Tirol 2010


Dauer der Tour: 8 Tage / Gesamtstrecke: 3227 km
gefahrene Kilometer mit dem Auto: 1506
gefahrene Kilometer mit dem Motorrad: 1671


Den Tourbericht 2010 möchte ich einmal auf andere Art und Weise beginnen.
Frank und Ich möchten uns an dieser Stelle recht herzlich für die tolle Gastfreundschaft bei der Familie Thöni aus Pfunds bedanken. Das Apartment Collina, welches wir in diesem Jahr als unsere Ferienwohnung auserkoren hatten, ließ wirklich keine Wünsche offen.
Herzlichen Dank für alles, wir kommen wieder !

[ Download "Prospekt Appart Collina" [254 KB] ]
[ Diashow "Appart Collina in Pfunds / Tirol" ]

1.Tag *Anreise mit dem Auto*: 750 km
Essen -> Wuppertal -> Köln -> Limburg -> Wiesbaden -> Darmstadt -> Mannheim -> Heilbronn -> Stuttgart -> Ulm -> Kempten -> Fernpass -> Imst -> Landeck -> Pfunds

Samstag, 28.08.2010

Endlich Urlaub - und das ist auch gut so !
Die letzten Wochen waren sehr stressig: die viele Arbeit; der Auszug unseres Sohnes; Renovierungsarbeiten zuhause … es kam schon recht viel zusammen.
Einen Tag vor der Abreise musste ich mir dann kurzerhand noch ein neues Scala-Rider Headset besorgen, dazu die überaus düsteren Wetteraussichten - Nein ! Eigentlich wollte ich gar nicht mehr fahren !
Ganz routiniert "verpackten" wir am Freitag Nachmittag unsere Motorräder. Jeder Handgriff saß, schließlich machten wir das nicht zum ersten Mal. ( "Welches Bike kommt nochmal zuerst auf den Hänger ?" "Wo haben wir die FJR denn hinten verzurrt ?" )

Samstag um kurz nach Fünf ging es dann los. Wir kamen gut voran und über die A46, A3, A67, A6, A81 und die A8 erreichten wir zügig das Autobahnkreuz Ulm-Elchingen. Nun mussten wir noch ein paar Kilometer über die A7 ins Allgäu fahren, aber die Autobahn wurde zunehmend voller und an der Grenze wurde schon Stau vorhergesagt. In Oy-Mittelberg verließen wir die Autobahn und begaben uns zum Fernpass. Kurz vor Reutte ging dann garnichts mehr, eine riesige Blechlawine quälte sich den Fernpass hinab Richtung Österreich. Mitunter kamen wir in 50 Minuten lächerliche 10 Kilometer voran. Meine Laune war auf dem Tiefpunkt, aber irgendwie überraschte mich dass nach den letzten Tagen auch nicht mehr !
Die Stimmung änderte sich schlagartig als wir um 16.15 Uhr ( nach über 11 Stunden Fahrt ) unsere Ferienwohnung aufschlossen. Nun erstmal ein kühles Bit und der Urlaub konnte beginnen !

2.Tag *Silvretta*: 341 km
Pfunds -> Pians -> St. Anton am Arlberg -> Arlbergpass -> Flexenpass -> Warth -> Hochtannbergpass -> Damüls -> Faschinajoch -> Ludesch -> Furkajoch -> Rankweil -> Bludenz -> Silvretta-Hochalpenstrasse -> Bieler Höhe -> Ischgl -> Zams -> Pfunds

