Tourmitgliedes entschieden wir uns, gemeinsam die Heimfahrt anzutreten. An dieser Stelle möchte ich mich nochmal beim Gasthof Sonnenkopf am Faschinajoch bedanken. Nach einem kurzen Telefonat wurden unsere bereits gebuchten Zimmer kostenlos storniert.
Über Landeck und Pians erreichten wir den Arlbergtunnel. Zusätzlich zum "Pickerl" wechselten hier stolze 8,50 Euro den Besitzer. Juchuu, wir durften Geld bezahlen, damit wir mit 60 km/h durch einen warmen, stinkenden Tunnel fahren durften! Bei Bludenz ging die sogenannte Schnellstraße endlich in eine Autobahn über. Bei Lindau am Bodensee ging es über die Grenze und wir hatten Hoffnung nun zügiger voran zu kommen.
Aber weit gefehlt, stand doch das lange Pfingstwochenende vor der Tür. Da die Heimfahrt nicht wirklich prickelnd war, hier der Weg in aller Kürze: Weiter ging es auf der A 96 bis Memmingen, dann auf die A 7 bis Ulm-Elchingen, um dort auf die A 8 bis Karlsruhe abzubiegen. Nun fuhren wir die A 5 entlang, die am Darmstädter Kreuz in die A 67 übergeht. Am Mönchhofer Dreieck stießen wir auf die A 3, die wir erst am Breitscheider Kreuz wieder verließen. Nun noch ein paar Kilometer und wir erreichten glücklich, aber erschöpft unser Ziel. Zahlreiche Baustellen und Staus verhinderten heute ein schnelleres Vorankommen, sodaß wir erst um 23.00 Uhr zuhause waren. Trotz des überraschenden Endes hat uns diese Woche viel Spaß gemacht und wir sehnen uns schon dem nächsten Jahr entgegen...

[Diashow "Kaunertaler Gletscherstrasse"]

Downloads

Roadbook als *.doc [68 KB]
Roadbook als *pdf
Karten [891 KB]
Motorrad Tourenplaner [22 KB]
Garmin