Zillertal 2007

5.Tag *Timmelsjoch*: 376 km
Zell am Ziller -> Innsbruck -> Sellrain -> Kühtaisattel ( 2017 m ) -> Oetz -> Sölden -> Timmelsjoch ( 2509 m ) -> Jaufenpass ( 2099 m ) -> Penser Joch ( 2215 m ) -> Sterzing -> Brennerpass ( 1374 m ) -> Aldrans -> Hall -> Ried im Zillertal -> Zell am Ziller

Durch den milden Winter war das Timmelsjoch in diesem Jahr realtiv früh der Wintersperre erlegen. Natürlich wollten wir dieses ausnutzen, denn die meisten von uns sind das Timmelsjoch noch nicht gefahren. Zunächst ging es also wieder auf die A12 in Richtung Innsbruck. Da heute Feiertag war, hatten wir berechtigten Grund zur Annahme, dass die Autobahn besser zu befahren sei als gestern. Genauso war es auch: Schnell erreichten wir die Ausfahrt Zirl und bogen ab in Richtung Kühtaisattel. Wir waren gerade mal ein paar Kilometer auf der Landstraße unterwegs, da wurden wir jäh gestoppt. Bei Sellrain ging vor uns plötzlich garnichts mehr. "Oh je, da wird sich wohl ein Biker langgemacht haben", so oder ähnlich waren unsere ersten Gedanken. Wir parkten unsere Zweiräder und stiefelten ein paar Meter nach vorn. Wie sich schnell herausstellte, handelte es sich "lediglich" um eine Fronleichnams-Prozession. Nach einem guten Viertelstündchen ging es dann weiter, aber wiederum war der Fahrspaß nur von kurzer Dauer. Nur ein Örtchen weiter dasselbe Spiel, das kann ja heiter werden, wenn hier jedes Kaff seine eigene Prozession hatte. Diesmal dauerte unser unfreiwilliger Aufenthalt nur knapp 10 Minuten. Endlich konnten wir den griffigen Asphalt hinauf zum Kühtaistausee unter die Räder nehmen. Trotz des Feiertages herrschte hier kaum Verkehr - kein Wunder, es waren ja alle bei diversen Prozessionen.

Über die Bundesstrasse 186 ging es weiter Richtung Bella Italia. Hinter dem bekannten Skiort Sölden begann der Aufstieg zum Timmelsjoch. Auch hier merkte man das ein Feiertag war, viele Biker nutzen das lange Wochenende für einen Kurzurlaub. Es wurde zunehmend voller und voller und das Motorradfahren wurde somit immer stressiger. Leider hatten viele Gehirne auch Kurzurlaub, direkt hinter der Mautstelle sah es aus wie in einer Startaufstellung beim Moto-GP.
Wir starteten aus der Boxengasse am Ende des Feldes und hatten auch mit Verstand eine Menge Spaß. Wie schon in den letzten Tagen konnte ich mich auf meine neuen Reifen verlassen, der Metzeler Z6 hat deutlich mehr Grip als sein Vorgänger Z4. Dieses Terrain ist für die FJR wie geschaffen, schnell erreichten wir die Passhöhe, auf der wir einige Minuten das bunte Treiben beobachteten. Die Passhöhe stellt zugleich auch die Landesgrenze dar, was sich auch direkt in der Fahrbahnbeschaffenheit ausdrückte. Ich weiß zwar nicht, wofür die Italiener die neue Maut am Timmelsjoch verwenden, für den Strassenbelag aber auf keinen Fall.
Das Timmelsjoch ging nahezu fließend in die Auffahrt zum Jaufenpass über. Zwar lässt auch hier die Fahrbahn Wünsche übrig, aber der Jaufen ist trotzdem genial. Hier paaren sich steile Kehren mit schnellen, langgezogenen Kurven, die beeindruckende Landschaft komplettiert das perfekte Erlebnis. Wie es sich für "Pässesammler" gehört, machten wir auch auf dem Jaufen eine kurze Rast mit obligatorischer Fotopause.

Da wir aber noch einige Kilometer vor uns hatten, ging es direkt weiter zum nächsten Ziel: das Penser Joch. Kaum oben angekommen, spielten sich wahnsinnige Szenen ab. Nicht nur Biker waren zahlreich unterwegs, auch ein Porscheclub nutze das Wetter zu einer Ausfahrt. Schon auf der Passhöhe begannen die ersten Jagdszenen, wir zogen es vor uns hinter der Leitplanke in Sicherheit zu bringen. Mit einer Kiste Bier und ein paar Bratwürstchen hätten wir es hier stundenlang aushalten können, doch irgendwann mussten wir auch weiter. Wir fuhren zurück nach Sterzing, wo wir dann über den Brennerpass wieder nach Österreich einreisen wollten. Auf der alten Brennerstraße ist Vorsicht geboten, es sei denn, man steht auf "Urlaubsfotos" die einem sogar nach Hause geschickt werden. Kurz hinter Matrei bogen wir rechts ab, diese Straße wäre ich ohne Navi wohl nicht gefahren. Es ging knapp vorbei an der Skisprungschanze Bergisel und wir umfuhren so geschickt das Nadelöhr Innsbruck. Bei Hall in Tirol ging es dann auf die Autobahn, die uns schnell und sicher zurück ins Zillertal brachte.

Es lag ein erlebnisreicher Tag hinter uns. Das Wetter spielte mit und die Streckenführung bot alles, was das Bikerherz begehrt. Leider tümmeln sich auf den namhaften Pässen immer mehr Idioten und betreiben Ihre eigenen Rennen. Das sie andere dabei gefährden, daran denken sie nicht. Aber womit auch ?

[Diashow "Namloser Tal & Timmelsjoch"]

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