Sonntag, 29.08.2010

Sämtliche Online-Wetterdienste prognostizierten bis Mittwoch Regenfälle und Kälte - aber unverhofft kommt oft !
Zu unserer Überraschung war nach dem Aufstehen nichts davon zu sehen, die Betonung liegt auf SEHEN denn es war schweinekalt.
Aber es waren nur ein paar Wolken am Himmel und die Straße war trocken, nichts brachte uns davon ab zum ersten Mal die Motoren zu starten. Zum Einschwingen entschieden wir uns für die sogenannte Silvretta-Runde, deren Höhepunkt natürlich die 26 Kilometer lange Silvretta-Hochalpenstrasse mit der Bieler Höhe war.
Zunächst folgten aber erst ein paar "kleinere", sehr flüssig zu fahrende Pass-Straßen - die erste davon war der knapp 1800 Meter hohe Arlbergpass. Ich muss zugeben, es dauerte nicht lange bis ich meine Heizgriffe ihre Arbeit machen ließ. Auf der Passhöhe waren es gefühlte 0 Grad und wir suchten schnell wieder das Weite. Durch die einzigartige Flexengalerie und den schwungvollen Hochtannbergpass ging es nach Damüls. Bevor wir in Rankweil ein paar Kilometer über die Autobahn überbrückten drehten wir noch eine Schleife auf dem Faschinajoch und dem anschließenden Furkajoch - Straßen die einfach Spaß machen ! Am Furkajoch wurde unser Fahrspaß aber für etwa 30 Minuten unterbrochen. Die Auffahrt war gesperrt, weil ein ortsansässiger Automobilclub hier den Schnellsten der Schnellen ausfahren wollte – sprich: ein Autorennen. Im Kampf gegen die Uhr fuhren die unterschiedlichsten Sportwagen ( Lotus, Porsche, BMW, Ferrari ) oder die, die sich dafür halten ( Golf I, Fiat Uno, Seat Altea, Ford Focus ) der Passhöhe entgegen – ein irres Schauspiel !
An der Silvretta-Hochalpenstrasse waren erst mal 10,50 Euro Maut fällig, dafür findet der Biker aber perfekte Straßenverhältnisse vor. Die Auffahrt von Partenen hinauf bis zur Bieler Höhe besteht aus 32 Kehren, leider ist die gesamte Strecke auf 60 km/h begrenzt - so hat wenigstens das Auge Zeit die tolle Landschaft zu genießen.
Auf der Passhöhe angekommen, lädt der 1,31 qkm große Silvretta-Stausee zu einem Rundgang oder zu einer Bootstour ein. In Motorradbekleidung ist dies etwas beschwerlich, deswegen zog es uns nach ein paar Minuten wieder zurück auf die Straße. Die nächste Station war Ischgl - im Sommer ist der Ort total ausgestorben und man kann sich kaum vorstellen dass hier im Winter der Bär steppt.
Über Landeck und Prutz erreichten wir dann schnell wieder Pfunds, wo wir bei einem guten Essen im Gasthof Traube und einigen Bierchen unser Glück kaum fassen konnten.
Die ersten 340 Kilometer waren "im Sack" - wer hätte das gestern gedacht ???

[ Diashow "Silvretta" ]

3.Tag *Oetz*: 114 km
Pfunds -> Prutz -> Piller Höhe -> Wenns -> Arzl im Pitztal -> Roppen -> Sautens -> Oetz -> Imst -> Landecker Tunnel -> Prutz -> Pfunds

Montag, 30.08.2010

Heute war erst mal ausschlafen angesagt !
Als um 8.00 Uhr der Wecker ging schüttete es draußen wie aus einem Guss, also – Wecker aus und nochmal umdrehen. Die Schneefallgrenze war auf 1400 Meter gesunken – wo es gestern noch grün war, lag nun Schnee.
Wir fuhren mit dem Wagen nach Imst und erledigten erst mal „umfangreiche“ Einkäufe.
Im Laufe des Tages wurde es dann zunehmend trockener und nach langem Überlegen entschlossen wir uns gegen Mittag die Triebwerke zu starten.
Kurzerhand verabredeten wir uns mit Freund Olaf, der am gestrigen Sonntag den Ötztaler Radmarathon gefahren ist und noch in Oetz weilt. Die Route führte uns durchs Kaunertal und die Piller Höhe direkt nach Oetz. Während der Fahrt zog es sich aber wieder zu und ich zweifelte an der Richtigkeit des heutigen Motorradfahrens.
Olaf und Steffi warteten schon im Cafè auf uns und bei Kaffee und Kuchen ließen wir es uns gut gehen. Es kam was kommen musste – es fing leicht an zu regnen. Schnell machten wir uns auf den Heimweg, für den wir die schnelle Route über die Autobahn wählten.
Insgesamt blieben wir fast trocken und blickten so auf einen den Umständen entsprechend gelungenen Tag zurück.

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