Schwarzwald 2009
Nach einer kurzen Pause begaben wir uns an die Abfahrt durch die intakte Gebirgs- und Hochgebirgslandschaft des Klausenpasses. Kühe säumten unseren Weg und man musste aufpassen diese nicht über den Haufen zu fahren. Ohne eine besondere Abgrenzung liefen sie umher und machten es sich auch schon mal auf der Straße bequem.
Eigentlich fuhren wir nun auf direktem Weg zurück nach Deutschland, direkt heißt aber nicht automatisch auch schnell. Nach dem Klausen ging der Weg vorbei am Ufer des Zürichsees. Am See angekommen lagen noch über 40 Kilometer bis Zürich vor uns, diese Kilometer standen unter dem Motto "Generell 50". Wir schlichen durch eine Ortschaft nach den anderen und kamen nicht wirklich voran. Endlich in Zürich angekommen ging es dann richtig zur Sache, es war wohl Feierabendverkehr denn die Stadt war proppenvoll. Über eine halbe Stunde benötigten wir um uns den Weg durch die Innenstadt zu schlagen, ohne mein Navi wäre es bestimmt das Vierfache geworden, es war einfach die Hölle !
Den Rest des Weges kamen wir allerdings wieder recht zügig voran, über Waldshut-Tiengen ging es zurück in den Schwarzwald.
Es war kurz vor halb Neun, da schalteten wir zum letzten Mal für heute unsere Motoren aus.
Der Tag war wirklich schön, alleine für den Vierwaldstätter See und den Klausenpass hat sich die Anstrengung gelohnt !
Weiterempfehlen würde ich diese Route allerdings nicht, denn den Zürichsee und vor allem Zürich sollte man echt meiden !
[ Diashow "Schweiz I" ]
[ Diashow "Schweiz II" ]
6.Tag *Nordvogesen*: 349 km
Todtnauberg -> Freiburg -> Umkirch -> Bötzingen -> Marckolsheim -> Sélestat -> Le Hohwald -> Barr -> Schirmeck -> Natzweiler-Struthof -> Le Champ du Feu -> Liépvre -> Bergheim -> Breisach am Rhein -> Bad Krotzingen -> Staufen -> Todtnauberg
Mit der Rundfahrt durch die Nordvogesen und dem Elsass ging unsere Motorradwoche 2009 zu Ende. Die ausgewählte Route beinhaltete alle Facetten des Motorradfahrens: weite Kurven, enge Kehren, eine atemberaubende Landschaft und ein Stück Geschichte, wo es einem kalt den Rücken runter läuft.
Kurz vor 10 ging es los, es standen heute 350 Kilometer auf unserem Programm, nach der Tour gestern ein Kinderspiel. Über Freiburg ging es auf direktem Wege in Richtung Frankreich, das erste Highlight des Tages war ziemlich schnell erreicht. Die Strecke führte uns inmitten des Kaiserstuhls, rechts und links wuchsen Weinreben und auch als Nicht-Wein-Trinker sehnte man sich bei diesem Anblick nach einem leckeren Viertel Wein. Mit 557 m über NN ist der Kaiserstuhl sicherlich nicht sehr hoch, aber es war dennoch ein tolles Erlebnis hier mittendurch zu fahren, ich denke die Bilder sprechen für sich.
Hinter Sasbach ging es dann über den Rhein, und somit auch über die Grenze nach Frankreich. Der elsässische Ort Sélestat mit seinen rund 20000 Einwohnern war der nächste größere Ort auf unserer Liste. Sélestat hat eine schöne Altstadt mit verwinkelten Gassen, auch eine romanische und eine gotische Kirche können hier besichtigt werden. Uns zog es aber direkt weiter, denn ab hier begann das Kurvenparadies Elsass. Ein grosses Plus ist, dass hier kaum Verkehr herrscht und man sich in dieser Landschaft richtig verloren vorkommt. Aber das bietet natürlich auch Gelegenheit die endlosen Kurven so richtig zu genießen. Genießen wollten wir auch den berühmten Elsässer Flammkuchen, leider kamen wir jedoch an keinem geeigneten Gastronomiebetrieb vorbei.
Wir waren etwa 200 Kilometer unterwegs, da ragte ein riesiges Mahnmal aus der Landschaft hervor. Interessiert hielten wir an und legten eine Pause ein.
