Schwarzwald 2009

Dauer der Tour: 6 Tage / Gesamtstrecke: 2899 km
gefahrene Kilometer mit dem Auto: 1050
gefahrene Kilometer mit dem Motorrad: 1849

1.Tag *Anreise mit dem Auto*: 523 km
Essen -> Wuppertal -> Köln -> Limburg -> Wiesbaden -> Darmstadt -> Heidelberg -> Karlsruhe -> Freiburg -> Schauinsland -> Todtnauberg

Zwei Mann - Ein Wort !

"Wir kommen wieder", mit diesen Worten verabschiedeten wir uns im letzten August von unseren Gastgebern, der Familie Eckert.
Nach dem unschönen Ende mit der Reifenpanne im letzten Jahr, bezogen wir wieder Ouartier auf dem Weilerhof in Todtnauberg.
Und täglich grüsst das Murmeltier - erneut bin ich mit einem "defekten" Reifen heim gefahren, aber diesmal hatte mein vorderer Z6 kein Profil mehr - das Ergebnis unzähliger Kurven rund um Todtnau, in den Vogesen und in der Schweiz !

Aber alles der Reihe nach:
Wie gewohnt wurde die Yamaha und die BMW am Vorabend auf dem Anhänger verzurrt und so konnte es Sonntagmorgen pünktlich um 8 Uhr losgehen !
Naja, fast pünktlich ... da wir dieses Mal mit dem Focus fahren wollten, war ich auch für den Adapter der Anhängerkupplung verantwortlich.
Ihr ahnt es schon, natürlich hatte ich an diesen nicht gedacht. Schnell schoben wir den Anhänger samt Motorräder wieder in die Halle und besorgten uns bei Frank erst mal einen Adapter.
Um 08.15 Uhr konnte es dann aber wirklich losgehen, über die A46, die A3 und die A5 erreichten wir problemlos Freiburg im Breisgau !
Es folgte der mühsame, aber landschaftlich reizvolle "Aufstieg" nach Todtnauberg. Auf der Schauinslandstrasse säumten nur einige Radfahrer unseren Weg, ansonsten war nicht sehr viel los, den für Biker ist die Strasse ja am Wochenende gesperrt.
Kurz vorm Weilerhof gab es dann eine kleine Überraschung:
Die Straßenbaukünstler hatten es binnen eines Jahr nicht geschafft die Dorfstraße zu teeren. Also ging es wiedermal über einige hundert Meter Schotterpiste. Oder war es etwa der gewollte Untergrund für das bevorstehende MTB-Rennen ? Wohl kaum, nur fragte ich mich, warum ich gestern noch meinen Wagen gewaschen hatte ...

1.Tag *Rund um den Belchen*: 131 km
Todtnauberg -> Todtnau -> Geschwend -> Präg -> Häg -> Mambach -> Wembach -> Hinterheubronn -> Schweighof -> Britzingen -> Laufen -> Staufen -> Untermünstertal -> Muggenbrunn -> Todtnauberg

Nur eine gute Stunde war seit unserer Ankunft vergangen, da drangen die ersten Motorradgeräusche durch den Weilerhof.
Die Mission Motorradurlaub begann mit einer kurzen Runde rund um den Belchen.
Leider wurde nicht nur in Todtnauberg gebaut, und so mussten wir das ein oder andere Mal die geplante Route verlassen.
Trotzdem standen am Ende des Tages 131 Kilometer Kurvenspass zu Buche, so konnte die Woche gerne weitergehen !
Wieder am Weilerhof angekommen, richteten wir uns erstmal gemütlich in unserer Ferienwohnung "Dorfblick" ein und gingen zum Schnitzelessen ins benachbarte Försterhaus. Bei Bier, Fernsehen und Knobeln beschlossen wir dann unseren ersten Abend.

[ Diashow Verladung, Anreise und "Rund um den Belchen" ]

2.Tag *Vogesen Süd*: 314 km
Todtnauberg -> Schönau -> Badenweiler -> Neuenburg am Rhein -> Baldersheim -> Wittelsheim -> Cernay -> Bourbach le Haut -> Wissbach -> Col du Hundsruck ( 748 m ) -> Le Grand Ballon ( 1338 m ) -> Markstein -> Col du Bramont ( 956 m ) -> Col de la Schlucht ( 1139 m ) -> Lac Blanc -> Turckheim -> Colmar -> Breisach am Rhein -> Staufen im Breisgau -> Todtnauberg

Endlich war der Tag da den wir seit einem Jahr herbeigesehnt haben - es ging zum ersten Mal nach Frankreich in die Vogesen.
Kurz vor 10 starteten wir bei herrlichem Wetter unsere Triebwerke, zunächst genossen wir noch die weiten Kurven des südlichen Schwarzwalds bevor es dann über den Rhein direkt nach Frankreich ging. Es war ein gigantisches Gefühl, majestätisch sahen wir von weitem die Gebirgszüge und wir näherten uns unaufhörlich.
Da "Tankstelle" in den Vogesen ein Fremdwort ist, füllten wir bei Cernay nochmal ordentlich Benzin in unsere Tanks. Hierbei machten wir Bekanntschaft mit der französischen Art der Waschanlage. Die Anlage sieht natürlich aus wie jede andere, aber um sich den Euro fürs Trockenen zu sparen lassen die Franzosen die Halle drumherum weg und setzen auf natürliche "Sonnentrocknung". Eine Waschanlage ohne Waschhalle - ein klasse Bild ! ( Genau wie die Fahrschülerin, die den standesgemäßen französischen Kleinwagen in die Anlage fuhr - aber dies sei natürlich nur am Rand erwähnt. )
Wir konzentrierten uns auf unsere hügelige Weiterfahrt, denn nun ging es richtig los. Natürlich können die Vogesen in Sachen Höhe den Alpen nicht das Wetter reichen - in Sachen Fahrspaß liegen sie meiner Meinung nach vorne !
Über den Col du Hundsruck, den bekannten Grand Ballon und den Col du Bramont ging es zur wohl bekanntesten Passhöe in den Vogesen dem Col de La Schlucht ! Der Schluchtpass gilt als wichtige Verkehrsachse zwischen dem Elsass und Lothringen. Hinter uns lag ein beeindruckendes Erlebnis, über 40 Kilometer endlose Kurven, enge Kehren gepaart von weiten, harmonisch und zügig zu fahrenden Kurven - ummantelt von einem fanatischen Stück Natur. Ihr merkt es schon, die Vogesen haben mich zugegebenermaßen verzaubert.
Bevor wir wieder Richtung Deutschland fuhren, machten wir einen Abstecher zum Lac Blanc. Der Lac Blanc - auch weißer See genannt - hat eine Größe von 29 Hektar und ist der größte See auf der Ostseite der Vogesen. Nein, ich wollte nicht - aber es muss sein ! Von nun an ging es bei 30 Grad Celsius wieder Richtung Schwarzwald. Über Turckheim und der sehenswürdigen Stadt Colmar fuhren wir in Breisach am Rhein wieder nach "Good Old Germany". Schnell war Todtnauberg erreicht und beim Abendessen und -trinken schwärmten wir noch von diesem tollen Tag, auf den wir ein Jahr lang gewartet hatten.

[ Diashow "Vogesen Süd I" ]
[ Diashow "Vogesen Süd II" ]

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