Kärnten2005

6.Tag *Dolomiten*: 354 km
Kötschach-Mauthen -> Lesachtal -> Kartischer Sattel -> Silian -> Gemärkpass -> Passo di Falzarego -> Passo di Valparola -> Cernadoi -> Selva di Cadore -> Forcella Staulanza -> Forno di Zoldo -> Passo di Cibiana -> Pieve di Cadore -> Passo di Mauria -> Ampezzo -> Passo di Monte Rest -> Plöckenpass -> Kötschach-Mauthen

Der Urlaub neigte sich langsam dem Ende entgegen und mit den Dolomiten stand heute unsere letzte ausführliche Tour bevor. Wiederum nahmen wir uns viel Zeit fürs Frühstück und so starteten wir um 10.00 Uhr die Triebwerke. Der erste Teil des Weges war uns ja von vorgestern noch gut bekannt, über das Lesachtal, den Karntischen Sattel und Silian erreichten wir schnell Italien. Wir hatten heute einige Pässe auf dem Programm, der Höhepunkt sollte natürlich die berühmte Sella-Runde werden. Aber wie so oft im Leben kommt es immer anders als man denkt. Zunächst verlief aber alles nach Plan, mit dem Gemärkpass stand uns die erste kleine Pass-Strasse Richtung Dolomiten bevor. Die erste Pause machten wir am idyllisch gelegenen Dürrensee kurz vor Cortina d'Ampezzo. Schon hier flogen Unmengen von Motorradfahrern an uns vorbei, das absolut perfekte Wetter lud ja auch zum Biken ein. Es schien also recht voll zu werden, dennoch machten wir uns schnell wieder auf den Weg.
Nachdem wir uns überraschend gut im unübersichtlichen Cortina d'Ampezzo zurecht gefunden haben, stand mit dem Passo di Falzarego der erste Zweitausender auf dem Programm. Und hier wurde es direkt sehr ernst: nicht nur, dass uns schon der erste Krankenwagen entgegenkam, nein - wir befanden uns im Herzen zahlreicher potentieller Organspender ! Ich muss es leider so deutlich sagen, einige hatten wohl Ihr Hirn abends an der Bar vergessen. Also wir waren beileibe nicht langsam unterwegs, aber was sich an diesem Tag hier abspielte war nicht zu beschreiben. Der eine musste unbedingt kurz vor einer Kehre überholen und hatte dann einen leichten Geschwindigkeitsüberschuss, so dass er auf der allerletzten Rille noch die Kurve bekam, der andere kam uns auf unserer Straßenseite entgegen und sah sich plötzlich einem Reisebus gegenüber. Am anschließenden, sonst sehr schön zu fahrenden, Passo di Valparola hielten wir an und machten dem Wahnsinn ein Ende.

Frank und ich einigten uns schnell, dass es besser wäre heute auf die Sella-Runde zu verzichten. Wir kramten die Karte heraus und entschieden uns, unsere Runde auf nicht so bekannten Pässen fortzusetzen. So ging es über den Falzarego, Cernadoi und Pescul zum Forcella Staulanza. Der Verkehr nahm deutlich ab und so konnten wir die Kurven hinauf auf 1766 Meter geniessen. Schnell waren wir uns sicher, dass wir uns heute für das Richtige entschieden hatten. Die nächste Dolomiten-Strasse war der Passo di Cibiana, der zwar nur eine Höhe von 1530 Meter aufwies, aber einige Leckereien für den kurvensehnsüchtigen Ruhrpottler hatte. Den Cibiana und den folgenden Passo di Mauria kannten wir vom letzten Jahr nur bei strömenden Regen. Der Mauria ist auch wirklich schön zu befahren, bei sehr mäßigem Verkehr kann man hier in Ruhe seine Kurven schwingen. Da wir noch etwas Zeit hatten, nahmen wir einen Tourentipp eines Einheimischen an. Beim Weizenbier an der Theke schwärmte er vom Passo di Monte Rest, einer kleinen unbekannten Pass-Strasse unweit von Ampezzo.
Neugierig wie wir nunmal sind, bogen wir kurz hinter Ampezzo rechts ab und schon ging es hinauf auf 1052 m Höhe. Dabei muss man allerdings bedenken, dass der Ort Ampezzo relativ tief liegt und die enge, teilweise unübersichtliche Strecke schon etliche Höhenmeter zu überwinden hat. Der Strassenverlauf führte viel durch den Wald und auf Gegenverkehr musste man sich auch nicht einstellen, trotzdem konnten wir der Schwärmerei des Kärnteners nichts abgewinnen. Kurz vor Tramonti di Sopra drehten wir um und machten uns in Richtung Plöckenpass auf den Weg. Dieser wiederum ist recht stark befahren, da er die kürzeste Verbindung zwischen Kärnten und Friaul ist. Teilweise ist die Fahrbahn hier zwar nicht ganz so gut, aber dennoch bereitet der Plöckenpass viel Freude und bringt uns direkt in unsere Ferienwohnung nach Kötschach-Mauthen zurück. Wir schon oben erwähnt war es die absolut richtige Entscheidung die Sella-Runde heute nicht zu fahren. Auch auf den nicht so bekannten Pass-Strassen kann man in den Dolomiten mächtig viel Spaß haben. Mit der Gewissheit diesen auch gehabt zu haben, liessen wir den Abend gemütlich ausklingen ...