Das flammenförmige Holocaust-Denkmal gehört zur Gedenkstätte des Konzentrationslagers Natzweiler-Struthof. Im Auftrag von Reichsführer-SS Heinrich Himmler wurde im Mai 1941 beschlossen, in 800 m Höhe am Nordabhang des Mont-Louise ein Konzentrationslager für 4.000 Gefangene einzurichten. Teilweise war dieses Straf- und Arbeitslager mit 7000 Gefangenen unmenschlich überfüllt. Die Menschen mussten bei kargen Mahlzeiten sehr hart in den umliegenden Steinbrüchen arbeiten, die Todesrate im KZ Natzweiler-Struthof betrug hierdurch fast 40 Prozent. Von Mai 1941 bis April 1945 starben hier über 17500 Menschen ! Für ein Besuch des Museums blieb uns leider keine Zeit mehr - mit einem beeindruckenden, fast beklemmenden Gefühl fuhren wir weiter.
Nach nur wenigen Kilometern erreichen wir den Champ du Feu, ein 1099 Meter hoher Berg im Elsass. Der Gipfel ist gleichzeitig auch die Passhöhe, durch den hohen Aussichtsturm ist diese auch nicht zu verfehlen. Es schleicht sich etwas Wehmut ein, denn von nun geht es auf direktem Weg zurück zum Weilerhof nach Todtnauberg. Wie schon den ganzen Tag geht unser Blick in den Himmel, seit Stunden warten wir förmlich auf Regen, dunkle Wolken begleiten uns seit heute morgen. Aber in diesem Jahr haben wir Glück, denn auch heute bleibt es trocken.
Und das ist auch gut so ! Zufällig fällt Frank's Blick bei unserer letzten Pause auf meinen Vorderreifen. Ab sofort programmierte ich das Navi auf Linkskurven, denn rechts war mein Profil gen Null ! Wieder habe ich im Schwarzwaldurlaub einen Reifen geschafft - diesmal aber auf die angenehme, spaßige Art und Weise !
Was ich zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht wusste war, das auch die vorderen Bremsbeläge diesen Urlaub nicht überlebt haben, und dass nach nur 14000 gefahrenen Kilometern ! Schauinsland lässt grüßen !!!
Gegen halb Sechs quälten wir uns zum letzten Mal über die Dauerbaustelle hinauf zum Weilerhof. Da Samstag bereits um 8 Uhr die 12-Stunden-von-Todtnauberg begannen und wir uns zeitig auf den Heimweg machen wollten, ließen wir die Bikes kurz abkühlen und machten sie dann "reisefertig".
In der Pizzeria Romantica zogen wir bei Pizza und Pils ein Résumee des diesjährigen Motorradurlaubes:
Es fiel natürlich nur positiv aus, insgesamt nahmen wir 1850 unfall- und pannenfreie Kilometer Asphalt unter die Räder. Die Tour in die Schweiz war anstrengend, aber sehenswert. Sehenswert waren natürlich auch die Vogesen, das geringe Verkehrsaufkommen und die Straßen sind einfach ein Traum. Und der Schwarzwald ? Der geht eigentlich immer, denn längere, gerade Straßenabschnitte sind hier relativ selten !
Leider war die Woche wieder zu schnell vorbei, aber 2010 kommt bestimmt - und Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude !
[ Diashow "Nordvogesen"]
7.Tag *Abreise mit dem Auto*: 527 km
Todtnauberg -> Freiburg -> Karlsruhe -> Heidelberg -> Darmstadt -> Wiesbaden -> Köln -> Wuppertal -> Essen
Einmal im Jahr findet in Todtnauberg das 12-Stunden MTB-Rennen "Rund um Todtnauberg" statt.
Um den Straßensperrungen und diversen Umleitungen zu entgehen, machen wir uns bereits um 07.30 h auf den Heimweg. Und wir hatten Glück - kurz vor uns wurde die Straße vom Weilerhof hinab gerade dicht gemacht, wir schlüpften soeben noch hindurch ! Wo wir ein halbe Stunde später hätten herfahren sollen, ist uns auch heute noch ein Rätsel. Der Rest der Heimfahrt verlief fast problemlos - nur am Frankfurter Kreuz gab es einen halbstündigen Stau aufgrund eines Unfalls.
Punkt halb Drei waren wir in Essen-Burgaltendorf, der Urlaub war zuende !
Weblinks
[Der Weilerhof]
[Todtnauberg]
[Motorradparadies Todtnauer Land]
[Bergwelt Schauinsland]
[Die 12 Stunden von Todtnauberg]
[KZ Natzweiler-Struthof]
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Motorrad Tourenplaner [10 KB]
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