Kärnten 2005

4.Tag *Grossglockner*: 351 km
Kötschach-Mauthen -> Kartischer Sattel -> Silian -> Pragser Wildsee -> Staller Sattel -> St. Jakob in Defereggen -> Felbertauernstrasse -> Mittersill -> Grossglockner-Hochalpenstrasse -> Apriacher Höhenstrasse -> Iselsbergpass -> Oberdrauburg -> Gailbergsattel -> Kötschach-Mauthen

Heute stand unsere Grossglockner-Runde auf dem Programm. Bei perfektem Wetter ging es zunächst durch das schöne Lesachtal hindurch in Richtung Italien. Das Lesachtal ist wirklich ein schönes Fleckchen Erde, leider wird der Fahrspaß durch die vielen Bitumenstreifen erheblich gestört. Schnell ist hinter Silian die Grenze nach Bella Italia erreicht. Nach 20 Kilometern ging es links ab zum Pragser Wildsee, ein Abstecher der sich wirklich lohnt. Der Pragser Wildsee befindet sich auf einer Meereshöhe von 1469 m. Die intensive, dunkelblaue Farbe und die zauberhafte Bergkulisse machen ihn zu einem einzigartigen Naturereignis.
Die nächste Station ist der Staller Sattel, welcher uns wieder zurück nach Österreich bringt. Vorher durchqueren wir aber noch das Antholzer Tal, welches durch den hier ansässigen Biathlon-Stützpunkt bekannt ist.
Der anschließende "Lago di Anterselva" lädt zu einer Rast ein. Man kann lieber hier am See verweilen, bevor man sich eine halbe Stunde lang an der Ampelanlage des Staller Sattels anstellt und im Gedränge versucht die Pole Position zu erhaschen. Der Verkehr am Sattel wird wie folgt geregelt: Von der 30. bis zur 45. Minute jeder Stunde ist der Verkehr von Italien nach Österreich freigegeben, von der 0. bis zur 15. Minute geht es dann von Austria in Richtung Antholz. In Huben angekommen geht es schnurstracks zur Felbertauernstrasse, bzw. den Felbertauerntunnel. Auch hier sind 8 Euro Maut fällig. Die gesamte Strecke ist sehr gut - teilweise zweispurig - ausgebaut und verläuft ziemlich langweilig und unspektakulär. Die Felbertauernstrasse sollte meiner Meinung nach nur zur reinen An- oder Abreise genutzt werden.

Nun geht es rechts auf die B 168 nach Zell am See. Schnell ist Bruck an der Grossglocknerstrasse erreicht. Was viele nicht wissen, in Bruck steht der Kilometerstein 0 der Grossglockner-Hochalpenstrasse. Erst nach einigen Kilometern muss in Ferleiten die lohnenswerte Maut von 17 Euro berappt werden. Wie schon oft erwähnt, bin ich ein absoluter Fan des Glockners. Auch meine 5. Überquerung ist ein tolles Erlebnis, einziger Wehmutstropen: Die Strasse zur Franz-Josefs-Höhe war an diesem Tag wegen Lawinengefahr gesperrt. Wie schon im letzten Jahr verließen wir direkt hinter Heiligenblut die Hauptstrecke um über die Apriacher Höhenstrasse nach Döllach zu gelangen.
Nun wurde noch der Iselsbergpass unter die Räder genommen und über Oberdrauburg und den Gailbergsattel ging es zurück nach Kötschach-Mauthen. Der Gailbergsattel ist genauso wie sein Name sagt - einfach geil. Trotz der niedrigen Höhe machen die Kurven und Kehren des Sattels viel Spaß und laden zum Fußrastenkratzen nur so ein. Doch Vorsicht: Wie uns die einige Einheimische erzählten, besteht am Gailbergsattel bei Regen erhöhte Rutschgefahr und wird dann selbst von Ihnen gemieden. Aber an Regen war ja heute nicht zu denken und so ging es richtig zur Sache. Bei zwei bis fünf Weizenbieren liessen wir dann diesen perfekten Tag ausklingen !

[Diashow "Grossglockner"]

5.Tag *Slowenien*: 440 km
Kötschach-Mauthen -> Nassfeldpass -> Pontebba -> Sella Nevea -> Predilpass -> Soca -> Vrsic-Sattel -> Kranjska Gora -> Jesenice -> Besnica -> Kranj -> Seebergsattel -> Eisenkappel -> Schaidasattel -> Klagenfurt -> Wörther See -> Villach -> Hermagor -> Kötschach-Mauthen

Am heutigen Tag stand unsere längste Ausfahrt auf dem Programm. Mit Slowenien betraten wir für uns unbekanntes Terrain, wir waren wirklich gespannt was uns dort erwartete ....
Über den Nassfeldpass, welcher nur 36 Kilometer von Kötschach-Mauthen entfernt war, führte uns der Weg zunächst nach Italien. Tolle Kurven und Kehren brachten uns hinauf zum Nassfeldsee. Auf italienischer Seite wird die Straße leider nicht sehr gepflegt und war daher nur in mäßigem Zustand. Der nächste Pass war der Sella Nevea, zumindest war er als Pass deklariert. In Wahrheit bestand die Strecke nur aus einem engen, miserabel geflasterten Verbindungsstück zwischen Italien und Slowenien. Die Fahrt ist hier nur bedingt empfehlenswert. Als wir rechts am grünblauen Wasser des Predilsees vorbeifuhren war Slowenien nicht mehr weit. Dann folgte die nächste Enttäuschung. Der Predilpass war nicht mehr als eine kurze Steigung mit einigen wenigen Kürvchen. Oben angekommen kontrollierte ein sehr mürrischer, excellent gelaunter Grenzbeamter unsere Ausweise. Dieser Mann hat sichtlich Spaß an seinem Job, soviel Herzlichkeit hätte ich in Slowenien garnicht erwartet. Da ich ihn ja nicht heiraten wollte, sah ich lächelnd über ihn hinweg !