[Diashow "Dolomiten"]

7.Tag *Pustertaler Höhenstrasse*: 232 km
Kötschach-Mauthen -> Lesachtal -> Kartischer Sattel -> Abfaltersbach -> Pustertaler Höhenstrasse -> Lienz - > Iselsbergpass -> Winklern -> Grossglockner-Hochalpenstrasse ( Kaiser-Franz-Josefs-Höhe ) -> Winklern -> Iselsbergpass -> Oberdrauburg ->Gailbergsattel-> Kötschach-Mauthen

Heute war die letzte Gelegenheit um nochmal österreichischen Asphalt unter die Räder zu nehmen. Da wir aber am Nachmittag unsere Bikes reisefertig machen wollten, und abends das DFB-Pokalspiel im Fernsehen übertragen wurde, entschieden wir uns für eine mittlere Tour von 230 Kilometern Länge.
Zunächst verlief der Tag aber etwas unplanmäßig. Nachdem wir einige Kilomter im Lesachtal unterwegs waren, meldete sich bei meiner FJR die Ölwarnlampe. Also ging es schnurstracks zurück nach Kötschach, um dort etwas Öl einzufüllen. Ohne weitere Probleme fuhren wir dann durchs Lesachtal in Richtung Kartisch. Nun ging es rechts auf die B 100, die wir in Abfaltersbach wieder verließen. Wir befanden uns nun auf der Pustertaler Höhenstrasse, über die ich schon viel gelesen hatte. Zugegeben, der Ausblick war schon grandios, fahrerisch hatte ich mir jedoch etwas mehr versprochen ...
Wir gelangten wieder zurück zur B 100, welche uns über Lienz, den Iselsbergpass und Winklern zur Grossglockner -Hochalpenstrasse brachte. Dank des ADAC-Tourentickets hatten wir ja noch eine Fahrt frei, und heute war auch die Strasse zur Franz-Josefs-Höhe geöffnet. Dies war aber auch der einzig positive Aspekt, genau wie gestern in den Dolos war es hier rappelvoll. Ich glaube, ich habe noch nie so viele Wohnmobile und Reisebusse an einem Tag gesehen. Es waren mehr Fahrzeuge unterwegs, als in den letzten vier Jahren zusammen.
So quälten wir uns den Weg auf 2369 Meter Höhe hinauf. Grosse Schneebrocken säumten den Weg, nun konnten wir auch verstehen, warum die Strasse vor einigen Tagen noch gesperrt war. Die Schneeschmelze ließ hier wohl einige Lawinen abgehen. Leider verging die Zeit wie im Flug und wir mussten uns wohl oder übel auf den "Heimweg" machen ! Zum Glück war die Glocknerstrasse heute für uns umsonst, ansonsten hätte ich mich wirklich schwarz geärgert. Der Fahrspaß blieb heute deutlich auf der Strecke. Über Oberdrauburg und den Gailbergsattel, an dem wir noch ein paar Fotos machten, fuhren wir zurück nach Kötschach-Mauthen.
Mit dem Ausschalten der Triebwerke ging unsere Motorradtour stark dem Ende entgegen. Während die Bikes abkühlten, brachten wir die Ferienwohnung auf Vordermann. Nun wurden die Zweiräder auf dem Anhänger verzurrt - viele Griffe klappten nun auf Anhieb - und wir begaben uns zum Abendessen. Pünktlich zum Anstoss des DFB-Pokalendspieles zwischen unserem FC Schalke 04 und dem FC Bayern München waren wir wieder in der Wohnung. Bei Dosenbier und einem schlechten Spiel ließen wir die Woche Revue passieren. Der Wettergott hat es wirklich gut mit uns gemeint, ja fast schon eigentlich zu gut. Der einzige Schönheitsfleck war, dass der FC Bayern den Pokalsieg einfuhr. Ansonsten blickten wir aber auf eine fast perfekte Woche zurück !

[Diashow "Pustertaler Höhenstrasse"]

8.Tag *Abreise mit dem Auto*: 978 km
Kötschach-Mauthen -> Gailbergsattel -> Spittal -> Salzburg -> Inntal -> München-Ost -> Nürnberg -> Würzburg -> Frankfurt -> Limburg -> Köln -> Essen

Die Geschichte des letzten Tages ist schnell erzählt. Um 5.00 Uhr morgens machten wir uns auf den Weg. Über den Gailbergsattel und der Bundesstrasse 100 gelangten wir zur Tauernautobahn. Wir kamen zügig voran und die Grenze war schnell erreicht. Vorher wurde natürlich der Wagen noch vollgetankt und kräftig gefrühstückt. Leider herrschte in Bayern starker Rückreiseverkehr, so dass uns einige Staus nicht erspart blieben. Aber mit einer Klimaanlage im Auto ging auch diese Zeit gut um. Erst hinter Würzburg wurde es etwas leerer und wir konnten die restlichen Kilometer staufrei zurücklegen. Insgesamt brauchten wir für den Rückweg 13 Stunden.

Fazit
Ich habe es im Bericht ja schon mehrmals erwähnt:
Nach dem verkorksten letzten Jahr hatten wir diesmal ein traumhaftes Wetter. Durch das lange Wochenende mit dem Feiertag am Donnerstag, und den Pfingstferien in Bayern war es diesmal sehr voll. Leider sind da auch Motorradfahrer dabei, die es extrem übertreiben. Wie ich in einem Bericht gelesen habe, gab es im Mai in Südtirol so viele Unfalltote wie schon lange nicht mehr. Wen wundert's !!!
Insgesamt brachten wir 1805 unfallfreie Motorradkilometer hinter uns. Die Bikes waren wiedermal sehr zuverlässig, lediglich ein paar Tröpfchen Öl musste ich bei der FJR nachfüllen. Bedanken wollen wir uns nochmal bei Biker Bernhard und seiner Frau Brigitte von der Pension Weinfurtner. Es fehlte uns dort wirklich an Nichts.
Mit dem Anhänger anzureisen war wirklich eine gute Idee. Das Fahren bereitete keine Probleme und die Zeit verging auch wie im Flug. Auf ein Neues, im Jahr 2006 !!!

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