Nun waren wir also in den Julischen Alpen, die Strecke führte uns zunächst etliche Kilometer am Fluss Soca entlang. Der Soca ist der wohl beliebteste und bekannteste Wildwasserfluss in den Alpen. Er besteht aus 27 Kilometern phantastischem Wildwasser mit kristallklarem, türkisfarbenen Wasser, schneeweißen Felsen, sehenswerten Klammen und Schluchten und einem wunderschönen Gebirgspanorama. Viele Kajak-Fahrer säumten hier unseren Weg. Schnell lag mit dem Vrsic-Sattel die wohl bekannteste Bergstrasse Sloweniens vor uns. Die Auffahrt von Soca aus ist wirklich ein Genuss. Eine tolle Landschaft, schöne Kehren und ein guter Fahrbahnzustand lassen hier das Bikerherz höher schlagen. Auf der Pass-Höhe dann schlugen wir das nächste Kapitel der slowenischen Gastfreundschaft auf. Nach dem Abstellen unserer Maschinen kam ein gutgelaunter Bursche auf uns zu, der 1,50 € pro Person verlangte. Zunächst dachten wir an eine Parkgebühr, aber er stammelte was von Mautstrasse. Da hatte ich nun so viele Reiseberichte gelesen, aber das Wort Maut wurde noch nie erwähnt. In der Gewissheit, hier gerade übers Ohr gehauen zu werden, zahlten wir die geforderten 3 Euro. Ich weiß, es war nicht richtig aber was soll ich mich im Urlaub noch aufregen, wir sahen es einfach als Entwicklungshilfe. Während unserer Pause spielten sich noch waghalsige Szenen ab. Wenn ein Urlauber nicht zahlen wollte, schmiess er sich wagemutig vor die anfahrenden PKW's, soviel Mut wurde dann immer mit Bargeld belohnt !
Es folgte nun die Abfahrt des Vrsic-Sattels nach Kranjska Gora. Über diese decke ich mal den berühmten Mantel des Schweigens. Für Frank und seine GS war diese Strecke sicherlich gut geeignet um mal den enormen Federweg der GS auszureizen. Mittlerweile befanden wir uns mitten im etwa 850 qkm grossen Triglav-Nationalpark, dem einzigen Nationalpark Sloweniens. Seinen Namen erhielt der Park nach dem Symbol Sloweniens, dem 2864 Meter hohen Triglav, der fast im Zentrum des geschützten Gebietes liegt. Vom Triglav aus verlaufen strahlenartig Täler, die ihre Wasser an zwei grosse Flüsse abgeben, die ihr Quellgebiet in den Julischen Alpen haben: an die Soca, die in die Adria mündet, und an die Save, die ins Schwarze Meer fliesst. Über die nächsten 100 Kilometer gibt es nicht viel zu erzählen, was genau unsere Eindrücke wiederspiegelt. Wir wollten einfach mehr von Slowenien sehen und so ging es noch etwas ins Landesinnere hinein. Über den Seebergsattel fuhren wir dann zurück nach Österreich. An der Grenze mahnte uns der Beamte zu erhöhter Aufmerksamkeit, da er gerade einen Funkspruch über einen Motorradunfall bekommen hatte. Zunächst deutete aber nichts darauf hin und wir konnten die tolle Streckenführung des Seebergsattels noch geniessen. Kurz vor Eisenkappel war es leider dann soweit - Vollsperrung ! Mitten auf der Straße stand der Rettungshubschrauber des ÖAMTC und zahlreiche Feuerwehrleute waren um Rettung bemüht. Nach einer halben Stunde wurde der Verletzte dann ins Hospital geflogen und die Strasse wurde wieder freigegeben. Der Kollege war wohl deutlich zu schnell, schlug in die Leitplanke ein und stürzte einige Meter tief in einen Bachlauf.

Unsere nächsten Stationen waren der Schaidasattel und Klagenfurt. Der nur 1068 m hohe Schaidasattel ist nicht empfehlenswert. Die Fahrbahn ist einfach grottenschlecht, die Straße eng und unübersichtlich, die schlechte Beschilderung tat sein übriges. Über die B 91 erreichten wir dann schnell Klagenfurt, wo wir auf dann direkt auf die Autobahn fuhren. Die Strassensperre hatte uns doch etwas zurückgeworfen, wartete doch in Kötschach-Mauthen unserer Hauswirt Bernhard mit einem Grillabend auf uns. Den Rest des Weges kamen wir aber nun zügig voran. Die A 2 führt direkt am größten See Kärntens vorbei, dem Wörther See. Leider kann man von der Autobahn nicht viel von ihm sehen. Über die wirklich schön zu fahrende B 111 erreichten wir dann wieder Kötschach-Mauthen. Wie schon erwartet hatten Bernhard und Brigitte den Grill bereits vorgeheizt und saßen sprichwörtlich auf heißen Kohlen. Wir verbrachten noch eine schöne Zeit und bedanken uns auf diesem Wege nochmal bei der Pension Weinfurtner. So ließen wir den Abend gemütlich ausklingen und zogen unser Fazit von Slowenien. Insgesamt war ich ein wenig enttäuscht, einzig die Auffahrt des Vrsic-Sattels lud zum Kurvenschwingen ein. Die Fahrt ins Landesinnere hätten wir uns sicherlich sparen können. Ich bin mir aber auch sicher, dass es im Triglav-Nationalpark noch viele interessante und auch kurvige Strassen gibt. Also, auf ein nächstes Mal !

[Diashow "Slowenien"]

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